Logo

Freizeit

Wie lange bleibt das Blüba noch zu?

Eine weiße Schneedecke hüllt das Blühende Barock ein. Kein Fußabdruck zeichnet sich auf den Wegen ab. Denn das Blüba ist nach wie vor geschlossen. Das stößt bei vielen Ludwigsburgern auf Unverständnis. Direktor Volker Kugel würde das lieber heute als morgen ändern, doch ihm sind die Hände gebunden.

Winterruhe im Blühenden Barock: Normalerweise könnte man hier jetzt spazieren gehen, aber die Tore sind wegen der Coronapandemie geschlossen. Foto: Holm Wolschendorf
Winterruhe im Blühenden Barock: Normalerweise könnte man hier jetzt spazieren gehen, aber die Tore sind wegen der Coronapandemie geschlossen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. „Aufgrund der Corona-Verordnung des Landes müssen wir weiter geschlossen bleiben“, sagt Kugel im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn das Blüba gilt als botanischer Garten, und diese dürfen nicht öffnen. Gleiches gilt auch für zoologische Gärten wie zum Beispiel die Wilhelma. Hinzu kommt, dass das Land neben der Stadt Ludwigsburg Gesellschafter des Blühenden Barocks ist. Da wird besonders streng darauf geachtet, mit guten Beispiel voranzugehen.

„Ich bekomme täglich Anrufe, wann wir endlich wieder öffnen“, sagt Kugel. Eine konkrete Antwort hat er darauf nicht. „Ich hoffe, dass man merkt, dass in Parks das Infektionsrisiko relativ gering ist.“

Für viele Ludwigsburger ist die Schließung des Blüba unverständlich – zumal in einer Zeit, in der ohnehin kein Eintritt verlangt wird und keine besonderen Attraktionen geboten werden. Unverständlich auch deshalb, weil der nahegelegene Favoritepark geöffnet ist. Doch dieser gilt als Naturschutzgelände und unterliegt der Forstverwaltung.

Lesen Sie hier: Das Blühende Barock muss schließen

Schaut man über die Stadtgrenze Ludwigsburgs hinaus, erscheint die Schließung des Blühenden Barock noch unsinniger: Der botanische Garten rund um Schloss Hohenheim ist geöffnet, Begründung: Es gibt keinen Zaun drum herum, so dass man ihn nicht absperren kann. Die Stadt Mannheim hat vor zwei Wochen den Herzogenriedpark kurzerhand zur öffentlichen Grünanlage erklärt und verzichtet auf Eintritt, so dass der Park auch zu Coronazeiten geöffnet werden kann. In Kaiserslautern ist der Gartenschaupark geöffnet, ebenso der Westfalenpark in Dortmund. Berlin verlangt sogar Eintritt für „Die Gärten der Welt“ und auch der Berliner Zoo ist offen. „Warum wir als Blühendes Barock geschlossen bleiben müssen, ist nur schwer nachvollziehbar“, so Volker Kugel.

Wann die Saison in Ludwigsburg wieder startet, ist derweil noch nicht klar. „Wir gehen davon aus, dass wir am 19. März wie geplant öffnen. Darauf bereiten wir uns vor.“ Vor drei Tagen sind die vorgezogenen Tulpen in die Gewächshäuser umgezogen, um dort treiben zu können. Nicht mehr lange, dann werden die ersten Blumen gepflanzt. Wohl wissend, dass das möglicherweise auch umsonst sein kann, sollte die Schließung länger andauern. Die Erfahrung haben die Blüba-Gärtner bereits vergangenes Jahr gemacht, als am Tag vor der Eröffnung, als alles vorbereitet war, geschlossen werden musste.

„Wir planen auch weiter alle unsere Veranstaltungen.“ Ende April/Anfang Mai sollen die Barocken Gartentage stattfinden. Da ist Kugel nach eigenen Worten bereits in enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt, um Sicherheitsauflagen erfüllen zu können. Der Dauerkartenverkauf startet erst, „wenn wir absehen, dass wir öffnen können“, so Kugel.

Autor: