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Kürbisausstellung

Vielfalt an Farbe, Form und Geschmack

Passend zum aufkommenden Spätsommer und dem fast schon herbstlichen Wetter ist es wieder so weit: Für neun Wochen steht das Blühende Barock ganz im Zeichen des Kürbisses. Willkommen zur 19. Ludwigsburger Kürbisausstellung. Das Thema in diesem Jahr: der Wald.

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Die Köpfe hinter der Ludwigsburger Kürbisausstellung: Steffen Hinner (von links), Jens Eisenmann, Alisa Käfer, Volker Kugel und Beat Jucker. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Zur gestrigen Eröffnung der Kürbisausstellung im Blühenden Barock begrüßt ein sichtlich gut gelaunter Volker Kugel. „Herzlich willkommen zur 19. weltgrößten Kürbisausstellung“, sagt der Blüba-Direktor und Gartenexperte. Das Thema laut Kugel: „Ich glaube, ich stehe im Wald, oder so.“ Zu Beginn der ersten Kürbisausstellung habe man sie belächelt, manche hätten sie ausgelacht: „Wie kann man mit so einem Gemüse eine Ausstellung machen?“, habe es geheißen. Nach 18 erfolgreichen Ausstellungen sieht das inzwischen anders aus. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr zwischen 265 000 und 270 000 Besucher, um sich das Spektakel um die Kürbisgewächse im Blühenden Barock anzuschauen.

Auch für 2018 Spitzentage mit bis zu 10 000 Besuchern erwartet

Auch für dieses Jahr zeigt sich Kugel zuversichtlich. Ob es wieder einen scheinbar nicht enden wollenden golden Herbst wie 2017 gibt? „Wir nehmen das Wetter als gutes Omen“, sagt er bei leichtem Nieselregen. Und dennoch, am ersten Tag der Kürbisausstellung tummeln sich bereits etliche Besucher zwischen den Skulpturen und Ständen. „Wir werden wieder Spitzentage mit bis zu 10 000 Besuchern pro Tag haben“, ist sich Kugel sicher.

Dass eine Ausstellung rund um den Kürbis funktionieren kann, hatte Jens Eisenmann Ende der 1990er auf dem Juckerhof im schweizerischen Seegräben gesehen. „Wir müssen das machen“, habe der Kürbisproduzent aus Marbach-Rielingshausen gesagt, erinnert sich Kugel. Von Eisenmann kommt der Großteil der Kürbisse für die Ausstellung. Er freut sich über ein gutes Kürbisjahr. „Es war ein sehr frühes Jahr für Kürbisse“, sagt er. Wie alles andere auch, seien auch bei ihm die Pflanzen zwei bis drei Wochen früher reif. „So können schon zu Beginn fast alle Sorten angeboten werden.“ Auf einem halben Hektar großen Feld baut er drei bis vier Pflanzen pro Sorte an. „Zum Testen“, wie er sagt. Was dabei herauskommt, ist ganz unterschiedlich. „Kürbisse können sich untereinander wunderbar kreuzen“, fügt Volker Kugel hinzu. Das könne auch zwischen einem eine halbe Tonne schweren Exemplar und einem kleinen Hokkaido-Kürbis passieren. „Deshalb gibt es immer wieder neue, verrückte Sachen“, ist Kugel begeistert.

Der „Kürbis des Jahres“, den Jens Eisenmann für dieses Jahr dabei hat, ist eher klein. Honeynut heißt die Sorte. Normalerweise ist sie mit 110 Wachstumstagen recht spät reif. In einem normalen Jahr wäre das erst Mitte September. Doch von normalen Jahren könne man kaum noch reden. „Es ändert sich halt das Klima“, sagt der Obst- und Gemüsebauer.

Ausstellung bietet ausgefallenes kulinarisches Angebot

Dass der Kürbis in die deutsche Küche zurückgekehrt ist, sei aus der Schweiz herübergekommen, und damit durch Leute wie Beat Jucker, dem Besitzer des Juckerhofs, und nicht, wie oft angenommen, den USA und Halloween, sagt Kugel. „Unsere Kürbisausstellung lebt nicht von Halloween, sondern vom Kürbis“, betont er. Und den gibt es in ausgefallenen Varianten zum Probieren. Jucker hat seit 2002 die Gastronomie rund um den Kürbis in der Hand. Neben Kürbisbrot und Kürbisflammkuchen und Spaghetti Kürbinese gibt es in diesem Jahr etwas Neues: Kürbistortilla, mit Kürbis statt den Kartoffeln. Da diese sich aber noch im Versuchsstadium befinden, werde es sie nicht an allen Tagen geben. Dafür haben es aber die frittierten Kürbisbälle fest auf die Speisekarte geschafft. „Wir versuchen, wo immer möglich, vegetarische oder vegane Gerichte anzubieten“, sagt Steffen Hinner, der die Organisation der Ausstellung leitet.

Für den Mann hinter der Idee der Kürbisausstellung sind die neun Wochen im Blüba etwas ganz besonderes. Beat Jucker organisiert rund ein Duzend verschiedene Kürbisausstellungen. „An die Qualität und Ausstrahlung der Kürbisausstellung im Blühenden Barock kommt keine andere Ausstellung heran“, sagt er und dankt Volker Kugel, dass er damals den mutigen Schritt gegangen sei, das Event nach Ludwigsburg zu holen.

Info: Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock ist bis zum 4. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es unter www.kuerbisausstellung-ludwigsburg.de.