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Polizeistatistik

Weniger Verbrechen im Landkreis

Weniger Wohnungseinbrüche, weniger Diebstähle – die Kriminalität ist im Kreis Ludwigsburg rückläufig. Dafür hat die Polizei deutlich mehr Fälle aufgeklärt.

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Es wird weniger häufig in Wohnungen eingebrochen. Die Zahl sank im vergangenen Jahr um 22,6 Prozent. Foto: Bodo Marks / dpa

Kreis Ludwigsburg. Die Zahl aller Straftaten ist im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 21 945 Fälle zurückgegangen. Das sind 1045 weniger als noch 2016. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote auf einen neuen Höchststand geklettert und liegt jetzt bei 62,3 Prozent. Dies geht aus der Polizeistatistik 2017 hervor, die gestern veröffentlicht wurde. „Die Kriminalitätsbelastung ist weiter zurückgegangen und so niedrig wie seit Jahren nicht mehr“, sagt Polizeipräsident Frank Rebholz. Die aktuellen Werte waren im Kreis Ludwigsburg nur 2003 besser. Es hat im vergangenen Jahr vor allem weniger Wohnungseinbrüche gegeben. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl um 22,6 Prozent von 531 auf 411. Während in Marbach, Bietigheim-Bissingen und Ditzingen deutlich seltener in Wohnungen eingebrochen wurde, waren es in Kornwestheim (plus zehn) und Ludwigsburg (plus 28) erheblich mehr.

Der rückläufige Trend bei den Diebstählen hat sich fortgesetzt. Es gab einen Rückgang von 17,4 Prozent. Auch Taschendiebe schlugen seltener zu.

„Das Straftatenaufkommen im Zusammenhang mit der Zuwanderung hat sich überwiegend positiv entwickelt“, erklärt Rebholz. Die Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge sei um 194 auf 1441 zurückgegangen. „Dies zeigt, dass die Verlegung der Flüchtlinge von den Erstaufnahmeeinrichtungen in die Kommunen positiv wirkt“, sagt Rebholz im LKZ-Interview. Er verweist aber darauf, dass bei sensiblen Deliktsbereichen wie der Gewaltkriminalität und den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nach wie vor Zunahmen zu verzeichnen sind. Hier gab es 233 Fälle, 24 mehr als noch im Jahr zuvor.

2742 Fälle von Körperverletzung hat die Polizei im Kreis registriert. Insgesamt sind die sogenannten Rohheitsdelikte auf dem Rückzug – allerdings nicht bei den Gewaltdelikten gegen Polizeibeamte. „Das können und wollen wir so nicht hinnehmen und werden weiterhin alles daransetzen, dass gewalttätige Übergriffe auf unsere Einsatzkräfte konsequent verfolgt und geahndet werden“, sagte Rebholz.

2017 gab es 19 Mord- und Totschlagsdelikte. Der Polizei ist es gelungen, alle bis auf einen aufzuklären. Dabei handelt es sich um einen Mordversuch an einem 39-Jährigen in Ludwigsburg. Einen deutlichen Anstieg von fast zehn Prozent verzeichnet die Polizeistatistik hingegen bei der Rauschgiftkriminalität.