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Wegen Corona-Notbremse kaum Einkaufsschlangen – Vor 1. Mai Ansturm erwartet

Wegen Corona-Notbremse kaum Einkaufsschlangen – Vor 1. Mai Ansturm erwartet

Vor dem Kaufland in Ludwigsburg: Absperrgitter sorgen dafür, dass die Kunden geordnet und mit Abstand den Supermarkt betreten oder verlassen.Foto: Andreas Becker
Vor dem Kaufland in Ludwigsburg: Absperrgitter sorgen dafür, dass die Kunden geordnet und mit Abstand den Supermarkt betreten oder verlassen. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Die Corona-Notbremse der Bundesregierung wirkt sich auch auf den Lebensmittelhandel aus: Wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt, dürfen nur noch halb so viele Kunden in die Geschäfte. Bislang ließ es sich in den Ludwigsburger Supermärkten dennoch entspannt einkaufen.

Wer in den jüngst vergangenen Tagen die Kaufland-Filiale in der Weststadt ansteuert, erlebt eine Überraschung. Der Eingangsbereich an der Schwieberdinger Straße ist großräumig abgesperrt, der sonstige Ringverkehr auf dem Parkplatz unterbrochen. Fahrzeuge werden jetzt, vorbei an den Absperrungen, auf der außenliegenden Fahrspur über das Areal und dann zu den hinter dem Gebäude liegenden Stellflächen auf dem Parkdeck gelotst. An der Eingangstür stehen Security-Mitarbeiter in gelben Westen. Ein Eingang auf der oberen Ebene ist geschlossen. Wegen der Corona-Notbremse habe das Kaufland nur noch zwei Eingänge geöffnet, erklärt ein freundlicher Herr in gelber Weste. Ob sich diese Maßnahme bewährt, muss sich erst noch zeigen, wenn sich dann Hunderte Kunden in den Supermarkt drängen.

Auch der offene Eingang im Obergeschoss ist abgesperrt. Die Besucher nehmen die ungewohnten Umstände gelassen. Auf der langen Rolltreppe ins Untergeschoss kommt eine Frau mit den beiden Kunden hinter ihr ins Gespräch. Was die Menschen in den gelben Westen machen, fragt sie. „Das sind Security-Leute“, lautet die Antwort. „Die passen auf, dass nichts passiert.“ Was beim Einkaufen denn schon groß passieren solle, wundert sich die Dame. Schlangen sind an beiden Eingängen nicht auszumachen, es herrscht ungehindertes Kommen und Gehen. Die Anzahl der Kunden sei begrenzt, meint eine Mitarbeitern an der Infotheke. Sobald die zulässige Höchstgrenze überschritten sei, würde die Security die Eingänge schließen. Wartende könnten dann erst in den Supermarkt, wenn eine bestimmte Anzahl von Personen den Laden wieder verlassen habe.

Nach dem Betreten des Supermarkts erklingt eine Stimme vom Band. „Halten Sie möglichst zwei Meter Abstand und bezahlen Sie nach Möglichkeit bargeldlos.“ Anschließend noch der Aufruf, in der Pandemie „ganz besonders zusammenzuhalten und aufeinander zu achten“.

Das Abstandhalten funktioniert. Anders als in den vergangenen Wochen und Monaten, als sich die Kunden häufig dicht gedrängt aneinander vorbeischoben. Nicht nur im Kaufland, sondern in sämtlichen Supermärkten. Die limitierten Einkaufsströme verteilen sich auf den weitläufigen Verkaufsflächen, die Abstände sind leicht einzuhalten. Sie habe selten in solch entspannter Atmosphäre eingekauft, freut sich eine Kundin. Auch die Kassiererinnen wirken gelassener als sonst.

Das gleiche Bild bei Aldi gegenüber der MHP-Arena, auch hier kommt sich niemand ins Gehege. Ein Schild am Eingang weist darauf hin, dass die Kundenzahl mit Sensoren gemessen wird und es gegebenenfalls zu Einlassbeschränkungen kommen kann. Das war zum Beispiel am Dienstagmittag aber nicht der Fall, die wenige Kunden verlieren sich mehr oder weniger in den Gängen.

Ausreichende Bewegungsfreiräume gibt es auch im Rewe in der Wilhelmgalerie. Ein Security-Mitarbeiter klärt am Eingang darüber auf, dass der Einlass nur mit Einkaufswagen erlaubt ist. Auch hier bleiben die Schlangen aus – zumindest bislang. Doch das könnte sich ändern.

Seines Wissens nach habe es seit Inkrafttreten der Corona-Bremse noch keine Einlassbeschränkungen gegeben, meint ein Aufpasser vor der Kaufland-Filiale. „Aber die Leute werden langsam merken, dass der 1. Mai vor der Tür steht.“

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