Ludwigsburg | 12. Oktober 2017

Ausstattung spielt beim Wiederverkauf große Rolle

Ein begeisterter Reiter investiert beim Kauf seines Autos in eine Videoanlage, mit der er während der Fahrt sein Pferd im Anhänger beobachten kann. Als er einige Jahre später den Wagen verkaufen will, ist niemand bereit, den höheren Preis für die Ausstattung zu zahlen.

Je individueller das Zubehör, desto unwahrscheinlicher ist es, einen Käufer zu finden, der genau in dieses Extra investieren will. Teure Ausstattungsdetails verlieren zudem noch schneller an Wert als das Fahrzeug selbst. „So lassen sich beispielsweise für einen drei Jahre alten Gebrauchten noch rund 50 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises erzielen, für die beim Kauf des Autos im Allgemeinen teuer bezahlten Extras in der Regel nur noch zwischen 25 und 35 Prozent“, so Tüv-Süd-Fachmann Jürgen Wolz.

Trotzdem empfiehlt Wolz die Investition in eine sinnvolle Zusatzausstattung. „Passend ausgestattete Fahrzeuge lassen sich deutlich schneller verkaufen als Fahrzeuge, bei denen wichtige Ausstattungsdetails fehlen oder gar verkaufsschädigende Ausstattungen beim Neuwagenkauf geordert wurden, wie beispielsweise exotische Farbkombinationen oder ein Oberklassewagen ohne Automatikgetriebe.“ Und: Manche Fahrzeuge sind erfahrungsgemäß ohne Sonderzubehör schlicht unverkäuflich.

Laut Markt-Analysten ist bereits im Kleinwagen- und Kompaktklassesegment eine Klimaanlage praktisch ein Muss, außerdem eine Zentralverriegelung, Servolenkung, elektrische Fensterheber vorne, Metalliclackierung und ein elektronisches Stabilitätsprogramm.

Weniger honoriert werden beim Verkauf eine Anhängerkupplung, Automatikgetriebe, Xenonlicht und Standheizung. Ein Kompaktklassefahrzeug sollte zusätzlich noch mit Leichtmetallfelgen und Sitzheizung aufgerüstet werden. Was in den kleineren Klassen noch Kür ist, zählt in der Mittelklasse bereits zum Standard. So gehören unter anderem ein Automatikgetriebe, Lederausstattung, Parkassistent und Tempomat zum Pflichtprogramm. Noch bessere Chancen beim Verkauf haben Wagen mit einem Infotainmentsystem und Xenonlicht. Zubehör wie Standheizung und Anhängerkupplung kann auch in dieser Klasse eher vernachlässigt werden. „Je größer das Auto, desto wichtiger wird die gehobene Ausstattung für den Wiederverkauf“, so Wolz. Als Orientierung für eine sinnvolle Wahl der Zusatzausstattung empfiehlt der Experte einen Blick auf die Modelle der aktuell nächsthöheren Fahrzeugklasse: „Was heute in der Mittelklasse gang und gäbe ist, wird in wenigen Jahren in der Kompaktklasse zur Selbstverständlichkeit und etwas später dann auch bei Kleinwagen.“ (pm/cw)

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