Ludwigsburg | 22. Juli 2017

Stressfrei ankommen: Autoreisen gut planen

Das Fahrzeug bis unter das Dach vollstopfen, zwei Flaschen Cola einpacken und noch rasch tanken: Manche machen sich über die Autofahrt in ihren Urlaub nur wenig Gedanken. Dabei ist gerade bei langen Reisen gute Planung unverzichtbar.

Beim Packen des Autos darf das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten werden. Foto: Africa Studio/stock.adobe.com/Fotolia
Beim Packen des Autos darf das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten werden. Foto: Africa Studio/stock.adobe.com/Fotolia

Strecke: Von Hamburg zum Badeort Rimini an der Adria sind es 1400 Kilometer. Für einen Autofahrer ist das eine zu lange Tagesstrecke. „Fahren ist körperliche Arbeit“, sagt der Verkehrssicherheitsexperte vom Auto Club Europa, Robert Bauer. Er rät zu folgender Daumenregel: Nicht mehr als acht Stunden Fahrt am Tag, einschließlich Pausen nicht mehr als zehn Stunden.

Wie viel Strecke ist in der Zeit zu schaffen? Bauer kalkuliert immer mit 80 bis 100 Kilometer pro Stunde. In zehn Stunden wären das maximal 1000 Kilometer. „Das ist schon viel.“ Ist die Strecke länger, rät er, eine Übernachtung einzuplanen. Wer sich zu Stoßzeiten auf den Weg macht, sollte Verzögerungen durch Staus einkalkuieren – etwa zum „Bettenwechsel“ an den Feriensamstagen.

Ausrüstung: Nach vier Stunden im Autositz könnte die enge Jeans langsam kneifen. Auf langen Fahrten sollte Bequemlichkeit darum vor Ästhetik gehen. „Man kann ruhig zur Jogginghose greifen“, sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Was gehört ins Auto? Neben dem Navigationsgerät bewährt sich eine klassische Straßenkarte oder ein Atlas – nicht nur, wenn die elektrischen Helfer ausfallen. „So kann man sich einen Überblick über die Strecke schaffen“, sagt Bauer. Ebenfalls nicht fehlen dürfen Getränke, idealerweise Wasser und Saftschorlen, und leicht bekömmliche Snacks.

Unterhaltung: Sie sind festgeschnallt und sehen nur Autos und die Hinterköpfe ihrer Eltern. Um Kindern lange Autoreisen erträglich zu machen, sollte nicht nur das Lieblingsspielzeug mitfahren. Rademacher rät, vor der Fahrt Rastplätze mit Kinderspielplätzen auf der Strecke herauszusuchen und dort Pausen zu machen. Im Auto sorgen Hörbücher und Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ für Abwechslung.

Gepäck: Jacken und Taschen liegen auf einem Berg anderer Sachen, zwischen Dach und hinterem Seitenfenster klemmt ein Sonnenschirm. Viele Urlauber brechen so auf ihre Fahrt auf – das ist gefährlich, bei Vollbremsungen werden lose Gegenstände zu Geschossen. Dabei ist richtiges Packen leicht: Schwere Taschen kommen nach ganz unten und im Ideal über die Achse oder an die Rückenlehne der Hintersitze. Ein Spannnetz über der Ladung sichert das Gepäck. Wer das nicht tut und auch kein Trennnetz zwischen Laderaum und Sitzbereich hat, sollte die Ladung nicht über die Kante der Sitze schauen lassen. „Die fliegt sonst drüber“, sagt Bauer.

Was viele auch vergessen: Jedes Auto hat ein zulässiges Gesamtgewicht. Das steht im Fahrzeugschein. Um die maximale Zuladung zu berechnen, zieht man vom Gesamtgewicht das Leergewicht ab, erklärt Bauer. Die Differenz gibt an, wie viel Gepäck und Insassen gemeinsam auf die Waage bringen dürfen. Im Zweifel wiegt man die Koffer.

Auto: Nichts ist ärgerlicher als eine Panne auf Reisen. Kommt es jedoch dazu, sollten Warndreieck und -westen sowie Starthilfekabel und Abschleppseil nicht unter dem Gepäck vergraben sein. So sind die Hilfsmittel griffbereit. Vorab sollten Autofahrer den Reifendruck auf den maximalen Wert einstellen, sagt Rademacher. „Denn man ist schwer unterwegs.“

Auch wichtig: Reifen auf Schäden und Profiltiefe prüfen, Ölstand, Kühlwasser und Scheibenwischanlage kontrollieren. Weil das Auto vollbeladen am Heck absacken kann, lohnt sich eine Überprüfung der Scheinwerferausrichtung. Wer all das nicht in Eigenregie machen will, dem bieten Werkstätten zum Festpreis Urlaubschecks an. (tmn)

Weitere Artikel aus diesem Ressort