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Verärgerte Anwohner
Wasserrohrbruch in der Ludwigsburger Neckarstraße: Viele Fahrer nutzen die Nebenstraßen als Schleichwege

Dicht an dicht kurven die Autos durch den Schlösslesweg. Foto: Holm Wolschendorf
Dicht an dicht kurven die Autos durch den Schlösslesweg. Foto: Holm Wolschendorf
Wegen der Baustelle in der Neckarstraße fährt der Verkehr über die Kornbeckstraße und den Schlösslesweg – Umleitungsstrecke wird ab 4. August geändert

Ludwigsburg. Autos, Motorräder, Taxis, Busse, Transporter und sogar Krankenwagen schlängeln sich durch den Schlösslesweg und die Kornbeckstraße. Kommt Gegenverkehr, weichen die Fahrzeuge – mit Ludwigsburger, Stuttgarter, Heilbronner oder überregionalen Autokennzeichen – aus, warten in einer Lücke, um dann weiter zu kurven. Der Grund? In der vergangenen Woche hat es in der Neckarstraße einen Wasserrohrbruch gegeben. Sie ist nun für mehrere Wochen gesperrt.

Durchfahrtssperren werden ignoriert

Hans D. Gleichner, der an der Ecke zum westlichen Schlösslesweg wohnt, stinkt das im wahrsten Sinne des Wortes. „Die Anlieger ersticken hier in den Abgasen und im Lärm“, äußert er seinen Unmut. Weil sich die Neckarstraße gesenkt habe, sei sie zwar bereits an der Neckarbrücke und nochmals im oberen Bereich für den Durchfahrtsverkehr gesperrt – „da schert sich aber kein Mensch drum“, ärgert sich der Anwohner, täglich missachteten Hunderte Fahrzeuge das Verbot und verstopften die enge Nebenstraße: Parkende Autos machten ihn noch enger und im Kurvenbereich staue sich der Verkehr dann auf. „Mein Haus stinkt nach Abgasen. Das ist schlimmer als in der Schlossstraße“, meint der 78-Jährige, „wir haben wirklich Angst um unsere Gesundheit. Ich denke, wir haben ein Recht auf bessere Luft und weniger Lärm. Können die Schadstoffe nicht mal gemessen werden?“

Umleitung wird ab Donnerstag, 4. August, geändert

Im Prinzip ja, ergibt eine Nachfrage bei der Pressestelle der Stadt Ludwigsburg, ihr seien die sogenannten Passivsammler der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg bekannt. Sie könnten solche Messungen vornehmen: Zu deren Aufstellung werde ein gewisser Vorlauf benötigt. Aber, teilt die Pressestelle mit: „Wir können heute schon sagen, dass ab Donnerstag, 4. August, die Umleitungsstrecke geändert wird. Dann können wir die Gämsenbergstraße freigeben. Die Umleitung verläuft von der Neckarstraße über Mainzer Allee, Waliser Straße und Gämsenbergstraße zurück zur Neckarstraße.“ Bis dahin müssen die Anwohner ausharren, denn, gibt Gleichner an: Hinzu kämen Arbeiten für die Anschlüsse von Glasfaserkabel: „Überall stehen Container, Baufahrzeuge, und es gibt Absperrungen, was den Durchgangsverkehr nochmals behindert.“

Selbst Notarzt und Krankenwagen mit Blaulicht steckten im Stau, wenn keine Rettungsgasse gebildet werden könne, „womöglich werden dadurch die Patienten höchst gefährdet“. Ob es für Rettungsdienste nicht „eine Sonderregelung gibt, mit der sie einfach durch die Baustelle oder über den Gehweg fahren dürfen?“

Höchstgeschwindigkeit sollte kontrolliert werden

Diese Sonderrechte gibt es tatsächlich. Sie sind in der Straßenverkehrsordnung verankert, wie die Polizeipressestelle mitteilt: „Polizei, Feuerwehr, Notärzte sowie Rettungsdienste sind von den Vorschriften dieser Verordnung befreit, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden.“

Gestern Morgen habe sich die Situation ein wenig entspannt, nachdem ein Streifenwagen der Polizei in der Kurve gestanden habe, berichtet der Anwohner Werner Maier, die Beamten hätten die Autofahrer gefragt, wohin sie fahren wollen. „Es sollte aber auch mal die Höchstgeschwindigkeit kontrolliert werden. Viele rasen hier durch.“

Einen weiteren Anwohner stört die Zunahme des Verkehrs weniger. „Das ist doch absehbar“, meint er. „Ich hab den Rohrbruch mitbekommen. Das Wasser schoss die Neckarstraße hinunter. Das muss halt gerichtet werden.“