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Verkehr
Weniger Parkplätze an Ludwigsburgs Straßen

Im südlichen Teil der Seestraße fielen die Parkplätze weg, weil eine Fahrradstraße eingerichtet wurde. Archivfoto: Ramona Theiss
Im südlichen Teil der Seestraße fielen die Parkplätze weg, weil eine Fahrradstraße eingerichtet wurde. Archivfoto: Ramona Theiss
Wie ist das eigentlich mit den Stellplätzen in der Innenstadt? Gibt es genug? Die FDP im Gemeinderat wollte das wissen und verlangte von der Stadt Zahlen. Die wurden vorgelegt – und je nach politischer Couleur der Parteien unterschiedlich bewertet.

Ludwigsburg. Als die Eberhardstraße saniert worden ist, fielen Parkplätze weg, als in der Seestraße eine Fahrradstraße eingerichtet wurde, ebenso. Auch aktuell müssen im Fuchshof einige Stellplätze am Straßenrand weichen, weil Gehwege für die neue Fuchshofschule gebaut werden müssen. Doch wie sieht die Bilanz insgesamt aus? Die FDP-Gemeinderatsfraktion hat dies eingefordert, um eine „Grundlage für weitere politische Entscheidungen“ zu haben, heißt es im Antrag. Immer nur im Einzelfall zu entscheiden, hält man nicht für ausreichend.

Die Stadt hat deshalb die Kern-Innenstadt näher untersucht und stellt dabei fest, wie sie im Mobilitätsausschuss berichtete, dass es mehr Stellplätze gibt als noch vor zehn Jahren – vor allem durch den Bau privater Stellplätze und Tiefgaragen, die von Bauträgern wie beispielsweise auf dem ehemaligen Polizeigelände an der Schlossstraße erstellt wurden. Das Plus, so Matthias Knobloch vom Fachbereich Mobilität der Stadt, betrage 438 Stellplätze und damit 4,3 Prozent mehr. Sein Fazit: „Es gibt ausreichend Stellplätze in der Innenstadt.“ Eine Verschlechterung der Parkplatzsituation sei nicht festzustellen.

85 Plätze, so die Stadt, sind in den vergangenen Jahren weggefallen

Zahlen, wie viele Stellplätze im Laufe der Zeit weggefallen sind, lagen bei der Debatte nicht vor, was Armin Klotz (CDU) denn auch kritisierte. Diese hat die Verwaltung nachgeliefert, demnach sind entlang den Straßen in den letzten Jahren 85 Plätze weggefallen (siehe dazu die Grafik). Für Stadtrat Klotz ein entscheidender Aspekt, zudem hält er die Hochrechnung für falsch. Allein in der Stadt Ludwigsburg habe die Zahl der Autos in zehn Jahren um 16 Prozent zugenommen, dies müsse berücksichtigt werden. Das Statistische Landesamt nennt fürs Ludwigsburger Stadtgebiet 6859 Pkw mehr im Bestand als noch im Jahr 2011. Klotz zieht deshalb ein gegenteiliges Fazit, weil die Zunahme der Autos im Stadtgebiet nicht berücksichtigt worden sei: „Es gibt einen Mangel an Stellplätzen“, so seine Überzeugung.

„Wir können deshalb nicht 16 Prozent mehr Stellplätze in der Innenstadt bauen“, konterte Knobloch. Er verweist auf das „sehr gute Angebot“ mit 2255 Stellplätzen in Parkhäusern und Tiefgaragen, in Laufnähe zur Innenstadt gebe es zudem 909 Besucher-Stellplätze.

FDP will Antrag für weiteres Fahrradparkhaus auf dem Solitudeplatz stellen

Für die FDP, die den Antrag gestellt hat, geht es darum, ausreichend Angebote zu schaffen, auch für diejenigen, die aus dem Umland in die Stadt und die Innenstadt von Ludwigsburg kommen. „Man muss berücksichtigen, dass die Bevölkerung seit zehn Jahren stark gewachsen ist“, so Stefanie Knecht (FDP). Sie will mit Angeboten Mobilität verändern, kündigt deshalb einen Antrag an, mit dem sie auf dem Solitudeplatz ein weiteres Fahrradparkhaus fordern will.

Die konträre Debatte über Parkplätze gehört „entemotionalisiert“, merkte SPD-Stadtrat Nathanael Maier an. Natürlich müsse man sich Gedanken machen, wenn es immer mehr Fahrzeuge gebe. Die Stadt biete aber stets Alternativen an, mit Tiefgaragen, Parkhäusern und sie kümmere sich um ein Parkleitsystem. „Die Schmerzgrenze ist doch erreicht“, folgerte Jürgen Müller (Linke), der auf den Nahverkehr verweist, der dringend ausgebaut werden müsse. Seine Wahrnehmung: Die Autos werden immer breiter, die Städte seien gezwungen, nachzubessern – wie am Friedhof, wo Stellplätze neu und breiter abmarkiert werden mussten. Müller: „Da fallen auch Stellplätze weg.“

Parkleitsystem soll verbessert werden, Carsharing ausgebaut

Für die Grünen ist die Richtung klar. Es muss mehr Nahverkehr, aber auch ein besseres Parkleitsystem geben. Frank Handel (Grüne) haben die vorgelegten Zahlen überzeugt, es zeige, dass es mehr Stellplätze als noch vor zehn Jahren gibt. So sieht es auch die Stadt, die das Parkleitsystem weiter verbessern will, Knobloch verwies auch auf die neue „stadtnavi“-App. Ein Defizit bestehe seiner Ansicht nach insbesondere in der Anbindung des Umlands. „Da müssen wir ran“, sagte er. Auch das Carsharing müsse attraktiver werden. Im Stadtgebiet gibt es derzeit nur acht Fahrzeuge.