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Weihnachtsmarkt

Wenn Promis Schmalzbrote und Punsch verkaufen

Rege besuchter LKZ-Glühweinstand am Wochenende – Viele Helfer aus Sport und Politik sowie von der Ludwigsburger Kreiszeitung bedienen Besucher für die gute Sache

Und wieder einmal sorgt die Band „Beat Union“ am Sonntagabend für eine Mordstimmung vor der Bude, viele kommen extra vorbei, um die altbekannten Hits mitzusingen.
Und wieder einmal sorgt die Band „Beat Union“ am Sonntagabend für eine Mordstimmung vor der Bude, viele kommen extra vorbei, um die altbekannten Hits mitzusingen.
Glühwein, Erbsensuppe, leckere Brote – am Stand der Ludwigsburger Kreiszeitung ist viel los. Leichtathletin Sharon Enow (Mitte) mit Verlagsmitarbeitern und Abgeordnetem Fabian Gramling beim Verkauf. Fotos: Holm Wolschendorf
Glühwein, Erbsensuppe, leckere Brote – am Stand der Ludwigsburger Kreiszeitung ist viel los. Leichtathletin Sharon Enow (Mitte) mit Verlagsmitarbeitern und Abgeordnetem Fabian Gramling beim Verkauf. Foto: Holm Wolschendorf
Heidrun Prater und Edith Emanouilidis (von links), frühere Mitarbeiterinnen des Verlags, mit dem früherem Forum-Chef Wilfried Blickle.
Heidrun Prater und Edith Emanouilidis (von links), frühere Mitarbeiterinnen des Verlags, mit dem früherem Forum-Chef Wilfried Blickle.
Neben Glühwein brachte auch der Verkauf leckerer Brote Geld in die Kasse der Aktion Helferherz. Fotos: Holm Wolschendorf
Neben Glühwein brachte auch der Verkauf leckerer Brote Geld in die Kasse der Aktion Helferherz. Foto: Holm Wolschendorf
Der Glühwein, der schmeckt einfach.
Der Glühwein, der schmeckt einfach.
Glühweinbrauer Jürgen Kraft vom DRK spart nicht mit gutem Wein.
Glühweinbrauer Jürgen Kraft vom DRK spart nicht mit gutem Wein.
Eva Römer mit ihren Helfern von der AWO – die unzählige Brote für den Stand schmieren.
Eva Römer mit ihren Helfern von der AWO – die unzählige Brote für den Stand schmieren.
Den Hund nimmt Journalistin Greta Gramberg mit, er bekommt aber keinen Glühwein.
Den Hund nimmt Journalistin Greta Gramberg mit, er bekommt aber keinen Glühwein.

Der Glühweinstand der Ludwigsburger Kreiszeitung auf dem Barock-Weihnachtsmarkt hat viele Konstanten. Eine ist der Glühwein und die Tatsache, dass hier ein besonderes Gebräu ausgeschenkt wird. Nicht zu vergessen die Erbsensuppe, deren Qualität hochgelobt wird und die längst kein Geheimtipp mehr ist. Am Benefizstand bei der Stadtkirche gab es wieder diese Köstlichkeiten.

Verlagsmitarbeiter und Prominente waren zugunsten der LKZ-Aktion „Helferherz“ am Samstag und Sonntag im Einsatz. Da schafften alle uneigennützig für die gute Sache. Mit den Einnahmen werden über Organisationen, Vereine und Initiativen Hilfsprojekte aus Stadt und Kreis Ludwigsburg unterstützt. Und dabei gehen die Einnahmen ohne Abzüge an Helferherz, denn alles was hier am Stand verkauft wurde, war von Firmen gestiftet.

Schon am frühen Morgen herrschte in der Küche des LKZ-Verlagshauses Hochbetrieb. Eva Römer, die hier über 40 Jahre tätig war, bereitete alles vor und bald kamen die Helfer der AWO Ludwigsburg, darunter die Vorsitzenden Xenia Busam und Helmut Wallmersperger. Sie übten sich routiniert in der Kunst des Broteschmierens. Die belegten Schnitten mit Leberwurst, Schmalz oder Obatzda-Käse wurden auch noch mit Radieschen, Paprika und Petersilie hübsch garniert und zum Stand gebracht.

