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Meerrettich, Honig und Rosenkohl

Erst fröstelt der Mensch, dann kratzt es im Hals, die Nase ist zu, Kopf und Glieder schmerzen– und die Erkältung ist da. Medizinersprechen lieber von einem grippalen Infekt und behaupten scherzhaft, er dauere unbehandelt sieben Tage und mit Behandlung eine Woche. Trotzdem kann man einiges tun, um verschont zu bleiben. Und erwischt es einen doch, machen zahlreiche Hausmittel das Winter-Leiden erträglicher.

Halsweh und Fieber
Halsweh und Fieber? Ein warmes Getränk und menschliche Zuwendung helfen. Foto: AK/Wigger/dpa/gms

Tipps bei Grippe. Die Kälte ist übrigens nur indirekt schuld an der Erkältung, denn Kälte an sich macht noch nicht krank, wohl aber andere Begleiterscheinungen der kalten Jahreszeit: Man hält sich häufiger in geschlossenen, oft schlecht gelüfteten Räumen auf, die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfälliger für Infektionen, überall hustet und niest eine(r) – und schon hat man sich eine Infektion eingefangen. Denn die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, entweder durch direkten Kontakt(Küsschen, Hände schütteln/, durch die Luft oder durch Schmierinfektion (zum Beispiel am Telefonhörer). Hat man sich erst mal infiziert, dauert es zwei bis acht Tage, bis die Erkältung ausbricht – oder auch nicht. Denn ob und wie schwer es uns erwischt, hängt davon ab, wie fit unser Immunsystem ist. Stress, Alkohol, Nikotin, Vitamin-D-Mangel (Tageslicht, Sonne!) und Bewegungsmangel, dazu vitaminarmes Essen – all das schwächt das Immunsystem und macht anfälliger für Erkältungskrankheiten. Deshalb ist Vorbeugen wichtig. Regelmäßige Saunabesuche oderheiß-kalte Wechselduschen am Morgen trainieren die Gefäße. Und man kann noch mehr tun, um gar nicht erst krank zu werden. Claudia Nafzger, Kräuterpädagogin aus Steinheim-Höpfigheim, rät zu einheimischem Gemüse, das jetzt auf den Feldern wächst: „Das hat Kraft!“ Wintergemüse wie Kraut, Schwarzer Rettich, Rosenkohl, Rote Rüben, Kartoffeln und Meerrettich liefern Vitamin C, scharf-würziges wie Zimt, Ingwer, Muskat wärmenden Körper und putzen Nase und Hals so richtig durch.„Meerrettich ist total klasse!“ schwärmt die Kräuterfachfrau und rät, jeden Abend ein Häufchenfrisch auf den Vesperteller zu raspeln. Wer’s süßer mag, streicht sich Hägenmark aufs Brot – auch in den Hagebutten ist eine Menge Vitamin C drin. Und wenn alles nichts genützt hat? Wenn die Erkältung voll zugeschlagen hat? Kräuterfrau Claudia Nafzger rät, gut auf den Körper zu hören; denn krank sein heißt: „Hey, guck mal nach dir!“ Dann sollte man mit Absicht Sachen machen, die Zeit brauchen, einen Tag Auszeit nehmen, den Kopf auf ein warmes Dinkelspelzkissen betten und sich bewusst „Gesund-Zeit“ gönnen.