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Blühendes Barock

Zwischen Ostern und Sommerflair

Sommerliches Wetter mit Temperaturen von fast 25 Grad hat die Menschen an den Ostertagen ins Freie gelockt. Das Blühende Barock gehörte zu den begehrten Ausflugzielen.

Viele Postkartenmotive erwarteten die Besucher am Wochenende. Foto: Holm Wolschendorf
Viele Postkartenmotive erwarteten die Besucher am Wochenende. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Frühlingserwachen lautet das Motto noch bis Ende dieser Woche im Schlossgarten, in dem der Sommer längst Einzug gehalten hat. Die gut gelaunten Besucher trugen Shirts, Shorts, Sandalen oder luftige Sommerkleider. Viele hatten Decken mitgebracht, die sie zum Picknicken auf eine der Wiesen ausbreiteten, wandelten zwischen den Blumenbeeten umher, machten Selfies vor strahlendblauem Himmel oder ließen es sich in einem der Cafés gut gehen. Nicht wenige Besucher stoppten an den blühenden Fliedersträuchern am Wegesrand, um den einzigartigen Duft auf sich wirken zu lassen.

Silke und Frank Lambor nahmen in einem der aufgestellten Liegestühle ein Sonnenbad. Es gibt vieles, was dem Paar aus Ludwigsburg am Blüba gefällt: „Die Natur, die tolle Atmosphäre, das angenehme Publikum, die Möglichkeit zu entspannen“, zählte Frank Lambor gleich mehrere Dinge auf. In einigen Metern Entfernung nahmen drei Generationen einer Familie auf Bänken und Decken Platz. Aus Tübingen, Saarbrücken und Karlsruhe waren die Mitglieder der Familie Rath-Prenlow im Alter zwischen einem Jahr und 73 Jahren angereist, um sich im Blühenden Barock in Ludwigsburg zu treffen. „Ich war als Kind schon oft hier“, erzählte Meike Rath. Sie hatte das Blüba als Treffpunkt für den Ostersonntag vorgeschlagen. Auf der Decke waren die Behälter mit den mitgebrachten Leckereien ausgebreitet worden. Bei diesem schönen Wetter musste also niemand aus der Familie in der Küche stehen und das Essen vorbereiten.

Doch nicht nur die Ruhesuchenden kamen im Blüba auf ihre Kosten. Die Mitglieder des Heimatvereins Möglingen nahmen interessierte Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Sie zeigten ihnen, wie früher mit einem Dreschflegel das Getreide gedroschen, und mit Hilfe einer Maschine, der Windfege, die Spreu vom Weizen getrennt wurde. Außerdem hatten sie eine Maschine mitgebracht, die Strohbänder flechten kann. Früher wurden diese zum Binden der Getreidegarben verwendet. Mit Blumen und Filz sind sie heute vor allem dekorative Hingucker.

Bestaunt wurden sowohl die Allee aus aufgereihten Ostereiern, die überdimensionalen Ostereier als auch der riesige Osterhase aus Stroh, die Jutetulpen im XXL-Format und der Osterbrunnen, der von Landfrauen aus Affalterbach gestaltet worden ist. Auch eine große Osterkerze aus Holz war zu bestaunen. Auf Tafeln wird über das mit dem Osterfest verbundene Brauchtum informiert.

Nicht schauen, sondern Mitmachen, das war am Stand von Iryna Havran angesagt. Hier konnten die kleinen Besucher Ostereier bemalen. Schürzen schützten die Kleidung des Nachwuchses vor Farbklecksen. 30 Cent kostete der kreative Spaß pro Ei. Wer die zerbrechlichen Kunstwerke nicht mit nach Hause nehmen, sondern spendete, unterstützte die Aktion Helferherz der Ludwigsburger Kreiszeitung. Pro Ei zahlt das Blühende Barock dann 50 Cent in den Spendentopf ein. Mit Hingabe bemalten Gabriel und Lennart, dem sein Vater Andreas Körber über die Schulter schaute, die Eier. „Spenden“, lautete unisono die Entscheidung der beiden Jungen. An die Schürze, fertig, los, hieß es auch im benachbarten Aktionszelt. Hier konnten Kinder Osterkekse backen und als leckere Erinnerung mitnehmen.

Hanami bezeichnet die japanische Tradition des Kirschblütenfestes. Der Zauber rosafarbener Blüten zog auch viele Blüba-Besucher in den Bann. Estela und Heitor Barbosa zum Beispiel, die aus Brasilien stammen und in Schwäbisch-Gmünd leben, bestaunten die Szenerie der Holzfiguren unter einem blühenden Kirschbaum. „Es ist unglaublich schön hier im Blüba“, schwärmte Estela Barbosa.

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