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Tourismus

Über den Dächern von Ludwigsburg

Ludwigsburg zieht das ganze Jahr über Tausende von Touristen an. Allein der Weihnachtsmarkt lockt jährlich rund eine Million Besucher in die Barockstadt. Doch wer im Sommer kommt, weiß nicht, wie es hier beim Weihnachtsmarkt aussieht. Und wer nur Zeit für einen Stadtrundgang hat, bekommt kein Gefühl von der Dimension des Schlosses. Das ändert sich jetzt: Mithilfe einer VR-Brille bekommen Besucher im wahrsten Sinne des Wortes einen Überblick.

Barock trifft Moderne: Mit den VR-Brillen kann man Ludwigsburg ganz neu entdecken. Foto: Holm Wolschendorf
Barock trifft Moderne: Mit den VR-Brillen kann man Ludwigsburg ganz neu entdecken. Foto: Holm Wolschendorf

Von oben sieht die Barockstadt ganz anders aus. Wenn man hoch oben über dem Ehrenhof des Schlosses schwebt, wird die Größe dieser Anlage erst so richtig deutlich. Von hier aus kann man den Blick schweifen lassen über die geometrischen Formen des Blühenden Barocks oder rüber zur Innenstadt. Wie sieht es eigentlich auf dem Marktplatz aus? Und wie verwandelt sich dieser, wenn Weihnachtsmarkt ist? All das und noch einiges mehr lässt sich mithilfe moderner Technik erleben. Virtual Reality heißt das Zauberwort.

„Wir bieten sogar Stadtführungen in Mandarin an.“

Elmar Kunz
Tourismusmanager

Zum Märzklopfen am 21. und 22. März wird Tourismus & Events zum ersten Mal seine neuen VR-Brillen vorstellen. Im MIK in der Eberhardstraße 1 können Besucher die Brillen kostenlos testen und werden in deren Handhabung angeleitet. Denn ein bisschen Hilfe tut gut. „Halten Sie sich am besten ein bisschen hier am Tisch fest“, erklärt Miriam Börner von Tourismus & Events. Kein schlechter Rat. Denn während es augenscheinlich hoch in die Luft geht, ist ein bisschen Bodenhaftung nicht verkehrt.

Rund 25.000 Euro hat der Eigenbetrieb für die Entwicklung des Programms sowie die zehn Brillen in die Hand genommen. „Das ist einzigartig, was wir haben“, sagt Tourismusmanager Elmar Kunz. Denn während andere Städte viel mit Animation oder Damals-und-Heute-Aufnahmen arbeiten, ist das Ludwigsburger Programm eine Abbildung der Realität. Egal ob Zugwiesen, Monrepos, eine Schifffahrt auf dem Neckar, der Maskenball im Schloss oder die Venezianische Messe – alles sind real gefilmte Szenen, bei denen der Besucher selbst per Klick entscheiden kann, in welche Szenerie er gerade abtauchen will.

Das VR-Brillen-Erlebnis ist nur eines von zahlreichen Neuheiten, die der städtische Tourismus in diesem Jahr zu bieten hat. Mehrere neue Erlebnisführungen komplettieren das bisherige Programm: Mit der „Fabrikantenfrau Cäcilie Wagner“ (Vogelkäfig-Fabrikation Wagner) geht es in die Belle Époque, als Ludwigsburg eine Eisenbahnlinie bekommt, es Telefon und Gaswerk gibt.

„Pillen, Perlen, Pergament“ widmet sich den traditionsreichen Handwerksbetrieben und deren Kunstfertigkeit. Ein After-Work-Spaziergang ist die Führung „Ludwigsburg im Abendlicht“. Dieser Rundgang startet mit einem Sundowner-Cocktail im Schlosshof und endet auf dem Turm der Stadtkirche.

Eine Führung, die sich speziell an Kinder wendet, trägt den Titel „Ludo, der nette Pilotenhund“. Hund Ludo macht sich auf die spannende Suche nach einem verlorenen Koffer und benötigt dafür die Hilfe der Kinder. Aktivität ist auch bei der E-Bike-Tour „Wo Rebensaft und Honig fließen“ angesagt.

Mit diesen Angeboten erweitert Tourismus & Events die Palette an Erlebnisführungen, bedient eine laut Kunz „große Nachfrage“. Im vergangenen Jahr nahmen bei rund 500 Stadt- und Erlebnisführungen rund 9200 Menschen teil, „so viele wie noch nie zuvor“. Kunz geht allerdings davon aus, dass die reale Zahl der Stadtführungsteilnehmer doppelt so hoch ist.

Gab es vor zehn Jahren zehn bis zwölf Stadtführer, sind es heute 54. „Wir bieten heute auch zahlreiche Führungen in ganz unterschiedlichen Sprachen an“, so der Tourismusmanager. Egal ob Russisch, Japanisch, Arabisch, Italienisch oder selbst Mandarin – die Stadtführer sind in vielfältigen Sprachen zu Hause. Eine Führung auf Mandarin gehört freilich nicht zum Standardprogramm, wird aber beispielsweise von Firmen, Bloggern oder Pressevertretern aus China gebucht.

Die Gesamtzahl der Führungen hat sich in den letzten Jahren auf einem Niveau von plus/minus 500 eingependelt. „Real geht die Zahl allerdings nach oben, weil viele direkt beim Stadtführer buchen. Für uns ist das okay. Hauptsache Ludwigsburg“, so Kunz.

Die Sache mit der VR-Brille sieht der Tourismusmanager als Ergänzung. Als Möglichkeit, nach einer Führung noch kurz weitere Facetten der Stadt zu zeigen. Die Ludwigsburger sollen zu bestimmten Anlässen im MIK die Möglichkeit bekommen, die Brillen kostenlos zu testen. Firmen können die VR-Brillen gegen eine Gebühr von zehn Euro pro Person ausprobieren.

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