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Lernfestival

Wo Entdecken zum Erlebnis wird

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg lädt über 2000 Kinder aus der gesamten Region ein, Bildung aktiv zu erleben

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Die Themen der Workshops sind vielfältig: Die Schüler und Kindergartenkinder können unter anderem Insekten unter dem Mikroskop beobachten oder an einer Rallye teilnehmen.Fotos: Oliver Bürkle
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Ludwigsburg. Wer sich am Mittwoch der Pädagogischen Hochschule (PH) näherte, konnte gleich sehen, dass kein normaler Hochschulbetrieb auf dem Programm stand. Rund um den Campus fanden sich zahlreiche Stände, Sport- und Spielmöglichkeiten. Bunte Luftballons zierten die Betonwände an den Gebäuden. Vor allem aber tummelten sich in den Seminarräumen, Hörsälen und Labors viele, viele Kinder. Die PH hatte zum Lernfestival eingeladen.

Dieser Hochschultag mit Workshops für Schüler aller Klassenstufen findet bereits in der fünften Auflage statt. Die PH entwickelte das Format, um der Öffentlichkeit die Bandbreite ihrer Arbeitsfelder zu präsentieren. Die Idee wurde 2009 erstmals verwirklicht. „Mit dem Lernfestival haben wir die Möglichkeit, das gesamte Spektrum unserer Bildungsangebote und unsere Kompetenzen aufzuzeigen“, erläutert der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Martin Fix. Der Vormittag werde von Studenten und Dozenten der jeweiligen Fachbereiche für die Schulklassen gestaltet, am Nachmittag wende sich das Programm an Studenten, Eltern und Fachleute. So stehe traditionell eine Diskussionsrunde mit Pädagogen, Wissenschaftlern, Studenten und Eltern auf dem Programm. In diesem Jahr gehe es um die Qualität der Grundschule sowie deren Evaluation (dazu mehr in der morgigen Ausgabe).

„Binnen zweier Wochen waren 80 Prozent der angebotenen Workshops ausgebucht“, freut sich Anne Nörthemann, Pressereferentin der PH, über die Resonanz. So seien 86 Schulklassen und elf Gruppen aus Kindertagesstätten zum Festival angemeldet. Etwa 70 Prozent kommen aus dem Landkreis, doch das Einzugsgebiet reiche von Stuttgart bis Heilbronn.

Die Themenvielfalt der Workshops zeigte sich beim Blick in die Seminarräume. Im Musiksaal lernten Viertklässler aus Pflugfelden, ein Orchester zu dirigieren. Im Biologietrakt studierten Sechstklässler aus Korntal die Fressgewohnheiten einer Kornnatter, während in den Turnhallen diverse Sportarten trainiert wurden.

Im Fachbereich Technik durften Kinder Fahrzeuge bauen und anschließend im Wettbewerb testen, welches Fahrzeug am weitesten rollt. Die Kinder mussten überlegen, ob große oder kleine Räder besser rollen und ob sie eine Metall- oder Holzachse einbauen.

Ähnlich knifflig ging es im Chemielabor zu. „Auf keinen Fall sollen die Kinder hier nur ein Rezept nachkochen“, mahnt Laura Helbich, Lehramtsstudentin für Chemie. Wichtig ist ihr, dass die Kinder durch eigenes Beobachten etwas lernen.Bei Helbich etwa sollten die Kinder in der Teeküche herausfinden, ob sich die Stoffe aus ganzen Hibiskusblüten ebenso gut lösen wie aus zerkleinerten. Wie färbt sich das Teewasser? Und was passiert, wenn man etwas Speiseöl ins Wasser gibt?

Etwa die Hälfte aller Studenten seien aktiv eingebunden, erläutert der PH-Rektor. Die Vorbereitung der Workshops laufe im Sommersemester im Rahmen des Studiums. So lernen also nicht nur die Besucherkinder, sondern ebenso die Studenten. Auch Austauschstudenten hatten etwas vorbereitet. Auf der Rallye international stellten sie die Kontinente vor. Bei Rusen Birgü aus der Türkei lernten Kinder etwas über afrikanische Tiere. Bei Adam Devenish aus Australien gab es Känguruhüpfen und Didgeridooklänge.

Nach den Workshops konnten Schulklassen im Grünen vespern und über den Markt der Möglichkeiten schlendern. Am Nachmittag folgten die Fachdiskussion und das Studentenprogramm, bevor dann am Abend der Hochschultag mit Grillfest, Poetry Slam und Musik endete.