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Es geht auch mal ohne Rutsche

Kinder sitzen lieber vor dem Computer oder am Smartphone, statt draußen zu spielen. Eine These, die so nicht ganz zu halten ist. Ein Spielplatz – so er denn Kinder dazu ermuntert, aktiv zu sein – hat immer noch seinen Reiz.

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Sand, Wasser, Holz: Der Naturerlebnisraum am Bächle kommt ganz ohne (künstliche) Spielgeräte aus. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Was ein schöner oder toller Spielplatz ist, lässt sich aber kaum in eine objektive Rangliste fassen, weil ganz unterschiedliche Kriterien angelegt werden. Für Eltern ist oft eine gute Erreichbarkeit ausschlaggebend, sie schauen naturgemäß auch eher auf Sicherheitsaspekte, während die Kinder vor allem Spielgeräte haben wollen, an denen sie sich auch mal ausprobieren können, die herausfordern. Dass es aber auch ganz ohne Rutsche, Schaukel und Kletterturm geht, zeigt exemplarisch der Naturerlebnisraum am Bächle, am Rand des Vaihinger Teilorts Kleinglattbach gelegen.

Wer sich dem 1,5 Hektar großen Areal als Spaziergänger nähert, dem fällt zunächst gar nicht auf, dass sich hinter Büschen und Bäumen ein kleines Paradies verbirgt. Vor zehn Jahren wurde hier die Lokale Agenda aktiv und wandelte mit ehrenamtlicher Power und viel Idealismus das Gelände in der Hungerbachsenke in einen naturnahen Spiel- und Bewegungsraum um. Ein kleiner Bach schlängelt sich am flachen Ufer entlang, hinterlässt Sand und Matsch, mit Holzbalken und Ästen lassen sich Staudämme bauen. Große Baumstämme ersetzen Bänke, in einigen Bäumen hängen selbst gebastelte Schmetterlinge. Vielleicht von Kindern des Kindergartens am Hofgut, die sich an der Infotafel auch mit einem „Bächle-Song“ verewigt haben. „’s Bächle find ich supergut, es zieht mich magisch an, weil man dort so viele tolle Dinge machen kann“, heißt es im Refrain.

Kreativ sein, Ideen entwickeln, beratschlagen, wie sie sich am besten umsetzen lassen, all das ermöglicht der Naturerlebnisraum – das sieht man auch an Tobi und seinen Freunden, die barfuß durch das Bächle waten, Holz schichten, Steine sammeln und völlig in ihr Tun vertieft sind.

Auf bürgerschaftliches Engagement geht auch der Familienfreizeitplatz in Hemmingen zurück, der am westlichen Ortsrand in Richtung Eberdingen zu einem Treffpunkt für Jung und Alt geworden ist. Hier ist unter Mitwirkung der Bürger ein Platz entstanden, der mit seiner großen Grillstelle, Tischen und Bänken zum einen Aufenthaltsqualität für die gesamte Familie bietet, den Kindern aber zum anderen eine Menge Aktivitäten ermöglicht.

Im großen Sandkasten, über das ein Sonnensegel gespannt ist, können schon ganz Kleine spielen und die Rutsche testen, Größere können sich an einem aus naturbelassenen Holzbalken konstruierten Klettergerüst ausprobieren, Basketball spielen, wippen, schaukeln. Die Skaterbahn kann selbst mit Kinderfahrrad und Roller bezwungen werden.

Zwei Beispiele für Spielplätze im Landkreis, die etwas anders sind. Welcher aber Kindern am meisten Spaß macht, sollte man sie am besten selbst testen lassen.