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Heinrich Franck Söhne
Suche nach Relikten der Franck-Ära

Heribert Beck hat schon einige Exponate gesammelt. Er will die Spuren der Firma Franck auf dem Gelände bewahren und die Ludwigsburger motivieren, auf dem Dachboden nach Relikten aus der Firmengeschichte zu suchen.Fotos: privat
Heribert Beck hat schon einige Exponate gesammelt. Er will die Spuren der Firma Franck auf dem Gelände bewahren und die Ludwigsburger motivieren, auf dem Dachboden nach Relikten aus der Firmengeschichte zu suchen.Fotos: privat
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Die Zichorienkaffee-Produktion ist in Ludwigsburg Geschichte. Damit diese nicht vergessen wird, will Unternehmer Heribert Beck mit einem kleinen, privaten Museum an die glorreichen Zeiten der Firma Franck erinnern. Jetzt sucht er nach weiteren Zeugnissen der Firmengeschichte.

Ludwigsburg. Seit 2005 ist die Sovdwaer GmbH bereits Mieter auf dem geschichtsträchtigen Produktionsgelände unweit des Bahnhofs. Als bekannt wurde, dass Nestlé das Gelände und die ehemaligen Produktionsstätten verkaufen will, wurde dessen Inhaber Heribert Beck aktiv. Das eigens dafür gegründete Schwesterunternehmen, die Caro Carre GmbH, erwarb 2020 einen großen Teil des Areals samt historischen Produktions- und Verwaltungsgebäuden. Der Standort von Sovdwaer – spezialisiert auf die Organisationssoftware von Physiotherapeuten, Heilmittelerbringern und der Fitnessbranche – war damit gesichert.

Aber nicht nur das. Heribert Beck, der sich als „Weststädter von Kindesbeinen an“ bezeichnet, begann, sich intensiver mit der Geschichte der Produktionsstätte zu beschäftigen. Röstgeruch und die Betriebsamkeit auf dem Produktionsgelände waren über Jahre Teil des Alltags der IT-Experten. „Doch mit dem Geländeübergang ist das Bewusstsein gewachsen, welche industrie- und stadtgeschichtliche Bedeutung das Unternehmen Heinrich Franck hatte“, erinnert er sich.

Auch wenn künftig noch mehr Büros von Dienstleistungsbetrieben das Areal beleben, soll vor Ort an die glorreiche Vergangenheit der Fabrik, ihre Produkte und die Menschen, die dort gearbeitet haben, erinnert werden. Schließlich war die Firma Heinrich Franck über Jahrzehnte ein wesentlicher Arbeitgeber in Ludwigsburg. Aus dem Werk in Ludwigsburg erwuchsen bis in die 1920er Jahre rund 30 Niederlassungen und Fabriken. Franck übernahm außerdem einige konkurrierende Kaffeemittelhersteller.

Heribert Beck hat in den vergangenen Monaten bereits einige Fundstücke zusammengetragen, die an die Blütezeit der Fabrik für Zichorienkaffee von „Heinrich Frank Söhne“ erinnern. Darunter sind Werbemittel, Produktverpackungen und alte Rechnungen, die zur Zeitreise einladen. Einige Vitrinen sind bereits gefüllt und verleihen dem Raum im Erdgeschoss der Pflugfelder Straße bereits einen musealen Charakter.

Für sein kleines Museum mit Archiv wendet er sich jetzt an ehemalige Mitarbeiter und ihre Nachkommen, die unter Umständen noch weitere Exponate auf Dachböden und in Kellerkisten ihr Eigen nennen. Gesucht werden etwa Produktverpackungen, Kisten, Säcke, Produktbeigaben, Werbemittel, alte Preislisten, Verkaufsunterlagen, Fotos oder Filme der Firma Franck, Franck und Kathreiner oder Unifranck. „Es wäre schade, wenn diese Dinge verloren gingen“, findet Beck.

Info: Wer mögliche Ausstellungsstücke oder Archivmaterial in seinem Besitz hat und sich davon trennen möchte, kann sich per E-Mail an caro-carre@web.de oder unter der Telefonnummer (07141) 93737860 melden. Die Adresse der Caro Carre GmbH ist die Pflugfelder Straße 31, 71636 Ludwigsburg.