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Runder Tisch

Was kann Ludwigsburg jungen Leuten bieten?

Lockdown, keine Veranstaltungen, Ärger am Akademiehof: Die LKZ holt die Jugend und Vertreter von Stadt, Kultur und Polizei an einen Tisch

In Ludwigsburg kein Platz für Partys, Treffs, soziale Kontakte? Fotos: Ramona Theiss/Scholz dpa
In Ludwigsburg kein Platz für Partys, Treffs, soziale Kontakte? Foto: Ramona Theiss/Scholz dpa
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Foto: Ramona Theiss/Scholz dpa

Ludwigsburg. Es gibt Bolzplätze, Jugendcafés, Bastelangebote – doch das ist nicht das, was junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren haben wollen. Eine Stadt braucht Treffs, die cool sind, wo man spontan hingehen kann, sich ungezwungen bewegen kann. Auf öffentlichen Plätzen ebenso wie in Clubs, die auch nicht zu teuer sein dürfen.

Der Akademiehof hat sich in Ludwigsburg zu „dem“ Treff entwickelt, oft sind dort mehrere Hundert junge Leute: vor allem Schüler, Studenten, Azubis. Das war schon vor Corona so, doch hat sich in der Pandemie noch weiter verstärkt. Mit den Randerscheinungen in späten Nachtstunden, dass es auch Randale und Messerstechereien gab. Es wurden Aufenthaltsverbote verhängt, ab 23 Uhr war Schluss.

Inzwischen ist dieses Verbot aufgehoben, doch bleibt am Ende nur Ärger? Die LKZ holt am kommenden Montag junge Leute, Vertreter der Jungeparteien, den Oberbürgermeister wie auch Leute aus der Kulturszene und die Polizei an einen Tisch. In der Gesprächsrunde, moderiert von den Redakteurinnen Stephanie Bajorat, Carolin Schneider und Redakteur Hans-Peter Jans, soll der Blick zurück nicht fehlen, es geht aber vor allem um die Frage, was eine Stadt wie Ludwigsburg anbieten kann. Wo gibt es Treffs? Wo sind Clubs oder offen zugängliche Räume, in denen man sich ungestört treffen kann? Wie kann man die Situation insgesamt verbessern?

Viele junge Leute sind nach Stuttgart ausgewichen, auf den Schlossplatz oder in Discos wie den Perkins Park in Stuttgart oder das Palazzo in Freiberg. In der Barockstadt gibt es so gut wie keine Angebote in dieser Richtung. Die Rockfabrik, die bei allen Altersgruppen beliebt war, gibt es nicht mehr, sie hat zur Jahreswende 2020 dichtgemacht.

Der Lockdown hat sein Übriges getan. Discos und Clubs waren zu, Cafés und Bars waren nicht immer zugänglich oder eignen sich meist nicht für Gruppen, die nicht immer gleich Cocktails oder eine Latte bestellen wollen. Sonstige Angebote richten sich an Jüngere oder Partys mit Hits der 80er Jahre oder mit Ü30-Partys an Ältere.

Dass der Akademiehof dann zum Sammelbecken für alles wurde, auch für Auswärtige, neben den vielen Schülern und Studenten auch für gewaltbereite Gruppierungen, hat seine Gründe. Zuvor waren schon kleinere Treffs auf der Bärenwiese, wo es nachts stets dunkel ist, und beim Hungerberg am Neckar aufgelöst worden. Dort wohl auch, weil man Jugendliche in dem früheren Steinbruch, der vor Jahren schon zur Naturoase umgestaltet wurde, nicht haben wollte. Nach mehreren Polizeikontrollen wichen sie nach Stuttgart oder auf den Akademiehof aus.

Info: Über die Gesprächsrunde, die am Montag im Verlagsgebäude stattfinden wird, wird die LKZ auf Instagram, online und in der Tageszeitung berichten.