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Freiwilligendienst

Viel Geschichte zum Anfassen

Sara Lombardi und Daniel Wizemann arbeiten ein Jahr lang im Ludwigsburger Staatsarchiv als Freiwillige

Sara Lombardi und Daniel Wizemann mögen es, in Dokumente und alte Akten einzutauchen.Foto: Holm Wolschendorf
Sara Lombardi und Daniel Wizemann mögen es, in Dokumente und alte Akten einzutauchen. Foto: Holm Wolschendorf

Diese beiden jungen Menschen fühlen sich zwischen alten Büchern und historischen Dokumenten total wohl: Sara Lombardi macht im Staatsarchiv Ludwigsburg ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Daniel Wizemann leistet dort den Bundesfreiwilligendienst. An die Stelle gekommen sind beide auf ganz unterschiedlichen Wegen.

Für Daniel Wizemann ist schon lange klar, dass er später mal etwas mit Geschichte machen möchte. Bereits das berufsorientierende Bogy-Praktikum in der zehnten Klasse hat er im Staatsarchiv absolviert. „Mich hat damals total beeindruckt, dass ich etwas in den Händen halten kann, was vor vielen, vielen Jahren ein Kaiser unterzeichnet hat“, erzählt der 19-Jährige aus Hoheneck. Deshalb war er sehr froh, als er die Stelle für seinen Bundesfreiwilligendienst angeboten bekommen hat. Und seine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Er genießt es noch immer, zwischen den alten Dokumenten zu arbeiten und dadurch täglich mit der Geschichte zu tun zu haben.

Sara Lombardi auf der anderen Seite wusste nach der Schule überhaupt nicht, was sie machen sollte. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit dem Schwerpunkt Kultur hat sie sofort interessiert. „Geschichte war in der Schule immer mein Lieblingsfach“, erzählt Sara Lombardi. An der Stelle beim Staatsarchiv hat sie gereizt, dass sie einen Einblick in das pädagogische Programm bekommt. Sara Lombardi macht die Termine für Führungen aus, zeigt Kindern das Staatsarchiv und überlegt sich, was gebastelt werden kann.

Neben Sara Lombardi und Daniel Wizemann arbeiten seit September zwei weitere Freiwillige für ein Jahr beim Staatsarchiv. Die vier teilen sich die Aufgaben auf. Der Kopf sei zwar Sara Lombardi als die FSJlerin – die anderen machen den Bundesfreiwilligendienst. „Aber wir sprechen alles untereinander ab“, sagt die 19-Jährige. Langweilig wird es den beiden zwischen all den Akten nicht. „Es sind ja nicht nur alte Fälle, sondern auch spannende Kriminalfälle aus der heutigen Zeit“, erklärt Sara Lombardi. An ihrem ersten Tag habe man ihnen gesagt, dass sie überall hingehen und sich alles anschauen dürfen. So würden sie jeden Tag etwas Neues lernen. Daniel Wizemann findet die Akten der Rote Armee Fraktion (RAF) sehr spannend, die größtenteils in Ludwigsburg gelagert werden.

Verzeichnen, im Lesesaal Menschen bedienen, die Akten einsehen wollen, und Urkunden aus dem Mittelalter einscannen – das sind die Hauptaufgaben von Daniel Wizemann und er macht es gerne. Sara Lombardi hat ihre Richtung in der Pädagogik gefunden, sie organisiert vor allem Führungen für Schulklassen. Teil ihres FSJs ist auch ein eigenes Projekt. Sara Lombardi bereitet das Thema „Kindheit im Wandel der Zeit“ für Schulklassen auf. Später soll das Modul auch als Führung angeboten werden. „Dadurch habe ich gemerkt, dass ich nach meinem FSJ Lehramt studieren möchte“, erzählt die Freibergerin.

Daniel Wizemann möchte Geschichte studieren. „Das hat sich schon lange abgezeichnet“, sagt der 19-Jährige. Während seines Freiwilligendienstes habe er schon jetzt einige Kompetenzen gelernt, die ihm das Studium nicht hätte naher bringen können. „Lehrer möchte ich eher nicht werden“, sagt er. Stattdessen könnte er sich die Arbeit im Archiv sehr gut vorstellen. Auch ein Job in einem Museum oder einer Universität würde ihn interessieren. „Mir gefällt es einfach, in alte Akten einzutauchen.“

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