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Corona

Testpflicht für Schüler wird immer wahrscheinlicher

Foto: Holm Wolschendorf
Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Zu einer verlässlichen Schule gehören in Coronazeiten auch Schnelltests. Zu der Frage, wie diese an Schulen gestaltet werden sollen, gibt es auch in Ludwigsburg eine breite Diskussion. Wie berichtet, hatte die Fachfirma KME im Auftrag der Stadtverwaltung die Schnelltests an den Schulen abgewickelt. Hierbei handelt es sich um „leichte“ Antigentests, bei denen das Teststäbchen nur in der Nase appliziert wird.

Weil das Land die Übernahme der Kosten nur bis Ende März zugesagt hat, wird für die Zeit nach den Ferien eine neue Strategie gesucht – entlang der Linie des Kultusministeriums, das für die Zukunft Selbsttests favorisiert. Dann soll jeder Schüler zweimal die Woche testen können. „Darum hat die Stadtverwaltung jetzt eine große Menge an Selbsttests beim Land bestellt und wird diese an die Schulen verteilen“, sagt der Schulträger auf Anfrage.

Was die Linie des Landes sein wird, ist allerdings noch unklar. „In der kommenden Woche soll es weitere Informationen geben“, so die Stadt. Der städtische Fachbereich Bildung und Familie bereitet zurzeit mit den Schulen eine Konzeption für Schnelltests vor, die sich an der Strategie des Landes orientiert.

Lesen Sie hier, wie zuverlässig Schnelltests sind

Im Detail geht es darum, wo die Selbsttests stattfinden sollen, zu Hause oder in der Schule. „Die Meinungen sind gespalten“, sagt der Geschäftsführende Direktor der Gymnasien, Mathias Hilbert. Konkret gibt es zwei Varianten. Bei der einen testen sich die Schüler zu Hause selbst. Der Vorteil laut Hilbert: „Da gibt es erst gar keine Infektionskette.“ Die Schüler bleiben im Falle eines positiven Ergebnisses gleich zu Hause, gefährden ihre Mitschüler nicht und können selbstbestimmt einen PCR-Test machen. Damit das schnell geht, hält Hilbert auch eine Privilegierung von Schülern in der Terminvergabe für möglich. „Eigentlich wäre das die Voraussetzung, auch bei Tests in der Schule.“ Der Nachteil: Die Schule muss sich auf die Eltern verlassen und hat keinerlei objektiven Nachweis, ob überhaupt getestet wurde und mit welchem Ergebnis.

Da hat die zweite Variante große Chancen: die Testung in der Schule, wie es auch derzeit der Fall ist. Unter Aufsicht testen sich die Schüler im Klassenzimmer selbst. Der Vorteil: Die Schule weiß, wie das Ergebnis ausfällt, und kann schnell handeln. Der Nachteil: Die Schüler sind im Infektionsfall schon mitten in der Schule, Quarantäne droht. Trotz großen Aufwands plädiert auch Bernhard Bleil, Rektor aller Schulen außer der Gymnasien, für eine Testpflicht in der Schule.

Erster Bürgermeister Konrad Seigfried präferiert auch die Schultests vor Ort: Beide Szenarien würden derzeit vorbereitet, „ich wünsche mir allerdings eine Testpflicht in der Schule. Denn nur so können wir eine richtige Anleitung und letztlich Kontrolle sichern.“