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Aufklärungsquote

Spitzenplatz auf niedrigem Niveau

Auf Platz 8 der 44 Stadt- und Landkreise lag der Kreis Ludwigsburg 2013 bei der Aufklärungsquote von Wohnungseinbrüchen. Mit 18,4 Prozent ist es gleichwohl ein Wert auf niedrigem Niveau. Basis waren 412 erfasste Fälle. Das geht aus Angaben des Innenministeriums Baden-Württemberg hervor.

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Der große Schrecken nach einem Wohnungseinbruch. Archivfoto: dpa
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Ludwigsburg. Es sind in keinem der baden-württembergischen Stadt- und Landkreise die gewaltigen Aufklärungsquoten. Trotzdem gibt es Schwankungen zwischen dem Landkreis Lörrach als Spitzenreiter mit 25,7 Prozent bei 269 Fällen und dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 3,6 Prozent von 421 Fällen, In der Region Stuttgart weist der Kreis Ludwigsburg mit seiner 18,4-Prozent-Quote hinter Göppingen mit 20 Prozent den höchsten Wert auf. Die Nachbarn im Norden und Westen – die Kreise Heilbronn und Enz – liegen schlechter. Der Landesdurchschnitt beträgt 10,9 Prozent.

Die Quote schwankt

Die Daten lieferte das Innenministerium auf eine Landtagsanfrage der CDU. Im Landesdurchschnitt nehmen die Fahndungserfolge ab: von 16,4 Prozent im Jahr 2011 über 12,7 (2012) und auf nun 10,9 Prozent. Allerdings zeigen die Zahlen auch, wie sehr die Quote schwankt. Dafür ist der Kreis Ludwigsburg ein gutes Beispiel: Die Zahl der erfassten Fälle stieg von 330 (2010) auf 412 (2013) – und sie klettern weiter. Die Aufklärungsquote fiel uneinheitlich aus: 2010 lag sie bei 19,4 Prozent (2010), ging im Jahr darauf auf 15,8 zurück, sackte 2012 auf 11,6 Prozent und stieg inzwischen auf 18,4 Prozent. Die Werte fallen dann besser aus, wenn es gelingt, Serientäter zu fassen und denen mehrere Einbrüche nachzuweisen, sagt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Eine Bewertung, die im Einklang steht mit den Aussagen des Ministeriums: Tatserien und sowie die Erfassung geklärter Fälle im folgenden Jahr führe generell zu sehr starken Schwankungen.

Die Menschen verunsichert die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche. Das zeigte auch eine Online-Umfrage unserer Zeitung. Wie berichtet, fühlen sich 74 Prozent der 222 Teilnehmer unsicher. Das Innenministerium verweist darauf, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche landesweit im vergangenen Jahr um fast 32 Prozent gestiegen ist. Allerdings sei sie Mitte der Neunziger Jahre noch höher gewesen. Auch andere Bundesländer verzeichneten zweistellige prozentuale Zuwachsraten.

Umfrage: Menschen sind verunsichert

Vielschichtig nennt das Ministerium die Ursachen für die steigende Tendenz bei den Wohnungseinbrüchen. Der Zuwachs sei auch auf reisende Tätergruppen zurückzuführen. Oftmals ergäben sich Häufungen entlang von Bundesautobahnen und Bundesstraßen, die gute Fluchtwege garantieren. Neben Gebieten mit günstigen An- und Abfahrtswegen seien bevölkerungsreiche Gebiete ebenfalls stärker betroffen. Weitere Ursachen seien Beschaffungskriminalität, beispielsweise um Drogensucht zu finanzieren. Eine Ursachenforschung, deren Ergebnis „eins zu eins mit der für den Kreis Ludwigsburg übereinstimmt“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums.

Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen, so das Ministerium, steige, die der deutschen mutmaßlichen Täter gehe zurück. Zuwächse gebe es besonders bei Tatverdächtigen aus Rumänien, Georgien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Ungarn. „Die Einreise erfolgt teilweise nur zur Begehung von Straftaten, wobei die Logistik vor Ort teilweise durch ortsansässige Täter zur Verfügung gestellt wird.“

Ihnen das Handwerk zu legen, ist auch Aufgabe des zehnköpfigen Fahndungsdienstes Bundesautobahn beim Polizeipräsidium Ludwigsburg. Zuständig für die Autobahn 81 zwischen Mundelsheim und Rottenburg und die A 8 von Heimsheim bis Wendlingen, nehmen sie Fahrzeuge mit geschultem Blick ins Visier, kontrollieren gezielt zum Beispiel Sprinterfahrzeuge mit bestimmten ausländischen Kennzeichen. Zudem hat jetzt das Polizeipräsidium auf die stark gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg reagiert und vor zwei Wochen eine gemeinsame zwölfköpfige Ermittlungsgruppe aus Schutz- und Kriminalpolizei eingerichtet, die von Böblingen aus gesteuert wird, aber auch einen Ableger in Ludwigsburg hat (wir berichteten).