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Corona

Viele Fragen zum Thema Impfen

Astrazeneca oder Biontech? Wie viele Impfberechtigte kommen ab Montag dazu? Antworten auf die Fragen unserer Leser

66,9 Prozent beträgt laut Robert-Koch-Institut (RKI) die Quote der zweifach gegen Covid-19 geimpften Menschen in Deutschland. Bisher haben laut RKI 2,36 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung, auch Booster genannt, erhalten. Foto: Ramona Theiss
66,9 Prozent beträgt laut Robert-Koch-Institut (RKI) die Quote der zweifach gegen Covid-19 geimpften Menschen in Deutschland. Bisher haben laut RKI 2,36 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung, auch Booster genannt, erhalten. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Auch wenn die Impfungen gegen das Coronavirus mittlerweile bereits eine Weile laufen: Das Thema beschäftigt weiterhin unsere Leser, fast jeden Tag bekommen wir Anrufe und Nachrichten mit Fragen. Wir haben sie gesammelt und beim Landratsamt und beim Sozialministerium nachgefragt.

Ich bin über 60 Jahre alt und habe bereits einen Termin mit dem Impfstoff von Biontech in den nächsten Tagen. Bekomme ich jetzt stattdessen Astrazeneca?

Wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilt, bleiben gebuchte Biontech-Termine ungeachtet des Alters erhalten. Lediglich wenn eine Person unter 60 einen Astrazeneca-Termin gebucht hat, kann eine Umbuchung auf Biontech im Kreisimpfzentrum (KIZ) Ludwigsburg vorgenommen werden. Der Zweittermin wird dann neu vergeben. Für Impfberechtigte unter 60, die einen neuen Termin vereinbaren, werden nur Biontech-Termine angeboten. Sie müssen bei Online-Buchung aber einen neuen Vermittlungscode anfordern, da das System umgestellt wurde.

Ich bin unter 60, habe bereits eine erste Dosis Astrazeneca bekommen und möchte die Zweitimpfung mit dem gleichen Impfstoff. Geht das?

Wer sich als unter 60-Jähriger, der bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten hat, „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse“ für eine Zweitimpfung mit Astrazeneca entscheidet, kann dies laut Sozialministerium tun. Alle anderen Betroffenen können nach der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission die Zweitimpfung nach neun oder zwölf Wochen mit einem mRNA-Impfstoff, zum Beispiel dem von Biontech, erhalten. Die bereits gebuchten Astrazeneca-Zweittermine bleiben in Baden-Württemberg gültig.

Ab Montag sind auch Menschen ab 60 impfberechtigt. Wie viele sind das denn im Landkreis Ludwigsburg?

In Südwesten können sich ab Montag auch Menschen ab 60 impfen lassen. Damit kommt eine große Gruppe Impfberechtigter dazu – schließlich kann sich nun zumindest ein Teil der geburtenstarken Jahrgänge impfen lassen. Im Kreis Ludwigsburg sind laut Statistischem Landesamt fast 62000Menschen zwischen 60 und 69 Jahre alt. Zum Vergleich: Etwa 46500Landkreisbürger sind zwischen 70 und 79 Jahre alt, älter als 80 sind rund 34500Menschen. Allerdings ist ein Teil der Menschen ab 60 bereits geimpft. Etwa, wenn sie wegen einer Vorerkrankung oder ihres Berufs schon impfberechtigt waren.

Gesundheitsminister Manne Lucha spricht von mehr als 70Prozent der über 80-Jährigen, die bereits geimpft sind. Ist das nicht ein schlechter Wert?

