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Spielplatz

Vandalismus statt Spiele

Ausschuss gibt grünes Licht für Rückbau des Bergspielplatzes an der Nevadastraße

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Einsam und verlassen: Der Bergspielplatz in Pattonville. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Ist die Zielgruppe einfach nur erwachsen geworden oder liegt es an der Konkurrenz durch den neu und attraktiv gestalteten Spielplatz an der Vermontstraße? Fakt ist jedenfalls, dass der sogenannte Bergspielplatz am westlichen Ende der Nevadastraße in Pattonville verschwinden wird. Klettergerüst und Fallschutz sollen abgebaut und Rasen eingesät werden. Damit sinkt die Zahl der Spielplätze in Pattonville von elf auf zehn.

Mit einer gewissen Portion Skepsis reagierten die Mitglieder im Ausschuss für Umwelt und Technik der Stadt Kornwestheim auf die Vorlage des Zweckverbandes Pattonville. Ob das Gelände nun zu einem Bauplatz werden soll, wollte Dieter Holzscheiter (Freie Wähler) wissen. Sein Fraktionskollege Markus Kämmle hakte nach, wie man zu der Erkenntnis gelangt sei, dass der Spielplatz von den Kindern nicht mehr angenommen werde. Die Mitteilung, dass die Kletternetze in jüngster Zeit immer wieder vermutlich von Jugendlichen zerschnitten worden seien, wollte Robert Müller (SPD) so nicht im Raum stehen lassen. „Gab es Beschwerden von Anwohnern?“, fragte er und erkundigte sich danach, ob ein Streetworker mit den Jugendlichen, die vermutlich für die Schäden verantwortlich sind, Kontakt aufgenommen habe.

„Der Rückbau bedeutet ja nicht, dass die Jugendlichen sich nicht weiter auf dieser Fläche treffen“, gab Oberbürgermeisterin Ursula Keck zu bedenken. Eine Bebauung sei nur möglich, wenn der Bebauungsplan entsprechend geändert werde, griff sie die Frage von Holzscheiter auf. „Es handelt sich um eine öffentliche Grünfläche“, sagte sie.

Zum Schluss stimmte der Ausschuss in Kornwestheim der Beschlussvorlage zu und gab grünes Licht für die Schließung. „Der Spielwert ist relativ gering“, heißt es in der Vorlage des Zweckverbandes Pattonville. Der sogenannte Bergspielplatz verfügt demnach lediglich über ein Klettergerüst, das wiederum aus vier aufgereihten Pfosten besteht, zwischen denen Kletternetze befestigt sind. Zur Zielgruppe gehören Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren. Doch die haben dem Bergspielplatz offenbar den Rücken gekehrt, wie der Fachbereich für Tiefbau und Grünflächen der Stadt Kornwestheim festgestellt hat.

Bei den Reinigungs- und Kontrollgängen, die zu unterschiedlichen Tageszeiten durchgeführt worden sind, seien in jüngster Zeit keine spielenden Kinder mehr angetroffen worden. Zu groß ist wohl auch die Konkurrenz durch den attraktiv gestalteten Spielplatz an der Vermontstraße, der sich ganz in der Nähe befindet. Stattdessen hat sich der Spielplatz offenbar zum Treffpunkt für Jugendliche entwickelt, die den Kletternetzen nicht viel abgewinnen können: Diese wurden bereits mehrfach zerschnitten, eines von drei Netzen wurde schließlich nicht mehr ersetzt. Glasscherben in dem mit Holzhackschnitzeln gepolsterten Fallbereich sowie weitere Verunreinigungen zeugen davon, dass dieser Spielplatz seinem Namen nicht mehr gerecht wird. Von Vandalismus statt spielender Kinder sprach auch Andreas Diethel von der Verwaltung des Zweckverbandes Pattonville.