Außerdem galt es, die Töpfe mit der von Küchenchef Harry Neises zubereiteten Erbsensuppe bereitzustellen. Am Stand war Jürgen Kraft vom DRK Murr in Aktion. Er stellte in bewährter Routine den vielgelobten Glühwein her. Die Bestandteile: Bester Rotwein aus Besigheim und weihnachtliche Gewürze, mehr verriet er nicht. Bald herrschte reger Betrieb an den Stehtischen und die Besucher waren sich einig: Der Glühwein ist wirklich der Beste. Ebenso die Erbsensuppe, die ganz stilecht in der Suppentasse sowie mit Croutons und Petersilie serviert wurde. Begehrt waren auch die belegten Brote, die schmeckten wie daheim bei Muttern und zur süßen Abrundung durfte es Hefezopf sein. Auch der von Eva Römer zubereitete alkoholfreie Saftpunsch fand viele Liebhaber. Weil er ebenfalls wärmte und mundete.

Zur Mittagsstunde war der Ludwigsburger Rechtsanwalt Christoph Schickhardt am Stand präsent und der bundesweit renommierte Sportrechtler, der auch die ganz Großen der Branche vertritt, hatte mit Jan Asmuth und Jürgen Müller zwei Bietigheimer Handballprofis mitgebracht. Die hatten am Tag zuvor ihr Heimspiel gewonnen, also Grund genug, sich auch mal was zu gönnen. Ein Glühwein dürfe schon mal sein, meinte Jürgen Müller, aber als Leistungssportler dürfe man nicht über die Stränge schlagen.

LKZ-Verleger Gerhard Ulmer bewies derweil zusammen mit den anderen Helfern aus dem Verlag Verkaufsqualitäten, sie priesen die angebotenen Leckereien an und hatten Erfolg. Immer mehr Besucher machten halt, sie löffelten Suppe und tranken das rote Gebräu. Einen Abstecher machten auch Heidrun Prater und Edith Emanouilidis, die beide bis zu ihrer Pensionierung im LKZ-Verlag tätig waren und von früheren Zeiten erzählten, als es noch keinen Computer, sondern Schreibmaschinen gab und man Steno beherrschen musste.

Der frühere Forum-Geschäftsführer Wilfried Blickle schwelgte ebenfalls in Erinnerungen an die 90er Jahre, als aus dem Ludwigsburger Forum große Fernsehshows und die Sportgala gesendet wurden. Mit prominenten Athleten besuchte er seinerzeit auch oft den Weihnachtsmarkt. Schließlich kam auch Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht an den Stand. Er war ebenfalls zum Helfen eingeteilt, für ihn nichts Neues. Außer dass er jetzt erstmals als OB Glühwein ausschenkte, früher tat er das als Vorsitzender des Stadtverbandes für Sport. Knecht machte sich ohne Umschweife an die Arbeit in gewohnter Umgebung. So kam es, dass die Besucher von zwei Juristen bedient wurden.

Knecht und Schickhardt verloren sich aber nicht im rechtlichen Hickhack, sondern gingen äußerst zielbewusst zur Sache: Es galt, die Besucher zum Verweilen am Stand zu überzeugen, es ging ja um die gute Sache. Knecht, der neben Verwaltungsrecht auch Sportrecht als Spezialgebiet hat, meinte, dass er in diesem Fachgebiet an Schickhardt nicht heranreiche. „Er ist Champions League, ich bin Zweite Liga“, meinte der OB lachend.

Dass Sportler auch am Glühweinstand konditionell ganz schön was leisten können, bewiesen am gestrigen Sonntag die beiden Top-Leichtathletinnen Alina Kenzel und Sharon Enow. Nicht zu verachten war auch die Schaffigkeit der Politiker aus Bund und Land.

Und dass mit Musik alles besser geht, davon überzeugte am Samstag die Bluegrass-Band „Die Nachbarn“. Am gestrigen Sonntagabend waren in guter Tradition die Altmeister von Beat Union am Glühweinstand präsent und stimmten in bester Unplugged-Manier die alten Hits an, die wieder jeder Junggebliebene mitsingen konnte.

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