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Elektromobilität

Wie viele E-Stationen sind nötig?

Sie ist angekündigt, die Offensive der Autokonzerne für den Verkauf von Elektroautos. Noch aber hat sich nicht viel bewegt bei den Neuzulassungen, deshalb sieht man bei der Stadt auch keine Eile, den bisherigen Bestand an knapp 20 Ladestationen weiter auszubauen. Stuttgart dagegen will kräftig zulegen und versucht jetzt, über eine Ausschreibung Betreiber für 346 neue Ladestationen zu finden.

Die große Herausforderung für ein starkes Wachstum bei batteriebetriebenen Autos: die nötigen Ladestationen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Die große Herausforderung für ein starkes Wachstum bei batteriebetriebenen Autos: die nötigen Ladestationen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Ludwigsburg darf sich zwar seit mehreren Jahren „Schaufenster Elektromobilität“ nennen. Würde Stuttgart ein Schaufenster aufmachen, dann wäre allerdings dort viel mehr zu sehen als in Ludwigsburg. Das fängt beim Radfahren an, wo Stuttgart mit einem gut ausgestatteten Förderprogramm Privatleute bei der Anschaffung von E-Lastenrädern unterstützt. Das zeigt sich auch bei Elektro-Vespas, wo die Stuttgarter Stadtwerke eine Flotte mit 200 Fahrzeugen auf die Straßen gebracht haben, die Nutzer per App im gesamten Stadtgebiet buchen, abholen und wieder abstellen können.

Und es hört auf beim Carsharing, wo in der Landeshauptstadt 500 elektrisch betriebene Mietfahrzeuge von Car2Go unterwegs sind. Ludwigsburg kennt keine Förderung, keine Miet-Roller und kein Car2Go.

Auch bei den Ladestationen für Elektroautos hat Stuttgart viel zu bieten, mit einem der dichtesten Netze in Deutschland. Allein der Energieversorger EnBW betreibt in Stuttgart 209 Ladestationen. In Ludwigsburg haben die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim über die vergangenen Jahre ein Angebot mit knapp 20 Ladestationen aufgebaut.

Dieses Angebot sei für die derzeitige Nachfrage auch ausreichend, heißt es bei den Stadtwerken auf Nachfrage. Dieses Jahr investiere man mehr in die Qualität von Ladestationen, habe Schnellladestationen mit einer Leistung von 50 Kilowatt in Ludwigsburg im Gewerbepark Urbanharbor (zwei Stück) sowie in Kornwestheim (Jakob-Sigle-Heim und Alfred-Kercher-Bad, vier Stück) eingerichtet. Solche Stationen seien drei- bis viermal so teuer wie reguläre Stationen, so die Stadtwerke.

Stuttgart beurteilt die Lage offenbar anders und versucht jetzt in einer europaweit angelegten Ausschreibung, Betreiber für 346 neue Ladestationen zu finden. Das Netz mit den gängigen 22-Kilowatt-Stationen soll über das gesamte Stadtgebiet verteilt in allen Bezirken verdichtet werden. Man will dabei auf jeden Fall mehrere Betreiber finden, nicht das ganze Paket in eine einzige Hand geben, heißt es im Stuttgarter Rathaus. In einem zweiten Schritt sollen dann noch 20 leistungsstärkere Schnellladestationen ausgeschrieben werden.

Im Ludwigsburger Rathaus läuft indes der Ausbau der E-Mobilität im städtischen Fuhrpark. Die Stadt hatte als vom Fahrverbot bedrohte Stadt über das Sofortprogramm Saubere Luft vom Bund sowohl Fördermittel für bis zu 30 E-Fahrzeuge als auch für die zugehörige Ladeinfrastruktur zugesprochen bekommen. Aktueller Stand ist nach Auskunft aus dem Rathaus, dass sowohl die Fahrzeuge als auch die Ladeinfrastruktur erfolgreich ausgeschrieben wurden. Der Zuschlag zur Beschaffung der Ladeinfrastruktur ging an die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Diese habe die Ladeinfrastruktur bestellt, so dass die Ladesäulen in den nächsten Wochen geliefert und installiert werden könnten.

Zur Beschaffung von geförderten E-Fahrzeugen heißt es: „Es wurden dieses Jahr bis jetzt zwei E-Fahrzeuge ausgeliefert. 29 weitere Fahrzeuge sind bestellt und sollen noch in diesem Herbst ausgeliefert werden. Bei zwei weiteren Fahrzeugen ist dieses Jahr die Beschaffung noch geplant. Insgesamt werden 23 alte Verbrennerfahrzeuge gegen neue E-Fahrzeuge ausgetauscht.“

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