Logo

Jugendklimakonferenz

Von Solarstrom bis Gemüseanbau

Bei der ersten Jugendklimakonferenz am Samstag haben sich die Teilnehmer damit beschäftigt, welche Projekte sie in Ludwigsburg anstoßen wollen. Ob Mobilität oder Klimaneutralität: In Workshops konnten die Jugendlichen mit Experten diskutieren und Ideen entwickeln.

Viele Themen, aber wenig Teilnehmer bei der ersten Konferenz. Fotos: Holm Wolschendorf
Viele Themen, aber wenig Teilnehmer bei der ersten Konferenz. Foto: Holm Wolschendorf
Viele Themen, aber wenig Teilnehmer bei der ersten Konferenz. Fotos: Holm Wolschendorf
Viele Themen, aber wenig Teilnehmer bei der ersten Konferenz. Foto: Holm Wolschendorf

Elterntaxis waren an diesem Tag tabu, die meisten Jugendlichen waren zur Stadtbadmensa geradelt. Im Vergleich zu der Teilnehmerzahl bei den Friday-For-Future-Demonstrationen war die Beteiligung an der Klimaschutzkonferenz unter dem Motto „Yes we change“ eher gering: 30 Jugendliche hatten sich angemeldet, hinzu kamen die 15 Mitglieder des Planungsteams sowie Referenten und Moderatoren. „Es ist schade, dass nicht mehr gekommen sind“, sagte Hannah Seyfang vom Planungsteam der Stadt. Aber es sei auch wirklich harte Arbeit, sich den ganzen Tag mit diesem Thema zu beschäftigen, räumte sie ein. Schließlich sollten gegen 17 Uhr Ergebnisse vorliegen und an Bürgermeisterin Gabriele Nießen übergeben werden. Das ist auch gelungen.

Die Idee, eine Jugendklimakonferenz einzuberufen, stammt noch vom früheren Oberbürgermeister Werner Spec. Er hatte damit auf die Kundgebungen zum Klimaschutz reagiert. Die Konferenz war von der Stadt in Kooperation mit Jugendverbänden veranstaltet worden. Nicht gelungen war es, die Bewegung Friday-For-Future einzubinden.

„Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit ihren Ideen einzubringen“, beschrieb die 17-jährige Jessica Gmeiner, Mitglied des Planungsteams, das Ziel der Konferenz. „Diese Initiative soll nicht mit der heutigen Klimaschutzkonferenz enden, sondern erst richtig los gehen“, betonte Philipp Domke (19), der sich ehrenamtlich beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend engagiert. Hannah Seyfang wies auf die Bedeutung hin, die Ideen der Jugendlichen mit bestehenden Initiativen in der Stadt zu verzahnen. „Die Jugendklimakonferenz soll dazu beitragen, das Thema Klimaschutz weiter in der Stadtgesellschaft zu verankern.“

Dass auch OB Matthias Knecht hinter diesem Engagement der Jugendlichen steht, machte er in seinem Grußwort deutlich. Die Teilnehmer im Alter ab zwölf Jahren erhielten zunächst Informationen zum Klimawandel und der Klimaschutzpolitik in Land, Bund und auf kommunaler Ebene. Nach der Mittagspause hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich für einen Workshop zu entscheiden und mit Experten die Themen zu vertiefen. Mobilität war am Samstag das Thema, das die meisten Jugendlichen interessierte. In dem Workshop arbeiteten zum Beispiel Sascha Behnsen vom Fachbereich Nachhaltige Mobilität und Mitglieder der Radwegeinitiative Ludwigsburg mit.

Ob sie Zukunftsangst haben, wenn sie im Fernsehen die erschreckenden Nachrichten über die Folgen des Klimawandels sehen? „Ich habe Angst und Respekt vor dem, was geschieht“, so Jessica Gmeiner, die seit April kein Fleisch mehr isst und vor zwei Jahren aufs Fahrrad umgestiegen ist. „Ich will nicht von Angst gelähmt werden“, so Philipp Domke, der sich nicht die Hoffnung nehmen lassen will, dass doch noch alles gut wird. „Jugendliche können bewusst darüber entscheiden, ob sie sich mit dem Auto zur Schule bringen lassen“, sieht er die junge Generation durchaus in der Verantwortung.

Zu den jüngsten Teilnehmern der Konferenz gehörten an diesem Tag Benjamin, Jawad und Noel, alle zwölf Jahre alt, und der ein Jahr ältere Louis. Zur Schule fahren die Jungen mit dem Fahrrad oder dem Bus. „Es geht um unserer Zukunft“, so Louis. Kritisch sieht der 13-Jährige allerdings die Umweltaktivistin Grete Thunberg. Er findet es nicht in Ordnung, dass das Mädchen schon so lange die Schule schwänzt. „Es hilft nichts, wenn nur eine kleine Gruppe mitmacht“, hofft Benjamin, dass noch viel mehr Menschen etwas für den Klimaschutz tun. Die Jungen wünschen sich in Ludwigsburg eine „Straßenbahn wie in Stuttgart“. Jawad ist Klassensprecher und könnte sich vorstellen, eine Aktion zum Müllsammeln zu organisieren.

Autor: