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Kriminalität

Trendwende bei den Einbrüchen

Entwicklung im Landkreis aber unterschiedlich – Täter bevorzugen Gemeinden mit guter Verkehrsanbindung

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Schmuck, Uhren, Geld: Auf leicht und unauffällig zu transportierende Beute haben es die meisten Einbrecher abgesehen.Archivfoto: Fotolia

Ludwigsburg. Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, ist für die meisten Betroffenen ein Trauma: Das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden geht häufig verloren, und neben dem materiellen Schaden sind oft auch persönliche Gegenstände mit einem hohen ideellen Wert unwiederbringlich verloren. Für den Ludwigsburger Polizeipräsidenten Frank Rebholz spielt deshalb eine Entwicklung innerhalb der polizeilichen Kriminalstatistik eine wichtige Rolle: Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Ludwigsburg ist im Vergleich von 2015 auf 2016 um fast 14 Prozent gesunken. In absoluten Zahlen heißt das: von 616 auf 513 Fälle.

„Nachdem der zuletzt stark negative Trend im Jahr 2015 bereits abgebremst werden konnte, ist damit der Landesentwicklung folgend eine Trendwende gelungen, und die Zahlen haben wieder einen Wert unter der 1000er-Marke erreicht“, kommentiert die Ludwigsburger Polizei diese Entwicklung.

Schaut man auf die Zahlen der einzelnen Polizeireviere im Landkreis Ludwigsburg, so ergibt sich freilich ein wenig homogenes Bild. Was den Rückgang der Einbrüche angeht, sind Spitzenreiter das Revier Ludwigsburg, das 2016 noch 119 Fälle registrierte, das sind 44 weniger (37 Prozent) als 2015. Beim Revier Vaihingen hat sich die Lage noch stärker verbessert, hier sank die Zahl der Einbrüche von 95 auf 54 (-43,2 Prozent). Im Zuständigkeitsbereich des Reviers Bietigheim-Bissingen dagegen ist die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr um 50 Prozent (31 Fälle) gestiegen, beim Revier Ditzingen lag die Steigerungsrate bei 36,4 Prozent.

Nichts geändert hat sich trotz des positiven Gesamttrends an der Tatsache, dass die Täter häufiger in Orten zuschlagen, die in der Nähe der Autobahn, von Bundesstraßen oder an S-Bahn-Strecken liegen – der schnelle Fluchtweg spielt also weiterhin eine Rolle. Einfamilienhäuser waren mit mehr als 47 Prozent das bevorzugte Ziel von Einbrechern, gefolgt von Mehrfamilienhäusern (31,3 Prozent) sowie Doppel- und Reihenhäusern (13,4 Prozent) – diese Werte beziehen sich auf den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums, also auf die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen.

Trotz aller Aufklärungsarbeit und der Möglichkeit, spezielle Sicherungen einzubauen, sind die meisten Einbrecher im vergangenen Jahr über aufgehebelte Fenster oder Türen (76 Prozent) in Häuser und Wohnungen gelangt. In nur acht Prozent der Fälle schlugen die Täter die Scheiben von Fenstern oder Terrassentüren ein, und lediglich in 3,9 Prozent der Fälle wurden Türschlösser aufgebrochen. Auch diese Zahlen gelten präsidiumsweit.

Beliebteste Beutestücke sind leicht und unauffällig zu transportierende Gegenstände wie Bargeld, Schmuck und Armbanduhren, aber auch Laptops und hochwertige Fotoapparate.