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Kelterplatzfest

Wenn Eglosheim zusammenhockt

Der traditionelle Umzug zum Eglosheimer Kelterplatzfest war erneut etwas kurz geraten. Nächstes Jahr könnte sich das aber wieder ändern. Denn Oberbürgermeister Werner Spec hat einen städtischen Zuschuss in Aussicht gestellt. Auch abgesehen von dieser Ankündigung war die Stimmung im Stadtteil am Wochenende hervorragend.

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Beim Kelterplatzfest gibt es keine Reviere und keine Grenzen. Da kommen alle Bewohner und Freunde zusammen. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Schon im zweiten Jahr war die Strecke stark verkürzt. Nur schnell rüber vom Friedhof vor die alte Kelter. „Seit wir selber für die Sicherung der Strecke sorgen müssen, können wir uns den echten Zug durch Eglosheim nicht mehr leisten“, bedauert Heidrun Martini vom Organisationsausschuss. Deswegen ist der Umzug mit seinen 22 Gruppen und mehr als 500 Teilnehmern eher ein Hüpfer als ein Marsch.

Allen voran wurde die Festfahne von 1976 getragen, der Musikverein Eglosheim blies den Marsch. Mit Böllern aus der Kanone wurde auf das Fest aufmerksam gemacht. Dutzende Kinder aus den Kitas machten den Platz bunt. Der historische Verein führte die Leibwäsche von Uroma und Uropa aus. Der Rasentraktor des Obst- und Gartenbauvereins tuckerte, wie auch der Büttel mit Pickelhaube auf seinem Moped-Oldtimer unterwegs war. Die Feuerwehr präsentierte unter der Leitung des neuen Abteilungskommandanten die neuen Uniformen. Der RSC Komet radelte die kurze Strecke und die Landfrauen verteilten Flachswickel.

Auch das 42. Kelterplatzfest bestach durch seine Vielfalt. Auf der Bühne und auf den Tellern. Bunt war das Programm an beiden Tagen, abwechslungsreich das kulinarische Angebot. „Wir wollen Auswahl statt Einerlei“, sagt Martini. Deshalb spreche man sich im Festkomitee ab, wer was auf die Speisekarte schreibe, was an Auftritten in Frage kommt. Beteiligt sind vier Abteilungen des SKV, die Fußballer vom TSV, die Feuerwehr und das Rote Kreuz, der Musikverein, die Evangelische Kirche und der türkische Verein Lutev.

Die evangelische Kirchengemeinde bot zum Beispiel Pizza, Kuchen und Chips frisch vom Erdapfel an. Bei der Feuerwehr drehten sich die Göckele, Schaschlikspieße kamen vom Grill. Bei den verschiedenen Abteilungen des SKV wurden unter anderem Puten-Gyros, Maultaschen-Burger und Fischvariationen verkauft. Die Klassiker wie Würste, Fleischbrot, Schnitzel und Pommes wurden an mehreren Ständen angeboten. Für den besonderen exotischen Kick sorgte der Türkische Elternverein mit Spezialitäten aus der Heimat. Alle Vereine teilen sich den großen Platz, jeder Gast holt, worauf er Lust hat und sucht sich seinen Platz. Reviere gibt’s keine. „Es ist eine Hocketse im klassischen Sinn“, sagt Martini.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Martini und OB Spec machten die Jüngsten des SKV mit einem Schlangentanz den Anfang. Dann spielte der Musikverein Eglosheim auf und der Kinderchor der Silcherschule hatte Premiere. Bevor die Beatboys den Platz mit zeitlosen Oldies but Gooldies den Platz in die Nacht hinein rockten, führten die Dancing Kids und die Jazz Teenies ihre Choreographien vor. Die Stimmung war prächtig, es wurde viel getanzt, auffallend jung war das Publikum.

Traditionell wird der Sonntag mit dem ökumenischen Gottesdienst eingeläutet. Der Musikverein Münchingen spielte zum Frühschoppen auf. Die Vorsitzenden der Eglosheimer Sportvereine probierten sich als Basketballer. Türkische Kinder in Tracht, die Tanz AG der Hirschbergschule die Tänzer des SKV zeigten ihr Geschick, wie auch die Turnerinnen des TSV, die Kürübungen am Balken vorführten. Die Jugendkapelle gab ein Platzkonzert und zum Ausklang trat das große Blasorchester des Musikvereins auf. Traditioneller Höhepunkt ist der Auftritt des bekannten Chors Abendsterne am Nachmittag.

Abwechslung auch für die Kinder in der Spielstraße mit einem Doppeleffekt: Sie sind beschäftigt und ihnen wird nicht so schnell langweilig.