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Straftaten

Zahl der Einbrüche geht zurück

Vor einem Jahr hatte die Polizei selbst noch von „miserablen Zahlen“ gesprochen, jetzt zeichnet sich eine leichte Entspannung ab: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im ersten Halbjahr 2016 kreisweit um 13,6 Prozent zurückgegangen.

Zahl der Einbr

Allerdings ist die Entwicklung von Kommune zu Kommune ganz unterschiedlich: Teilweise ging die Zahl der Einbrüche deutlich zurück, teilweise stieg sie aber auch an. Entscheidend, sagt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, seien bei einer unterjährigen Statistik nicht die Prozent-, sondern die absoluten Zahlen. Denn wenn in Löchgau die Zahl der Einbrüche von einem im ersten Halbjahr 2015 auf vier im ersten Halbjahr 2016 steigt, so ist das prozentual eine Zunahme von 300 Prozent.


Dennoch: Zum ersten Mal seit 2012 ist eine Trendwende erkennbar. Stieg die Zahl der Einbrüche von 2012 bis 2015 ebenso kontinuierlich wie stark an, nämlich von 151 über 173 und 273 bis zum seitherigen Höchststand von 338 Straftaten im ersten Halbjahr 2015, so ging sie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres kreisweit auf 292 zurück.


„Das ist sicher ein Stück weit Ausfluss unserer Arbeit“, glaubt Widenhorn. Die Polizei setze dabei auf Prävention ebenso wie auf Repression. So spiele beispielsweise die Beratung eine große Rolle, also Hinweise und Tipps, wie Fenster oder Wohnungstüren gegen Eindringlinge wirkungsvoll gesichert werden können. Dass diese Arbeit fruchte, zeige sich auch daran, dass Einbrüche immer häufiger scheitern und es beim reinen Versuch bleibe. Unter den Begriff Repression fallen Maßnahmen wie verstärkte Streifenfahrten in den Kommunen, vor allem aber Kontrollen, bevorzugt an Straßen, die zur Autobahn führen, oder auf sogenannten Verbindungsstrecken. „Das sind Straßen, auf denen unserer Vermutung nach Diebesgut transportiert wird“, erläutert Widenhorn.


Auch wenn ein Jahresvergleich mehr Aussagekraft besitzt als ein Halbjahresvergleich, so gibt es bei den aktuellen Zahlen einige Auffälligkeiten. So ist zum Beispiel im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Kornwestheim die Zahl der Einbrüche um knapp 37 Prozent zurückgegangen. In absoluten Zahlen heißt das: von 84 auf 53. Tatsächlich gab es im Vergleich der ersten sechs Monate 2015 und 2016 nur in Remseck zwei Einbrüche mehr (19 statt 17). In Asperg sank die Zahl von 23 auf 14, in Kornwestheim von 28 auf 12, in Möglingen von 9 auf 5 und in Tamm von 7 auf 3. Eine Erklärung dafür hat Polizeisprecher Widenhorn nicht, „dafür sind die Zahlen zu klein.“
Auch im Bereich des Polizeireviers Vaihingen ist die Zahl der Straftaten in einer ähnlichen Größenordnung zurückgegangen, nämlich um fast 35 Prozent. Einzige Ausnahmen sind Schwieberdingen, wo es elf Einbrüche (2015: 6) gab, und Oberriexingen, wo nicht ein-, sondern zweimal eingebrochen wurde.


Ganz anders sieht es im Bereich des Polizeireviers Ditzingen aus, das einen Anstieg der Einbrüche von 32 auf 64 und damit um 100 Prozent verzeichnet. In Ditzingen waren es 15 Einbrüche im ersten Halbjahr 2016 (2015: 7), in Gerlingen 20 (14). In Korntal-Münchingen bedeuten die 26 Einbrüche einen Zuwachs um 271 Prozent; der Vergleichswert 2015 weist 7 Einbrüche auf.


Ausreißer nach oben gibt es auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen, das insgesamt eine Zunahme der Einbrüche um 50 Prozent meldet. In Besigheim, Bönnigheim, Erligheim und Walheim blieb die Zahl der Einbrüche konstant niedrig, in Löchgau stieg sie von einem auf vier, in Kirchheim von 3 auf 6, in Ingersheim von 2 auf 5. Prozentual sind das Sprünge zwischen 100 und 300 Prozent. In der Stadt Bietigheim-Bissingen stieg die Zahl der Einbrüche von 14 auf 23 (64 Prozent).
Einen leichten Rückgang um 4,3 Prozent meldet das Polizeirevier Marbach. In Steinheim sank die Zahl der Einbrüche von 11 auf 3, in Pleidelsheim von 6 auf 4, in Benningen von 9 auf 7, in Murr von 6 auf 3. Dagegen stieg sie in Erdmannhausen von 1 auf 3, in Freiberg von 18 auf 20, in Marbach von 12 auf 13, in Mundelsheim von 0 auf 2.


Trotz der leichten Entspannung gibt es auf der Ebene des Polizeipräsidiums keine Entwarnung. Laut Peter Widenhorn arbeitet die vor zwei Jahren eingerichtete Ermittlungsgruppe „Wohnungseinbruch“ weiter. Aktuell seien wegen der gesunkenen Zahlen etwas weniger Beamte in dieser Gruppe im Einsatz, „mit Beginn der dunklen Jahreszeit wird das Team aber wieder aufgestockt“, kündigt Widenhorn an. Die Ermittlungsgruppe hat vor allem die Aufgabe, Arbeitsweisen und Bewegungsprofile der Täter zu erarbeiten, um ihnen möglichst schnell auf die Schliche zu kommen.