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Stadtbahn

Zustimmung für Landkreis-Pläne

Wenn der Förderantrag für eine Stadtbahn erst einmal gestellt ist, kann man in Ruhe Optionen untersuchen und gegebenenfalls sogar noch umsteigen, so der Konsens im Gemeinderat. Dieser stimmte einem gemeinsamen Förderantrag des Landkreises und der anliegenden Kommunen zu.

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Die alte Bahnstrecke von Markgröningen, über Möglingen nach Ludwigsburg. Sie soll im Zuge der Stadtbahnplanungen möglicherweise reaktiviert werden.Archivfoto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Das heißt, die Stadt Markgröningen wird die weitere Entwicklung von Konzepten für eine Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg unterstützen. Derzeit konzentriert sich das Interesse auf die maßgeblich von Ludwigsburg angestrebte Doppelstrategie mit Niederflursystem und der sogenannten Kombilösung. Wenn die Kommunen jetzt einen Antrag auf GVFG-Förderung stellen – das Bundesprogramm läuft noch bis 2019 – bestehe im Laufe der Untersuchungen noch die Möglichkeit, auf eine andere Variante umzusteigen, berichtete Bürgermeister Rudolf Kürner über die im April stattgefundene Besprechung im Verkehrsministerium. „Das scheint der Königsweg zu sein, dass man sich so weit einigt, dass man einen gemeinsamen Förderantrag stellt.“

„Wir persönlich sehen die SSB-Variante als die beste an, aber man muss sich der Realität stellen, muss handlungsfähig bleiben“, skizzierte Matthias Reutter (Freie Wähler) den Stand der Dinge. Für die Fraktion sei es aber wichtig, dass die Verbindung mindestens bis zur Kreissparkasse führe, da die Leute maximal einmal, aber nicht zweimal umsteigen wollten.

Erich Hutflus (CDU) sagte, „mir ist alles recht. Hauptsache, sie fährt“. Wenn die Bahn aber nur bis zum Bahnhof fahre, müsse hier eine gute Anbindung geschaffen werden mit großen und kleinen Bussen“. Pedro Torres Fernandes (SPD) erinnerte an das Damoklesschwert der geplanten Abschaffung der Euro-4-Plakette in Stuttgart und warb dafür, Lösungen sachgerecht zu diskutieren. Auch Kornwestheim sehe er in der Pflicht, „und darüber hinaus auch die Region Stuttgart“.

„Uns ist wichtig, dass die Bahn überhaupt kommt“, sagte Andreas Semmling (GAL). Er nannte als wesentlichen Aspekt für ein Verkehrskonzept, die Bürger zu motivieren, mit dem Fahrrad zum Bahnhof zu fahren. Denn betrachte man den Ortskern der Stadt, lägen Bahnhofstraße und Asperger Straße „total im Norden“, die neuen Baugebiete Ziegelei und Möglinger Weg im Süden. Die Leute seien es schon gewohnt, zweimal umzusteigen, widersprach er dem Kollegen Reutter. „Markgröningen ist nicht fahrradfreundlich. Und wir brauchen eine Busringlinie“, meinte Semmling. Die müsse den Bahnhof und weiter außerhalb liegende Orte andienen.

„Wenn wir den Fuß hier drin haben und einen positiven Förderbescheid bekommen, sind wir ja offen und können alles, was innerhalb unserer Stadt ist, verwirklichen“, schloss Kürner. Die Abstimmung erfolgte einstimmig.

Markgröningen favorisiert, wie Möglingen und Remseck, die Hochflurvariante der Stadtbahn (SSB) von Aldingen über Ludwigsburg und Möglingen nach Markgröningen. Nachdem das von Ludwigsburg abgelehnte Hochflursystem vom Tisch ist, konzentrieren sich die Bemühungen auf die Niederflurbahn sowie eine von der Stadt Ludwigsburg im März vorgeschlagene Kombilösung. Die Konzepte beider Systeme sollen nun parallel vorangetrieben werden.

Die Kombilösung sieht eine schnelle Ertüchtigung der stillgelegten Markgröninger Bahnstrecke vor und ergänzend den Einsatz von Bussen auf eigenen Trassen (BRT).

Die Markgröninger Stadtverwaltung benennt als Risiken der Eisenbahnlösung den Endpunkt Bahnhof Markgröningen, eine unattraktive Taktung, welche weiterhin die Nachfrage einer parallelen Buslinie nach Asperg bedeute, sowie die noch ungewisse Trägerschaft und damit nicht bezifferbare Kosten für die Stadt.