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Innenstadt

Verkehrschaos in der Vorweihnachtszeit

Der Weihnachtsmarkt ist ein Besuchermagnet, der Wochenmarkt sowieso und die Geschäfte locken jetzt zum Weihnachtsshopping in die Innenstadt. Da wird es eng auf den Straßen. Besinnliche Adventszeit? Jedenfalls nicht in der Warteschlange zum Parkhaus.

Der Weihnachtsmarkt zieht viele Besucher an. Das macht sich auch auf den Straßen bemerkbar – vor allem ab nachmittags und in den frühen Abendstunden – wie etwa auf der B 27.Fotos: Holm Wolschendorf
Der Weihnachtsmarkt zieht viele Besucher an. Das macht sich auch auf den Straßen bemerkbar – vor allem ab nachmittags und in den frühen Abendstunden – wie etwa auf der B 27. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Weihnachtsengel, Winterpunsch, Würstchen essen – verlockend, wenn nur nicht der Weg dorthin so beschwerlich wäre. Schon auf dem Weg in die Ludwigsburger Innenstadt sind die Straßen voll, vor den Ampeln bilden sich lange Schlangen. Ist die Innenstadt erreicht, stellt sich eine wichtige Frage: Wo bitte jetzt das Auto abstellen?

„Besetzt“ leuchtet es den Autofahrern in der Mathildenstraße entgegen. Die dortige Rathaustiefgarage mit ihren 458 Stellplätzen ist der Topfavorit bei den Innenstadtbesuchern, bestätigt Jens Ronneberger (Abteilungsleiter SWLB-Parkierungsanlagen). Die Stoßzeiten seien üblicherweise an den Markttagen Dienstag, Donnerstag und Samstag die Vormittage. Während des Weihnachtsmarktes seien die Parkhäuser durchgängig stark ausgelastet. Das zeigt sich auch am gestrigen Freitag. Schon vormittags sind auch das Parkhaus Asperger Straße und das Parkdeck Wilhelmgalerie voll belegt. Auch vor dem benachbarten Oberpaur-Parkhaus bildet sich eine Schlange. Warten und dann Suchen – das ist die Devise an diesem Vormittag. „2 Plätze frei“ – wenn diese Anzeige erleuchtet, beginnt die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Manchmal endet die Suche in der Erkenntnis, dass die einzige freie Parklücke für das eigene Auto leider viel zu schmal ist.

Wer nicht in der Schlange stehen will, kann versuchen, über die Echtzeit-Belegungszahlen einen Parkplatz zu finden, empfiehlt Astrid Schulte, Sprecherin der Stadtwerke. Ein entsprechender Service, der über die Internetseite der Stadtwerke abgerufen werden kann.

Dort kann man auch verfolgen, dass sich am Freitagmittag die Situation etwas entspannt. Doch je dunkler es wird, desto voller werden die Parkhäuser wieder. Über dem Arsenalparkplatz hängt Abgasgeruch. Zum hellen Leuchten der weihnachtlichen Lichter gesellt sich das kräftige Rot der vielen Rücklichter, die dicht hintereinander gereiht auf dem Arsenalplatz leuchten. Wer erst einmal auf dem Platz ist, kommt so schnell nicht mehr runter.

Parkhaus-Experte Jens Ronneberger kennt das Parkdilemma in der Vorweihnachtszeit: „Mein Geheimtipp: das Parkhaus Solitude. Die Gehzeit zur Innenstadt beträgt hier lediglich sieben Minuten.“ Beliebt auch bei Ludwigsburg-Besuchern ist nach wie vor die Bärenwiese – auch, wenn das Parken dort inzwischen auch gebührenpflichtig ist. Dort versuchte am Nikolaustag LKZ-Leser Bernhard Eiselt aus Kornwestheim sein Glück, nachdem er in der Innenstadt in kein Parkhaus mehr reingekommen war. „Wir fuhren deshalb die Bärenwiese an, die zwar keine freien Parkplätze anzeigte, aber die Parkfläche war nur mit einigen Autos belegt. Wir dachten deshalb an eine falsche Anzeige der Belegung.“ Tatsächlich waren die Parkplätze wegen einer Firmenveranstaltung nicht nutzbar. Für Bernhard Eiselt unverständlich: „Wie kann es sein, dass den ganzen Tag Parkraum reserviert wird, obwohl vermutlich dieser nur für eine Abendveranstaltung benötigt wird. Wer hat diesen Unsinn zu verantworten, zumal an einem Tag, an dem Weihnachtsmarkt und Wochenmarkt stattfinden?“

Baustellen verschärfen die Situation zusätzlich. So wie am Anfang der Woche die Baustelle in der Friedrichstraße auf Höhe der Hohenzollernstraße, wo die Stadtwerke Glasfaserkabel gelegt haben. LKZ-Leserin Rita Gabele aus der Weststadt stand im Rückstau, der auf der Schwieberdinger Straße bis nach Möglingen gereicht hat. Auch in der Gänsfußallee ist wegen Bauarbeiten eine Fahrbahn gesperrt, der Verkehr verlagert sich in die Hoferstraße – ebenfalls mit langen Rückstaus zur Feierabendzeit, berichtet Rita Gabele. Sie wundert sich darüber, dass solche Baustellen in die Vorweihnachtszeit gelegt werden. „Ludwigsburg hat ein massives Verkehrs- und Mobilitätsproblem“, so Gabele.

Die starke Verkehrsbelastung kennt vor allem die Polizei: „Die Zu- und Abfahrten zur Innenstadt sind vor allem in den Abendstunden stark belastet“, so Sprecher Peter Widenhorn. „Es gibt reichlich Parksuchverkehr.“ Könnte ein anderes Parkleitsystem die Situation entschärfen? „Das Parkleitsystem ist in Ordnung“, so Widenhorn. Zu massivem Falschparken mit erforderlichem Abschleppen sei es bisher nicht gekommen, aber „das kann noch kommen“, so Widenhorn. Tatsächlich registriert die Stadt mehr Falschparker in der Vorweihnachtszeit. „In der Zeit des Weihnachtsmarktes finden in diesem Bereich auch verstärkte Kontrollen statt. Diese führen dann automatisch zu mehr Ahndungen von Falschparkern“, sagt dazu Heinz Mayer, der bei der Stadt für Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Der Tipp der Stadtverwaltung für die Vorweihnachtszeit: „Öffentliche Verkehrsmittel.“ Dann dürfen die in der Stadt gekauften Weihnachtsgeschenke allerdings nicht allzu groß und schwer ausfallen.

Internet: www.swlb.de/parken-ludwigsburg

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