Ludwigsburg | 17. März 2018

Frischer Lack für den Heizkörper

Im hellen Licht des Frühjahrs fällt es besonders auf: Die Heizkörper sind vergilbt und rostig und brauchen einen neuen Anstrich. Doch nicht nur deshalb, es gibt noch weitere Argumente dafür, den Heizkörper am Ende der Heizperiode zu streichen. Während der Saison trocknet der Lack auf einem warmen oder gar heißen Heizkörper zu schnell und lässt sich deshalb nicht gut verarbeiten. Zudem kann eine unregelmäßige und raue Oberfläche entstehen.

Heimwerker beginnen am besten mit dem Streichen an der Rückseite des Heizkörpers und arbeiten sich nach vorne vor. Foto: Christin Klose/dpa
Heimwerker beginnen am besten mit dem Streichen an der Rückseite des Heizkörpers und arbeiten sich nach vorne vor. Foto: Christin Klose/dpa

„Der Heizkörper sollte kühl sein, wenn er gestrichen wird“, betont daher Alexander Schneider vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie. Alternativ ist eine Heizpause nötig: Für ein bis zwei Tage nach dem Streichen sollte der Heizkörper ausgeschaltet bleiben und der Raum gut durchlüften können, erklärt Michael Pommer von der DIY Academy.

Wer seinem Heizkörper einen neuen Anstrich verpassen möchte, im Folgenden ein paar Tipps, wie dies am besten gelingt:

VORBEREITUNG

Schmutz, abgeblätterte Farbe und vor allem der Rost müssen gründlich vom Heizkörper entfernt werden. „Wer es sich zutraut, kann ihn dazu von der Wand nehmen“, sagt Michael Pommer, Trainer an der DIY Academy in Köln. „Das erleichtert die Arbeit. Vorher muss er natürlich von der Wasserzufuhr getrennt und geleert werden.“

Um lose Teile der Altlackierung zu entfernen, empfiehlt sich eine Drahtbürste. Roststellen müssen bis auf das Metall blank geschliffen werden. „An den Stellen, wo der alte Lack abgeblättert ist, sollten auch die Übergänge beigeschliffen werden, damit sie hinterher nicht mehr auffallen“, erklärt Alexander Schneider vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie in Frankfurt.

Anschließend wird die gesamte Oberfläche des Heizkörpers mit Schmirgelpapier aufgeraut, damit die Grundierung später besser haftet. Um letzte Staub- und Fettablagerungen zu entfernen, den Heizkörper dann noch mit Seifenlauge oder Salmiakgeist abwischen.

Nach dem Trocknen wird eine Grundierung mit Rostschutzfarbe aufgebracht. Diese Schicht muss gut durchtrocknen und dann nochmals aufgeraut werden, bevor es ans Lackieren geht. Um sich später aufwendiges Putzen zu ersparen, ist es ratsam, vor dem Streichen Thermostat und Ventil mit Kreppband abzukleben.

FARBE

„Für den eigentlichen Anstrich gibt es spezielle Heizkörperfarbe“, erklärt Pommer. „Sie verträgt hohe Temperaturen von mindestens 90 Grad und ist arm an Ausdünstungen.“ Normale Farbe ist für den Heizkörper ungeeignet. Das Deutsche Lackinstitut empfiehlt Acryl-Heizungslacke auf Wasserbasis. Sie enthalten so gut wie keine Lösemittel und sind deshalb für Innenräume gut geeignet. Als Speziallacke für die Heizkörper sind sie hitzebeständig und vergilben auch bei höheren Temperaturen nicht.

„Lösungsfreie Lacke sind genauso gut wie solche mit Lösungsmitteln“, betont Karl-August Siepelmeyer vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz. „Sie haben die gleiche Deckkraft und eine angenehme optische Wirkung, weil sie meist seidenmatt glänzen.“

PINSEL

„Für das Streichen von Heizkörpern gibt es spezielle Heizkörperpinsel, die einen längeren Stiel haben und so gebogen sind, dass sie auch an schwer zugängliche Stellen kommen“, erklärt Siepelmeyer. Auch Heizkörperrollen, die ebenfalls einen langen Stiel haben, sind praktisch. Wichtig ist, dass für wasserbasierte Acryllacke ohne Lösungsmittel auch Acrylpinsel mit synthetischen Borsten verwendet werden, da sie den Lack gut aufnehmen und einen glatten Verlauf ermöglichen.

Von Farbsprays rät Pommer ab. „Das Sprühen erscheint zwar auf den ersten Blick einfach und praktisch. Aber in geschlossenen Räumen kann der Sprühnebel bedenklich für die Gesundheit sein. Außerdem verschmutzt er die Umgebung, wenn man nicht sauber arbeitet.“

VORGEHEN

Der Lack sollte dünn auf die Heizkörper kommen, um unschöne Nasen und Läufer zu vermeiden. Außerdem würde eine zu dicke Farbschicht die Wärmeleitfähigkeit des Heizkörpers beeinträchtigen und zusätzlich Energie verbrauchen. Heimwerker beginnen am besten an der Rückseite des Heizkörpers und arbeiten sich nach vorne vor. Beginnen sie mit der Vorderseite, besteht die Gefahr, dass beim Arbeiten die fertige vordere Lackschicht wieder beschädigt wird. Nach dem Neuanstrich muss der Lack vollständig durchtrocknen.

VERZICHT AUF ANSTRICH

Eine Neulackierung lohnt sich nicht bei jedem Heizkörper. „Oft ist es wirtschaftlicher, ein neues, effizienteres Modell zu kaufen, als sich die viele Arbeit zu machen“, erklärt Pommer. „Denn der Renovierungsaufwand bei älteren Geräten kann erheblich sein.“ Außerdem schränkt der DIY-Experte für Heizkörper ein: „Ist er allerdings durchgerostet und läuft Wasser aus, ist mit Lack nichts mehr zu machen. Dann muss er erneuert werden.“ Bei historischen Heizkörpern, Designerstücken oder Modellen mit ungewöhnlichen Maßen sei der Aufwand aber gerechtfertigt.

Katja Fischer
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