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Welthandel
Große Lagerbestände bei Bangladeschs Textilherstellern

Bekleidungsindustrie in Bangladesch
In Bangladeschs Bekleidungsfabriken arbeiten überwiegend Frauen. Foto: Habibur Rahman
Angesichts von Inflation und Konsumzurückhaltung bleiben derzeit viele Textilfabriken in Bangladesch auf ihren Waren sitzen. Der Westen hält sich bei Bestellungen zurück.

Dhaka. Textilhersteller in Bangladesch bleiben derzeit im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine auf Lagerbeständen sitzen.

Mehrere westliche Modehäuser hätten in den vergangenen Monaten angesichts der weltweiten Inflation und der angespannten Budgets von Verbrauchern um die Aufschiebung von Auslieferungen von Bestellungen gebeten, sagte der Präsident der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA), Faruque Hassan, der Deutschen Presse-Agentur. Bangladesch ist der zweitgrößte Textilhersteller weltweit nach China und produziert vorwiegend für westliche Länder. Nun hofften die Textilproduzenten auf mehr Verkäufe beim Black Friday und der Vorweihnachtszeit in Europa und den USA - und anschließend wieder auf mehr Bestellungen, sagte Hassan.

Doch nicht nur weniger Bestellungen machen den Textilproduzenten zu schaffen. Bei der Stromproduktion setzt das Land stark auf importierten Treibstoff und dieser wurde im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine teurer. In der Folge liefen derzeit viele Fabriken nur mit halber Kapazität, sagte ein früherer Anführer der Bangladesh Knitwear Manufacturers and Exporters Association, Fazlul Hoque.

Der Textilsektor ist wichtig für die Wirtschaft des 160-Millionen-Einwohner-Land und beschäftigt gut vier Millionen vorwiegende Arbeiterinnen in rund 4000 Fabriken. Kürzlich hatten sich Bangladesch und der Internationale Währungsfonds (IWF) angesichts der Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Krieg auf ein Hilfsprogramm in Höhe von insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar (4,5 Milliarden Euro) geeinigt. Die auf dreieinhalb Jahre angelegte Vereinbarung auf Arbeitsebene bedürfe noch der Zustimmung durch das IWF-Management, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:221123-99-636018/2