Gesundheitsminister Manne Luche ist stolz, dass „bereits deutlich über 70 Prozent“ der Menschen über 80 mindestens eine Erstimpfung bekommen habe. Kann man auf diesen Wert stolz sein oder sollten es nicht eigentlich mehr sein? „Alles in allem sind 70 Prozent bislang eine gute Quote“, so ein Sprecher des Sozialministeriums auf Nachfrage. Dass rund 30Prozent noch keine Impfung haben, müsse ja nicht heißen, dass sie keinen Termin bekommen haben – obwohl zumindest ein Teil der Impfberechtigten ab 80 noch keinen Erfolg dabei hatten, wie uns Leser immer wieder berichten. Es gebe auch andere Gründe, so der Ministeriumssprecher. Manche wollen nicht, andere können aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden. Zudem gebe es auch Menschen in dieser Altersgruppe, die lieber abwarten, bis sie einen Impftermin beim Hausarzt bekommen. „Wir hoffen dennoch, dass es noch mehr werden“, so der Sprecher.

Warum ist die Terminvergabe in Baden-Württemberg eigentlich so kompliziert? In anderen Bundesländern ist es einfacher ...

Eine Leserin schreibt uns. Sie ärgert sich über „nächtliche Online-Versuche und das Warten in der Telefonschleife“ bei der Impfterminvergabe in Baden-Württemberg. In Bayern sei das viel einfacher. Baden-Württemberg nutzt – wie zum Beispiel auch Hessen und Nordrhein-Westfalen – das System der kv.digital. Ein Sprecher des Sozialministeriums erläutert: „Wir haben damals auf diese Lösung gesetzt, weil das System auf große Zugriffszahlen ausgelegt ist und seiner ursprünglichen Bestimmung gerecht wird, viele Termine in kurzer Zeit zu vergeben.“ Hier liege aber das Problem: Das System sei auf die massenweise Vergabe von Terminen ausgelegt. Als man sich in Baden-Württemberg dazu entschieden habe, sei man davon ausgegangen, dass viel schneller viel mehr Impfstoff geliefert wird. Es wäre allerdings zu teuer und zeitintensiv, jetzt noch auf ein anderes System umzuschwenken, so der Ministeriumssprecher. „Auch eine Warteliste wie in Bayern, mit der entsprechenden Zuweisung eines Termins, löst den Mangel an Impfstoff nicht auf“, heißt es aus dem Sozialministerium Baden-Württemberg.

Als Mitte März die Impfungen mit Astrazeneca komplett gestoppt wurden, wurden alle, die einen Termin an diesem Tag hatten, heimgeschickt. Haben die inzwischen einen Termin bekommen?

Nachdem der komplette Impfstopp mit Astrazeneca im März wieder aufgehoben wurde, teilte das Landratsamt mit, dass die abgesagten Termine so schnell wie möglich nachgeholt werden. Bei uns meldete sich ein Leser, der am Nachmittag des 15.März nach Hause geschickt wurde, weil Astrazeneca nicht mehr geimpft wurde. Ein paar Tage später habe er einen Anruf vom KIZ mit einem Terminvorschlag bekommen. Diesen konnte er aber nicht annehmen. Man versprach ihm, dass man sich mit einem anderen Termin wieder bei ihm meldet. Doch das ist bis heute nicht passiert. Darauf angesprochen, sagt ein Sprecher des Landratsamtes nur: „Trotz mehrmaliger Anrufe kann es sein, dass wir vereinzelt Personen nicht erreichen konnten. Allen anderen Personen konnten wir ein neues Impfangebot machen.“

Ich muss meinen Termin im Kreisimpfzentrum absagen. Wie mach ich das am besten?

Wie vergangene Woche berichtet, kommt ein Teil derjenigen, die einen Impftermin ausgemacht haben, nicht ins KIZ. Ein Sprecher des Landratsamtes forderte deshalb kürzlich dazu auf, in solch einem Fall den Termin abzusagen. Wie funktioniert die Absage, fragte uns ein Leser. Es gibt zwei Möglichkeiten, so das Landratsamt: Entweder telefonisch über die landesweite Hotline 116117, oder online unter www.impfterminservice.de. Dort kann der Termin laut Landratsamt mittels Vermittlungscode über die Funktion „Buchung verwalten“ abgesagt werden.

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