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Zehn teuerste Unfallschwerpunkte

Gemessen an den in zwölf Monaten entstandenen Schäden – Die Hälfte davon in Bietigheim-Bissingen

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Die B 10 bei Enzweihingen am Abzweig nach Oberriexingen (links) soll eine Ampel erhalten.Foto: Ramona Theiss

Kreis Ludwigsburg. Die Hälfte der zehn gefährlichsten Unfallschwerpunkte sind in Bietigheim-Bissingen, gemessen an der gesamten Schadenshöhe im Zwölf-Monate-Vergleich. Der Spitzenreiter: die Landesstraße 1107 in Bietigheim in Richtung Löchgau. Auf Rang zwei folgt die Anschlussstelle der Autobahn 81 bei Zuffenhausen: die Spuren, die sowohl vom ab- als auch vom auffahrenden Verkehr von und zur A 81 genutzt werden.

Was unternehmen die zuständigen Behörden, um Unfallschwerpunkte zu entschärfen? Wir haben nachgefragt.

Bietigheim-Bissingen, Landesstraße in Richtung Löchgau, Kreisstraße 1671, die Kreuzung Poststräßle/Geisinger Straße, Einmündung B 27/Auwiesenbrücke sowie Landesstraße 1125 in Richtung Großsachsenheim: Zuständig für die fünf Stellen, an denen es am häufigsten kracht, ist das Ordnungsamt der Stadt Bietigheim-Bissingen, das über personelle Engpässe klagt. Daran scheiterte auch die Auskunft zur Frage, was bisher unternommen wurde. Der Aufwand, das zu erheben, brauche Zeit und auf die Schnelle gehe das deshalb nicht. „Die Unfallschwerpunkte werden im Rahmen der nächsten Verkehrsschau in Augenschein genommen und mögliche Maßnahmen mit den Verkehrsexperten in dieser Runde besprochen“, so die Sprecherin der Stadtverwaltung. Einen Termin für die Verkehrsschau konnte sie nicht nennen. Schon mehrfach seien die kritische Stellen Thema bei der Verkehrsschau gewesen: „Es wird immer wieder geprüft, was noch verbessert werden kann.“

Das Land Baden-Württemberg plant den Ausbau der Landesstraße zwischen dem Ortsende Bietigheim und Großsachsenheim für die Jahre 2017 bis 2019.

Korntal, Autobahnanschlussstelle Zuffenhausen/B 10: Hier besteht im Bereich der Ab- und Zufahrt auf die B 10 von der Autobahn – Verknüpfungsbereich – ein Unfallschwerpunkt, bestätigt das zuständige Landratsamt Ludwigsburg. In diesem Jahr sei daher die Geschwindigkeit in diesem Bereich von 100 km/h auf Tempo 80 reduziert worden, um die Sicherheit beim Ein- beziehungsweise Ausfädeln zu erhöhen. Der Schwerpunkt werde weiterhin beobachtet, so der Sprecher der Behörde.

Bönnigheim, Landesstraße 1106: Dies sei, so das Landratsamt, auch ein Unfallschwerpunkt aufgrund der Drei-Jahres-Betrachtung. Zwei Unfälle ereigneten sich bei Winterglätte, bei einem Unfall lag überhöhte Geschwindigkeit vor. Das maximal erlaubte Tempo ist in großen Teilbereichen der Strecke bereits auf 70 km/h reduziert. Erforderliche Gefahrenhinweise sind vorhanden. Verbesserungen der Verkehrssituation sind aktuell nicht erkennbar. „Der Unfallschwerpunkt wird weiter beobachtet.“

Einmündung der Straße aus Oberriexingen und Unterriexingen (Kreisstraße 1685) unterhalb der Enzweihinger Steige in die Bundesstraße 10: Die Stelle wurde von der Unfallkommission begutachtet, verlautet aus dem Vaihinger Rathaus. Die Fachleute empfehlen, in Fahrtrichtung Mühlacker vor der Kreuzung eine Ampel zu montieren. Diese soll den Linksabbiegern von der K 1685 kommend in die B 10 das sichere Überqueren der Bundesstraße ermöglichen. Um einen sinnvollen Einsatz dieser Signalanlage gewährleisten zu können, sollen im Bereich der Linksabbiegespuren Kontaktschleifen eingebaut werden.

Die Straßenbauverwaltung hat inzwischen ein Fachbüro mit der Planung beauftragt. Wenn die Pläne vorliegen, kann die Verkehrsbehörde der Stadt die verkehrsrechtliche Anordnung erlassen. Vorher soll auch noch beobachtet werden, wie sich die Einschränkungen an der maroden Egelseebrücke der B 10 südlich von Vaihingen auswirken werden. Die Brücke ist seit kurzem auf eine Fahrspur verengt, den Verkehr regelt eine Ampel.

Doch ein Problem kann sich verschärfen, wenn die Einmündung K 1685/ B 10 beampelt wird: der allabendliche Rückstau auf der zweispurigen Enzweihinger Steige. Die Bundesstraße verengt sich am Ende der Steige auf eine Spur. Der Bau der Ortsumgehung Enzweihingen im Zuge der Bundesstraße wäre eine Lösung. Im kommenden Frühjahr will das Regierungspräsidium Stuttgart erst mit dem Planfeststellungsverfahren beginnen, um rechtskräftige Baupläne zu erhalten. Doch die Finanzierung des Millionen-Projekts durch den Bund steht in den Sternen und damit der Termin des Baubeginns.

 

Gerlingen, Einmündung Weilimdorfer Straße/Dieselstraße: Nachdem der Unfallschwerpunkt Panoramastraße/Schillerhöhe durch den Bau des Kreisverkehrs nunmehr beseitigt ist, handelt es sich bei der Ampelkreuzung Diesel-/Weilimdorfer Straße um den nächsten Unfallschwerpunkt, so die Stadtverwaltung. Bei der Auswertung der Unfälle durch die Polizei sei festgestellt worden, dass der Großteil der Unfälle passierte, als die Ampel ausgefallen war. Daher sei geplant, die Ausfallzeiten durch den Austausch der Lampen gegen LED-Beleuchtung sowie den Einbau eines neuen Steuergeräts zu verringern und so die Sicherheit zu erhöhen.