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Suchtprävention

Wie sich ein Rausch anfühlt

Spezialbrillen vermitteln Eindruck, mit bis zu 1,5 Promille Alkohol im Blut unterwegs zu sein

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Mit dem Cityroller um Hütchen fahren oder auf einem Strich laufen ist mit Alkohol im Blut gar nicht so einfach. Foto: Fotos: Gaby Hilber
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KORNTAL-MÜNCHINGEN. Was für ein Schultag! Frau Westphal von der AOK rückte mit einer halben Fußballmannschaft an. Sie selbst wurde unterstützt von ihren beiden Kolleginnen, die später in Gruppen das vielfältige Thema Sucht mit uns bearbeiteten. Darüber hinaus brachte Herr Oehler, Vorsitzender des Kreuzbund Steinheim, zwei trockene Alkoholiker mit, die sich bereitwillig unseren Fragen stellten.

Am neugierigsten waren die Sechstklässler auf den Rauschbrillenparcours, den Herr Oehler aufbaute und erklärte. Mit dem Cityroller um die Hütchen, die in einem Kreis angeordnet waren, zu fahren, war für alle zunächst ein Kinderspiel. Aber wie ist das mit 0,8 Promille? Die erste Brille vermittelte diesen Eindruck und schon purzelten einige Hindernisse – zur Erheiterung der Zuschauer freilich. Dann täuschte die zweite Brille 1,2 Promille vor. Die Schüler sollten auf einem Klebebandstrich laufen und drei Münzen aufheben, die in einem geklebten Quadrat lagen. Da liefen einige neben dem Strich und brauchten mehrere Versuche, um das Geld aufzuheben.

Erschwert wurde schließlich noch das Aufschließen einer Tür – und zwar durch eine dritte Brille mit 0,8 Promille bei Dämmerlicht. Und was geschieht bei 1,5 Promille? Das Laufen auf dem Strich wurde noch schwieriger, das Fangen von drei Tennisbällen fast unmöglich. So haben die Schüler erfahren, wie es sich anfühlt, betrunken zu sein. Ist dies auch Abschreckung genug? Vielleicht konnten die Interviews und Gespräche mit den Mitarbeitern der AOK und den drei trockenen Alkoholikern ja die Schüler davor warnen, nicht selbst süchtig zu werden.