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Gemeinderat

Vorfreude auf ein Fest des Sports

Stadträte blicken erwartungsvoll auf das Landesturnfest im Mai – Nachhaltigkeit soll bei der Veranstaltung große Rolle spielen

Mädchen stehen beim Landesturnfest in Freiburg beim 75-Meter-Rennen zum Start bereit.Archivfoto: dpa
Mädchen stehen beim Landesturnfest in Freiburg beim 75-Meter-Rennen zum Start bereit. Foto: dpa

Dass das Landesturnfest, das in diesem Jahr vom 21. bis 24. Mai in Ludwigsburg stattfinden wird, ein riesengroßes Ereignis wird – darin sind sich Gemeinderäte und Stadtverwaltung einig. Doch große Ereignisse brauchen auch ein großes Budget. Auf Ludwigsburg kommt einiges an Kosten zu (siehe Box unten). Einstimmig hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen, dass die Stadt als Ausrichter des 71. Landesturnfestes den Schwäbischen Turnerbund (STB) als Organisator mit 300.000 Euro unterstützt.

Onlineplattform zu Nachhaltigkeit in Sportvereinen


Der reduzierte Rahmen sei angebracht, so FDP-Stadtrat Johann Heer. Vor vier Jahren war noch von 700.000 Euro die Rede. Diese Summe hatte der STB als städtischen Anteil veranschlagt. Sowohl der Stadtverband für Sport als auch der Sozialausschuss verweigerten sich damals. „Ich bin froh, dass das Fest stattfindet“, so Reinhardt Weiss (Freie Wähler). „Immerhin haben wir das schon seit Jahren zugesagt.“ Ende 2017 stimmte der Sozialausschuss für eine Bewerbung zur Ausrichtung. „Es ist gerechtfertigt, auch etwas für den Sport zu tun“, so Hubertus von Stackelberg (SPD). Die kulturelle Seite sei schon durch den Weihnachtsmarkt und die Venezianische Messe gut abgedeckt.

Für alle Bereiche werden noch Helfer gesucht


Auch dass 15.000 Euro mehr benötigt werden als zuerst berechnet, stört die Stadträte nicht. „Das sollte es uns wert sein“, so Armin Klotz (CDU). Er sehe die Investition als Werbung für die Sportstadt Ludwigsburg. Oberbürgermeister Matthias Knecht dankte Raphael Dahler, dem Fachbereichsleiter Sport und Gesundheit, und seinem Team, dass der Rahmen gehalten wurde und die Sportvereine nicht belastet werden mussten.

Die Stadtverwaltung als Ausrichter des Landesturnfestes, hatte auch bei der Organisation etwas mitzureden. „Wir haben versucht, die Ludwigsburger Note reinzubringen“, so Dahler. Die Ludwigsburger Note, das bedeute Nachhaltigkeit. So sind die T-Shirts, die die Helfer tragen, fair gehandelt, die Teilnehmer können ihre mitgebrachten Trinkflaschen kostenlos mit Wasser auffüllen. Außerdem finden zur selben Zeit wie das Landesturnfest die diesjährigen Nachhaltigkeitstage statt. Aus diesem Grund soll es eine Onlineplattform zum Thema „Nachhaltigkeit und Sportverein“ geben, auf der alle Teilnehmer des Landesturnfestes ihre Gedanken und Meinungen festhalten können. „Wir wollen die Ideen der mehr als 10.000 Köpfe nutzen“, sagte Dahler.

Bereits Tradition ist es bei der Großveranstaltung, dass alle Teilnehmer ihr eigenes Geschirr mitbringen und dieses in großen Waschbottichen selbst spülen. Es wird außerdem eine Turnfest-Buslinie geben, mit der die Teilnehmer zusätzlich zu den planmäßigen Bussen zwischen Asperg, Ludwigsburg und Remseck pendeln können.

„Ich ärgere mich gerade ein bisschen, dass wir bei unserem Antrag, an verkaufsoffenen Sonntagen einen kostenlosen ÖPNV anzubieten, nicht an das Landesturnfest gedacht haben“, fügte Nadja Schmidt (Linke) an. Das wäre ein gutes Zeichen gewesen. Denn das Landesturnfest soll nicht nur ein Event für die Teilnehmer sein, sondern für alle Ludwigsburger. Neben den Wettbewerben gibt es viele kostenlose Angebote auf dem Akademie- und Rathaushof und dem Marktplatz. Die Teilnehmer können mit ihrer Festkarte den öffentlichen Nahverkehr sowieso kostenlos nutzen.

Elfriede Steinwand schlug für die Grünen vor, die Wilhelmstraße für den motorisierten Individualverkehr zu sperren. „Somit könnte die Straße zu einer Flaniermeile werden“, sagte die Grünen-Stadträtin. Allerdings müssten die Busse weiterhin durchfahren können, so Steinwand. Die Wilhelmstraße als Flaniermeile sei nicht Teil des Konzepts, so der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried. Die Wilhelmstraße sei sowieso ein Nadelöhr für Busse – auch ohne zusätzliche Sperrungen. „Die wesentlichen Veranstaltungen finden sowieso auf den Plätzen statt“, so Seigfried.

Damit die Teilnehmer am Landesturnfest, die aus ganz Baden-Württemberg kommen, für die vier Tage einen Schlafplatz haben, werden Schulen und kleine Sporthallen zur Verfügung gestellt. Auch in den Nachbarkommunen, etwa Remseck, Freiberg und Marbach, werden Teilnehmer untergebracht. „Ohne unsere Nachbarn würde es nicht gehen“, so Seigfried.

Und auch ohne Helfer geht es nicht. Insgesamt werden rund 1500 Freiwillige benötigt. Diese sind etwa im Wettkampfbüro tätig, helfen bei der Beschilderung oder bei der Gepäcksammelstelle oder unterstützen die Mitmachangebote. Für alle Bereiche werden noch Helfer gesucht, teilte die Stadt mit. Vor allem in den Schulen. Diese betreuen etwa den Check-in der Teilnehmer und geben das Frühstück aus.

Info: Wer Interesse hat, beim Landesturnfest vom 21. bis 24. Mai mitzuhelfen, meldet sich beim Fachbereich Sport und Gesundheit per E-Mail an sport@ludwigsburg.de oder per Telefon (0.71.41) 9.10.41.82.

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