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Radtour

Auf dem Sattel durch den Landkreis

Weinberge, Wald und Wiesen: Vor der Haustür gibt es so einige historische Örtchen und idyllische Naturlandschaften zu entdecken. Radprofi Susanne Leidenroth verrät ihre Lieblingsrouten und gibt Tipps für Radanfänger.

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Ludwigsburg. „Der Landkreis hat einiges zu bieten“, weiß die Vorsitzende des örtlichen Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Susanne Leidenroth. „Besonders in den letzten Jahren sind viele Radwege entstanden“, so die Ludwigsburgerin. Also ideal, um sich auf das Rad zu schwingen und auf Erkundungstour zu gehen.

Nur der Süden sei nicht so schön. „Da kommt gleich Stuttgart, das ist also eher für Berufstätige interessant“, sagt die Radexpertin. Schöner seien die anderen Himmelsrichtungen: Radler können dort idyllische Weindörfer, den Schwäbischen Wald, das Kirbachtal und weitere Naturschutzgebiete sowie Museen entdecken.

Auch Anfänger müssen keine Angst haben, betont Leidenroth: „Die Radwege sind gut ausgeschildert. Außerdem gibt es an der Enz und am Neckar entlang flache Strecken.“ Und nicht zu vergessen: Wer keine Puste mehr hat, steigt einfach in der nächsten S-Bahn-Station ein. „Außerhalb des Berufsverkehrs darf man Räder kostenlos mitnehmen.“

Wer geleitete Gruppentouren ausprobieren möchte, kann beim ADFC gegen eine geringe Gebühr mitfahren. Einmal im Monat gibt es eine geführte Familientour. Wenn Leidenroth Touristen auf dem Rad den Landkreis zeigt, empfiehlt sie die schönen Weinorte. „Ich selbst fahre am liebsten am Neckar entlang Richtung Norden mit meinem Trekking-Rad und mit einer Tasche für die Bauernstände am Wegrand“, so die 49-Jährige, die mit 20 Jahren zum Radclub stieß. Ihre Streckentipps für Familien und etwas Geübte:

Der schöne Familienausflug zum Keltenfürst in Hochdorf (40 km, leicht) findet sich auch im Buch von Katja Goll, „Radtouren Ludwigsburg“ von 2012. Am Kleinaspergle vorbei führt der Weg nach Möglingen. Immer der Radwegbeschilderung folgend gelangen wir nach Markgröningen. Dort fahren wir ein Stück Straße ins Glemstal hinunter, biegen nach links auf den Radweg ein, dann nach rechts Richtung Hardthof/Schönbühlhof. Leicht bergauf geht es direkt auf den Hochdorfer Keltenhügel. Das Museum ist gut ausgeschildert (sonntags von 12 und 14 Uhr Mittagspause).

Am nördlichen Ortsrand führt die Radstrecke geradeaus nach Enzweihingen hinunter, zwischendurch hat man einen herrlichen Ausblick auf Vaihingen und Umgebung. In Enzweihingen können wir eine kleine Runde durch den Ortskern drehen, überqueren dann am östlichen Ortsrand die B 10 sowie die Enz und landen auf dem Enztalradweg.

Auf flacher und malerischer Strecke gelangen wir nach Oberriexingen. Die Hauptstraße geradeaus, links abbiegend Richtung Sersheim und der Ausschilderung Römerkeller folgend, können wir einen Blick in die Ausstellung über die Römer werfen (Römerkeller, sonntags 14–17 Uhr). Zurück im Ortskern folgen wir dem Enztalradweg nach Untermberg, wo wir die Fahrradbrücke über die Enz nach Bissingen nehmen. Bergauf durch Bissingen gelangen wir an den südlichen Ortsrand. Von dort geht es mit leichter Steigung über die Felder nach Tamm und Asperg. Im Vereinsheim der Kleintierzüchter Asperg oder nach einer kurzen, heftigen Steigung die Südliche Alleenstraße hoch im Naturfreundehaus Kleinaspergle können wir einkehren und den Tag ausklingen lassen.

Die Tour zur Museumsstadt Bönnigheim (60 km, mittel, vier längere Steigungen) führt um den Hohenasperg herum, bis der Radweg rechts in Richtung Tamm abzweigt. Dort geht es durch das Wohngebiet und den alten Tammer Ortskern, vorbei an Kelter, Kirche und am Aussiedlerhof nach rechts Richtung Bissingen, am Friedhof vorbei. Geradeaus bergab radeln wir durch die Ortsmitte, an der Lindenstraße, Schulstraße und der Flößerstraße vorbei bis zum Enzsteg nach Untermberg.

Nun erfolgt eine sehr steile Auffahrt zum Egartenhof. Bei einem kurzen Rundgang durch die Burgruine Altsachsenheim können wir verschnaufen und die Aussicht genießen.

Es geht weiter nach Metterzimmern, wo wir nach der Überquerung der Landesstraße 1125 zur Metter abfahren und einen steilen Anstieg in den Ort bewältigen müssen. Durch die Hintere Gasse und den Setzinger Weg führt die Strecke an Streuobstwiesen, Wald und Feldern vorbei mit leichten Steigungen zum Weißenhof und nach Löchgau. Wir queren die K 1681, wenden uns links durch das Wohngebiet und gelangen auf dem Radweg direkt nach Erligheim. Dort führt parallel zur L 1107 ein Radweg nach Bönnigheim. In der sehenswerten Ganerbenstadt haben wir die Auswahl zwischen verschiedenen Museen wie dem Schnaps- oder Apothekenmuseum oder Gastwirtschaften.

Von Bönnigheim aus führt der gut beschilderte Radweg weiter über Hohenstein nach Kirchheim, wo wir entlang dem Neckartalradweg flach nach Walheim und weiter nach Besigheim rollen.

Gegenüber dem Kelterplatz kann man sich in einer guten Eisdiele für die Rückfahrt an der Enz stärken.

In Bietigheim folgt noch ein kurzer, steiler Anstieg zum Bahnhof, dann geht es über den Fißlerhof und entlang der B 27 bequem zurück nach Ludwigsburg.