Ludwigsburg | 04. Dezember 2015

2013: Die 88 Unfallschwerpunkte im Landkreis Ludwigsburg

Exakt 464 Unfälle meldet das Polizeipräsidium Ludwigsburg für die 88 Unfallschwerpunkte im Landkreis: mit insgesamt drei Toten sowie 262 Leicht- und 51 Schwerverletzten. Der gesamte Schaden liegt bei 13,7 Millionen Euro. Am häufigsten krachte es in Ludwigsburg (20 Mal), in Bietigheim-Bissingen (13 Mal) und in Vaihingen (acht Mal). Gut die Hälfte der Schwerpunkte verteilt sich auf weitere 22 Kommunen. In insgesamt 24 Städten und Gemeinden gab es das nicht, was die Polizei „Unfallhäufungsstellen“ nennt.

Zu einem Unfallhäufungspunkt wird ein Unfallort dann, wenn er eine der nachfolgenden Kriterien erfüllt:

  • Innerhalb eines Jahres vier gleichartige Unfälle
  • Innerhalb von drei Jahren fünf Unfälle mit Personenschaden
  • Innerhalb von drei Jahren drei Unfälle mit schwerem Personenschaden.

Am häufigsten scheppert es an Einmündungen und auf Kreuzungen. Oder es kommt zu Karambolagen wie beim Ein- und Ausparken entlang der Marktstraße in Steinheim. In der Neckartal- und der Remstalstraße in Remseck gehören auch Radfahrer zu den Unfallopfern, genauso wie an der Einmündung August-Bebel-Straße/Calwer Straße in Ludwigsburg. Kritisch speziell für Fußgänger ist es auf dem Zebrastreifen in der Hindenburgstraße auf Höhe Königsallee in Ludwigsburg.

 

Unfall Möglingen

Autobahn-Anschlussstelle Ludwigsburg Süd: auch ein Unfallschwerpunkt. Foto: Holm Wolschendorf

 

Insgesamt sechs Stellen im Landkreis entwickelten sich 2013 zu neuen Unfallschwerpunkten:

 

Affalterbach, Einmündung Marbacher Straße/Erdmannhäuser Straße: Tempo 30 reichte nach Auffassung des Landratsamtes nicht, um die steigende Zahl der Vorfahrtsverletzungen zu verhindern. Zurückgeführt wird dies auf die starke Verkehrsbelastung.

 

Bietigheim-Bissingen, Einmündung Schwarzwaldstraße/Farbstraße: Vier der sieben Unfälle passierten an der Rechtsabbiegespur von der Schwarzwaldstraße in die Auwiesenstraße - eine Spur ohne Ampelregelung. Jetzt wird ein Warnschild 50 Meter vor der Kreuzung aufgestellt. Eine Signalanlage würde, so die Polizei, in verkehrsreichen Zeiten zu einem Rückstau in die Schwarzwaldstraße führen.

 

Vaihingen-Enzweihingen, Einmündung der Straße aus Richtung Riet in die Bundesstraße 10: Über die Kreuzung rollen täglich 30000 Fahrzeuge. Sieben Unfälle passierten, vor allem weil anderen Autos die Vorfahrt genommen wurde.

 

Marbach, Kreuzung Ludwigsburger Straße: neun Mal kracht es - zwei Abbiegeunfälle, drei Vorfahrtsverletzungen, vier Unfälle im Längsverkehr. Möglicherweise wird als Konsequenz daraus die Ampel auf Vollbetrieb umgestellt.

 

Vaihingen, freie gut ausgebaute Strecke zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Kleinglattbach: Es gab zahlreiche Auffahrunfälle. Nachdem diese Entwicklung neu ist, wollen Polizei und Landratsamt zunächst die weitere Entwicklung beobachten.

 

Möglingen, Volksbankkreisel: Die Statistik weist vor allem Vorfahrtsverletzungen aus. Zudem wird der Innenring überfahren, weshalb nun dem Autofahrer durch eine rote Markierung verdeutlicht werden soll, dass er außerhalb des Innenrings fahren muss.

 

Aber es tauchen auch immer wieder die alten Unfallschwerpunkte in den Statistiken auf. Dazu gehören gleich zwei in Vaihingen, nämlich die Einmündung der Straße aus Richtung Oberriexingen in die B 10 bei Enzweihingen sowie die Einmündung der Neuen Bahnhofstraße in die Zufahrt aus Richtung Kleinglattbach/Ensingen zur B 10 im Westen der Stadt. Im ersten Fall wird eine Ampel geprüft, im zweiten gibt es die noch taufrische Zusage des Regierungspräsidiums Stuttgart für einen Kreisverkehr.

 

Wenn es aus Unachtsamkeit der Autofahrer kracht, helfen weder Schilder noch Umbauten, sagen die Experten. Dies gilt für die Einmündung Poststräßle/Freiberger Straße und die Kreuzung der B 27 am Bahnhof genauso wie für die Einmündung der Kreisstraße aus Richtung Bissingen in die Landesstraße zwischen Bietigheim und Großsachsenheim, alle drei Fälle in Bietigheim-Bissingen.

 

Dagegen können sich die Fachleute an der Einmündung der Hohensteiner Straße in die Bundesstraße 27 in Kirchheim vorstellen, dass eine Ampel die Unfallzahlen senkt. Das soll nun im Auftrag des Landratsamtes untersucht werden.

 

Generell stieg nach Angaben der Kreisverwaltung die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Ludwigsburg stetig: von 12939 im Jahr 2009 auf 15066 im vergangenen Jahr. Die der Unfälle mit Verletzten kletterte im selben Zeitraum von 1340 auf 1427. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Die häufigsten Ursachen: missachtete Vorfahrtsrechte, überhöhte Geschwindigkeiten, zu geringe Abstände und Verstöße gegen die Pflicht, rechts zu fahren.

 

GÜNTER BÄCHLE

 

Unfallstatistik der vergangenen Jahre:

 

 

 

GÜNTER BÄCHLE
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