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Öffentlicher Nahverkehr

Verbesserungen für stabile Bus-Fahrpläne

Die Geschäftsführerin der Ludwigsburger Verkehrslinien sieht mehrere Schwachpunkte und Ansatzpunkte fürs Handeln

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Ludwigsburg. Die Zukunft des Nahverkehrs ist in Ludwigsburg zu einem dominierenden Thema geworden. Es geht um eine Zukunft mit neuen Angeboten wie den stadtbahnähnlichen BRT-Schnellbussen, dem Umstieg auf rein elektrische Antriebe oder dem Bau einer neuen Stadtbahn.

Für viel Aufmerksamkeit in der Lokalpolitik hat aber auch die Analyse der städtischen Verkehrsplaner zur aktuellen Lage im Nahverkehr gesorgt. Manche der städtischen Buslinien seien an die Grenzen ihrer Kapazität gekommen, war da zu hören. Carry Buchholz, die Geschäftsführende Gesellschafterin der Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL), mahnt: Bei all den Zukunftsüberlegungen dürfen kurzfristig mögliche Verbesserungen bei den bestehenden Buslinien nicht aus den Augen verloren gehen. „Das Ziel muss sein, im heutigen System für eine Stabilisierung der Fahrpläne zu sorgen. Alle neuen Varianten mit Veränderungen sind erst für die Zeit ab 2020 sinnvoll. Denn dazu fehlt heute einfach die Kapazität.“

Ganz wichtig ist für Buchholz eine funktionierende Busbevorrechtigung an den Ampeln. Das bestehende System zeige Schwächen. „Wir wünschen uns natürlich auch Busspuren, aber das könnte mit Einführung des BRT-Systems kommen.“

Die Initiative aus dem Gemeinderat, schon bald ein vergünstigtes Einzelticket für die Fahrt im Bus anzubieten, begrüßt die LVL-Geschäftsführerin. „Jede Förderung des ÖPNV ist positiv.“ Aber wenn das vergünstigte Ticket zu mehr Barzahlern im Bus führe, sei das kritisch zu bewerten. Sie sieht aber andere Möglichkeiten für die Bezahlung, das reicht von Automaten über die LVL-Vorverkaufsstelle in der Karlstraße zum Beispiel mit einem vergünstigten Vierer-Ticket bis hin zum Handyticket mit der VVS-App oder der regionalen Mobilitätskarte PolyGo.

Was auf den Ludwigsburger Buslinien sollte die Stadt schnell angehen? Das sind die wichtigsten Punkte für die LVL:

Linie 422 Schlösslesfeld-Pflugfelden: Die Linie fährt in der Weststadt über die Hagenmeyer-Straße zum Bahnhof. Das sei ein unnötiger Umweg, man könnte die Haltestelle Ruhrstraße an die Schwieberdinger Straße verlegen, so Carry Buchholz. Man hätte das gleiche Einzugsgebiet, könnte sich aber den Schlenker ersparen. Und die Solitudeallee werde auch durch die Linie Kornwestheim angebunden.

Haltestelle Arena am Westportal: Dieser mit der Einweihung der MHP neu eingerichtete Haltepunkt hat nach den Worten der LVL-Geschäftsführerin die Linie 425 zwischen Oßweil und Eglosheim extrem verschlechtert, weil der Halt einen großen Zeitverlust gebracht habe. Besser wäre es, zurück auf die alte Linienführung, zu gehen, also nicht mehr sowohl das Westportal als auch den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) anzufahren, sondern nur noch den ZOB. Zudem funktioniere die Bevorrechtigung für Busse an den Ampeln nicht richtig, das hatte man damals aber mit der neuen Haltestelle an der Arena zugesagt.

Neckarweihingen Hauptstraße: „Der Umbau der Hauptstraße ist das Gegenteil von BRT, von Bus Rapid Transit, durch den Rückbau verlieren wir viel Zeit, weil die Straße so eng ist, weil Tempo 20 gilt, weil man durch die Anordnung der Parkplätze immer wieder versetzt von Gegenverkehr gebremst wird.“ Carry Buchholz ist mit der Entwicklung in Neckarweihingen gar nicht zufrieden. Die Zusage der Stadt, der Ausbau des Südknotens von Neckarweihingen werde kommen, hat sich zudem nicht erfüllt. „Der Rückbau der Verengung wäre eigentlich ideal. Man müsste sich zumindest die Aufteilung der Parkplätze nochmal anschauen, damit die Busse weniger oft aufgehalten werden.“

Marbacher Straße: „Die Verkehrsplaner der Stadt versprechen, dass es mit dem Umbau für die Radwege keine Verzögerung für die Busse geben wird. Das schauen wir uns mit kritischem Blick an“, sagt die LVL-Geschäftsführerin. Wichtig sei, dass die Stadt die Ampeln an der Kreuzung mit der Bottwartalstraße (Hoheneck) so umbaue, dass die Busbevorrechtigung gut funktioniert. „Unsere Busse haben die Technik, die Ampeln noch nicht. Aus Richtung Hoheneck funktionieren die Busspur und eine grüne Ampel noch nicht.“