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100 Jahre VfB Neckarrems

Großes Lob für die Arbeit des VfB

Ehrengaben en masse gab es für den VfB Neckarrems. Medaillen und Fahnenbänder, Fußbälle und zahlreiche Schecks hatten die Gastredner mitgebracht: Mit einem Festakt wurde das Feierjahr zum 100-Jahr-Jubiläum eingeläutet und die Barberlights brachten dazu die passenden Ständchen.

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VfB-Vorsitzender Thomas Eberle (links) nahm die Sportplakette von Staatssekretär Dr. Frank Mentrup entgegen. Foto: Foto: Benjamin Stollenberg

Remseck. Aus einer Art „Konkursmasse“ hat sich der heutige Verein für Bewegungsspiele Neckarrems 1913 heraus gegründet. Der TV Hegnach hatte sich aufgelöst und einige Turnbegeisterte kauften aus dem Nachlass ein stationäres Reck, zwei Matten, eine Hantel, eine Stoßkugel und mehrere Holzkeulen. Das war die Erstausstattung für den Verein, der gleich darauf im Gasthaus Löwen von 17 Mitgliedern gegründet wurde, schreibt Schriftführerin Claudia Deike in der überarbeiteten Chronik des Vereins.

„Es gehörte Zuversicht dazu, in so unruhiger Zeit überhaupt noch einen Verein zu gründen“, lobte Staatssekretär Dr. Frank Mentrup, bevor er die Sportplakette des Bundespräsidenten überreichte. Noch mehr Stehvermögen habe der Verein bewiesen, als er nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal von vorne angefangen hatte. Immer habe man Neues gewagt und sei mit der Zeit gegangen, habe Kooperationen mit den Nachbarn gesucht, statt Animositäten zu pflegen, habe auf Breitensport und Jugend gesetzt. Es sei ein „Phänomen“, dass so etwas über so lange Zeit auf ehrenamtlicher Basis funktioniere. Und so könne es auch die nächsten 100 Jahre „energisch und erfolgreich weiter“- gehen: „Durch Integration und Zusammenhalt ist das Vereinsleben der Kitt einer modernen Gesellschaft.“

Die besondere Leistung der unzähligen Ehrenamtlichen, die den VfB über 100 Jahre am Leben gehalten hätten, würdigte Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger. Ohne sie gäbe es keinen Grund zum Feiern. Der VfB habe sich zu einem respektablen Mehrspartenverein entwickelt, sei ein Aushängeschild der Stadt. „Und wer weiß, vielleicht wird hier auch einmal wieder erstklassiger Fußball gespielt“, spielte er darauf an, dass sich die Abteilung 2010 abgespaltet hat.

Bevor sie Fahnenband und Plakette des Turnerbundes überreichte, betonte Michaela Netzer-Voith, Vizepräsidentin des Schwäbischen Turnerbundes (STB), wie wichtig die Qualität des Angebots in einem Verein sei, damit sich die Mitglieder dort wohlfühlen. Die Zusammenarbeit mit den Kitas und Schulen sowie die Seniorenarbeit würden im Breitensport immer mehr an Bedeutung gewinnen, meinte auch der Präsident des Turngaus Neckar-Enz, Gunter Bretschneider. Auch er hängte ein Band an die ehrwürdige Vereinsfahne. Sie stammt aus dem Jahr 1923 und hat zu Inflationszeiten die astronomische Summe von 28 Millionen Mark gekostet.

Die Geburtsstunde der Fußballer schlug 1928, zwei Jahre später wurde der erste eigene Platz eingeweiht. Und 1933 wurde aus dem TV der VfB. 1963 dann ein weiterer Umzug auf den Hummelberg, Heimat des Vereins bis heute mit 700 Mitgliedern.

Dem eigentlichen Festredner hatte der Arzt den Auftritt untersagt. Aber vielleicht könne der in Neckargröningen geborene Journalist Ulrich Kienzle ja noch zu einem späteren Zeitpunkt sein Kommen nachholen, hofft Vereinsvorsitzender Thomas Eberle.

Den unbedingten Zusammenhalt innerhalb des Vereins hob Eberle besonders hervor. „Was wir machen, das machen wir zu 100 Prozent gemeinsam.“ Das habe sich bei den Vorbereitungen zum Jubiläumsjahr gezeigt. „Wir können uns aufeinander verlassen“, meinte er und kündigte eine ganze Reihe Veranstaltungen an: „Wir wollen Akzente setzen und möglichst vielen die Möglichkeit geben, unser ganz besonderes Fest mitzufeiern.“

Einer dieser „Akzente“ wird in der Stadt auf Wanderschaft gehen: eine Wand fast so groß wie ein Fußballtor, auf der die Geschichte des Vereins mit Zeitschiene und wie in einem familiären Fotoalbum gezeigt wird.