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Arbeitsmarkt
Vollbeschäftigung in Land und Kreis

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Die Arbeitslosigkeit im Kreis Ludwigsburg wie auch in Baden-Württemberg ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die gute Wirtschaftslage sorgt weiterhin für eine große Nachfrage am Arbeitsmarkt, von Vollbeschäftigung ist die Rede.

Ludwigsburg/Stuttgart/Berlin. Die Arbeitslosenquote hat im Juni mit 2,9 Prozent im Kreis Ludwigsburg (9035 Erwerbslose) einen historischen Tiefstand erreicht und fällt geringer aus als im Oktober 1992, als sie bei 3,0 Prozent lag. Der Arbeitsmarkt im Kreis zeigt sich weiter von seiner besten Seite, die Nachfrage nach Arbeitskräften ist laut der Agentur für Arbeit in Ludwigsburg auf hohem Niveau. Somit sank „die Arbeitslosigkeit zum fünften Mal in Folge“, so Geschäftsführerin Carolin O’Sullivan.

Auch im Südwesten, wo im Juni 187 557 Menschen ohne Arbeit waren, ging die Quote um 0,1 Punkte auf 3,0 Prozent zurück. Seit die Agentur 1993 begann, vergleichbare Daten zu erheben, lag diese Quote nie so niedrig. Bei diesem Wert spreche man von Vollbeschäftigung, teilte die Regionaldirektion der Agentur in Stuttgart mit. In den 60er und 70er Jahren sei der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg in einem ähnlichen Zustand gewesen, die Zahlen ließen sich aber nicht vergleichen, sagte eine Sprecherin. Bundesweit betrug die Quote 5,0 Prozent (minus 0,1) bei 2,276 Millionen Arbeitslosen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt komme allen zugute, sagte Christian Rauch, Chef Regionaldirektion Baden-Württemberg. So sei etwa die Langzeitarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zurückgegangen. „Wir arbeiten intensiv daran, dass auch diese Personengruppe weiterhin von der guten Wirtschaftslage profitiert“, sagt Rauch. Im Kreis Ludwigsburg nahm die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 14,6 Prozent ab.

Die gute Arbeitsmarktlage macht es Firmen immer schwerer, ihre Stellen zu besetzen: Der Arbeitsagentur wurden für den Südwesten 11,1 Prozent mehr Jobs als vor einem Jahr gemeldet; im Kreis Ludwigsburg hat die Agentur 15 Prozent mehr freie Stellen als im Vorjahresmonat registriert.

Unterdessen zeigt sich, dass nur wenige Langzeitarbeitslose von einer Weiterqualifikation profitieren. So verfügten 2017 bundesweit durchschnittlich 939 000 arbeitslose Hartz-IV-Empfänger über keine abgeschlossene Ausbildung. Aber nur 12 631 Betroffene traten eine Qualifizierungsmaßnahme an, wie eine Übersicht der Arbeitsagentur zeigt, die unserer Redaktion vorliegt. Weniger eklatant ist das Missverhältnis beim beitragsfinanzierten Arbeitslosengeld I. Hier gab es 2017 im Schnitt 113 000 Erwerbslose ohne Berufsabschluss, aber 19 250 traten eine berufsabschlussorientierte Weiterbildung an. (hdw/vet/lsw)