Ludwigsburg | 13. Januar 2018

Punktesünder sollten Fahrgewohnheiten mit klaren Regeln ändern

Wenn das Punktekonto in Flensburg voller und voller wird, sollten Autofahrer ihre Fahrgewohnheiten mithilfe von klaren Regeln ändern. Dazu rät die Prüforganisation Dekra – und gibt konkrete Tipps. Dazu kann gehören, häufige Strecken mit einem zurückhaltenderen Fahrstil zu fahren. Auf diese Weise merkten notorisch gehetzte Autofahrer, dass der Zeitgewinn bei schneller Fahrweise nur minimal ist.

0 Punkte sind das Ziel. Doch wenn das Punktekonto in Richtung der Marke „8“ klettert, sollten Autofahrer dringend ihre alten Fahrgewohnheiten ändern, sonst droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Foto: Carsten Rehder/tmn
0 Punkte sind das Ziel. Doch wenn das Punktekonto in Richtung der Marke „8“ klettert, sollten Autofahrer dringend ihre alten Fahrgewohnheiten ändern, sonst droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Foto: Carsten Rehder/tmn

Ein weiterer Rat: Regelmäßig die Geschwindigkeit kontrollieren. Häufig wird der prüfende Blick auf den Tacho vergessen – ein im Sichtfeld angebrachter Klebezettel kann dafür als Gedächtnisstütze dienen, erklärt die Dekra. Auch beim Passieren eines Ortseinganges sollte ein Geschwindigkeitscheck zur Gewohnheit werden.

Vage Ziele und Hinweise wie „Fahr doch vorsichtiger“ bringen Punktesündern gar nichts, betonen die Experten. Wichtig sei ein konkreter Plan mit Zwischenzielen. Damit lässt sich der Entzug der Fahrerlaubnis unter Umständen noch verhindern. Gedanken sollten sich Autofahrer darüber aber nicht erst bei sieben, sondern bereits bei drei oder vier Punkten machen.

Grundsätzlich gilt: Ab acht oder mehr Punkten im sogenannten Fahreignungsregister ist die Fahrerlaubnis weg. Das trifft Autofahrer nicht unvorbereitet: Bei vier oder fünf Punkten schicken die Behörden eine Ermahnung, bei sechs oder sieben Punkten eine Verwarnung.

Bis zu einem Stand von fünf Punkten können Autofahrer einen Punkt abbauen, indem sie ein Fahreignungsseminar besuchen. Das ist aber nur einmal alle fünf Jahre möglich, erklärt die Dekra.

Generell bleiben Punkte nicht ewig im Register stehen. Wann sie gelöscht werden, kommt allerdings auf die Schwere des Vergehens an: Ein-Punkt-Delikte sind zweieinhalb Jahre aktiv, Zwei-Punkte-Verstöße fünf Jahre und Drei-Punkte-Vergehen sogar zehn Jahre.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) waren am 1. Januar 2017 mehr als zehn Millionen Personen im Fahreignungsregister eingetragen. Im Laufe des Jahres 2016 haben nach Angaben des KBA mehr als 4,7 Millionen Personen neue Punkte bekommen, größtenteils für Tempoverstöße. Mehr als 450 000 Fahrverbote wurden laut KBA im Jahr 2016 ausgesprochen und fast 95 000 Mal ordneten Bußgeldbehörden oder Gerichte im vergangenen Jahr die Entziehung der Fahrerlaubnis an. (tmn)

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