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Energiekosten
IHK Region Stuttgart sieht viele Firmen in ihrer Existenz gefährdet

Marjoke Breuning, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.
Marjoke Breuning, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.
Vor Wohlstandsverlusten auch in der Region Stuttgart warnt die Industrie- und Handelskammer. Ihr machen die hohen Energiekosten große Sorgen.

Stuttgart. Die Unternehmen in der Region Stuttgart sind angesichts der hohen Energiepreise besorgt: Setze sich die Preisspirale bei Strom und Gas weiter nach oben fort, könne die internationale Wettbewerbsfähigkeit der stark exportorientierten regionalen Betriebe nicht gesichert werden, erklärte die IHK Region Stuttgart gestern in einer Mitteilung. „Der drohende Verlust der globalen Wettbewerbsfähigkeit gefährdet sehr viele Unternehmen in ihrer Existenz und damit ebenso Beschäftigung sowie Wohlstand in der Region Stuttgart und darüber hinaus“, erklärt Marjoke Breuning, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.

Die Präsidentin begrüßte zudem die in der gestrigen Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) beschlossene Resolution zur Energiepolitik, die die Politik zum sofortigen Handeln auffordert, um zügig eine Preisbremse bei Strom und Gas auf den Weg zu bringen.

Dramatik noch nicht erkannt?

Breuning: „Uns erreichen täglich Hilferufe unserer Mitgliedsunternehmen, die sich in bedrohlicher Situation befinden oder gerade hineinschlittern. Deswegen ist es richtig, dass auf politischer Ebene jetzt alle Register gezogen werden, um unsere Wirtschaft zu stützen.“ Es treffe nicht nur die energieintensiven Betriebe, sondern alle Branchen. Denn Stromkostensteigerungen in Größenordnungen des Zwanzigfachen der vorherigen Kosten könnten von den Unternehmen nicht getragen werden, so die Präsidentin.

„Viele Betriebe sind der Ansicht, dass die Bundesregierung die Dramatik der Lage noch nicht erkannt hat“, sagte Breuning. Daher werde die IHK-Organisation am kommenden Samstag in einer ersten Sitzung der von der Regierung eingesetzten Kommission die Interessen der Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung vehement vertreten. Dem Standort Deutschland drohe eine schleichende Deindustrialisierung durch Firmensterben oder -verlagerung. „Unternehmen, die erst mal weg sind, kommen nicht zurück.“ (red)