Ludwigsburg | 14. Juli 2018

Arbeitsweg entscheidend für den Wohnort

Wie das „Immobilienbarometer“, das im Auftrag von Interhyp und ImmobilienScout24 im Mai 2016 zeigte, ist für Kaufinteressenten die Länge des täglichen Arbeitsweges von großer Bedeutung.

Der Weg zur Arbeit – seine Länge ebenso wie die Möglichkeiten, ihn mit dem Auto oder dem ÖPNV zurückzulegen – ist nach wie vor ein wichtiges Kriterium bei der Eigenheimsuche. Archivfoto: Oliver Berg/dpa
Der Weg zur Arbeit – seine Länge ebenso wie die Möglichkeiten, ihn mit dem Auto oder dem ÖPNV zurückzulegen – ist nach wie vor ein wichtiges Kriterium bei der Eigenheimsuche. Archivfoto: Oliver Berg/dpa

Prinzipiell sucht die große Mehrheit der befragten Kaufinteressenten ein Objekt in der Stadt beziehungsweise in Stadtnähe. Eine Immobilie auf dem Land ist nur für knapp jeden Zehnten interessant. Die Entfernung zum Arbeitsort spielt hierbei eine wichtige Rolle: So erklärten fast zwei Drittel der Befragten, dass für sie die Fahrtzeit zum Arbeitsort ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sei.

Wie weit die tägliche Anfahrtszeit sein darf, ist dabei unterschiedlich. Knapp 37 Prozent gaben an, sie möchten nicht länger als 30 Minuten zur Arbeit fahren. Für knapp zehn Prozent der Befragten wäre ein Arbeitsweg von bis zu 60 Minuten pro Strecke in Ordnung. Entfernungen von 90 Minuten bis zu zwei Stunden wollen dagegen nur noch zwei Prozent in Kauf nehmen.

„Immobilien auf dem Land sind zwar meist deutlich erschwinglicher – über ein Drittel der Hauskäufer in Deutschland sind aber nicht bereit, regulär mehr als eine Stunde täglich im Auto oder im öffentlichen Nahverkehr zu verbringen“, erklärt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

„Der Wunsch nach Bezahlbarkeit und überschaubaren Fahrtzeiten erklärt den Erfolg des sogenannten Speckgürtels: Eigenheimerwerber in Deutschland suchen vermehrt nach günstigen Randlagen, die gleichzeitig infrastrukturell gut erschlossen sind“, sagt Volker Wohlfarth, Vice President Customer bei ImmobilienScout24.

Es gibt aber auch Gründe, warum weitere Anfahrtswege akzeptiert werden: So möchten rund 42 Prozent gerne eine Immobilie, die im Grünen liegt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg um knapp 35 Prozent.

Knapp 29 Prozent erklärten, dass sie ihre Traumimmobilie gefunden hätten und deshalb der Anfahrtsweg für sie nur eine untergeordnete Rolle spiele. Für fast genauso viele hat das Pendeln von über einer Stunde pro Strecke finanzielle Gründe: Demnach war der Kaufpreis außerhalb des Stadtzentrums günstiger.

Übrigens haben nur etwa drei Prozent der Befragten ein Haus oder eine Wohnung geerbt, weshalb der Anfahrtsweg zur Arbeit bei ihnen kein Auswahlkriterium war. (ots)

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