Ludwigsburg | 16. September 2017

Haus vor dem Herbst durchchecken

Bevor Herbststürme und Regen wieder ums Haus pfeifen, sollte das Haus geprüft und rundum geschützt werden. „Hausbesitzer sollten möglichst zweimal pro Jahr – im Frühjahr und im Herbst – einen Check-up der Außenhaut ihres Gebäudes vornehmen“, rät Corinna Kodim vom Eigentümerschutzverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. „Beim Herbstcheck kommt es besonders darauf an, Undichtigkeiten zu beseitigen.“ Auf folgende sensiblen Punkte am Haus sollten Hausbesitzer besonderes achten:

Der Blick lohnt sich: Die Herbst- und Winterwitterung setzt dem Haus zu. Deshalb sollten Hausbesitzer vor dem Herbst einen prüfenden Blick rund ums Haus werfen. Foto: Bauherren Schutzbund e.V/dpa
Der Blick lohnt sich: Die Herbst- und Winterwitterung setzt dem Haus zu. Deshalb sollten Hausbesitzer vor dem Herbst einen prüfenden Blick rund ums Haus werfen. Foto: Bauherren Schutzbund e.V/dpa

DACH: In ein undichtes Dach kann Feuchtigkeit von außen gelangen. Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln rät, auf die Stellen besonders zu achten, an denen das Wasser konzentriert abgeleitet wird. „Also an Kehlen, hinter dem Schornstein und an Dachaufbauten“, so Gunkel. „Dort sollte man besonders gründlich reinigen und nach Beschädigungen suchen.“

Im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht müssen Hausbesitzer darauf achten, dass von ihrem Dach keine Gefahr ausgeht. Alles muss fest sitzen. Besonders nach Stürmen sollte geprüft werden, ob Dachziegel fehlen, beschädigt sind oder ob die Dachhaut Schaden genommen hat. Auch Solar- und Antennenanlagen könnten in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

AUßENWÄNDE: Durch Risse und abgeplatzten Putz an der Fassade dringen Nässe und Frost ein. „Solche Schäden müssen unbedingt vor dem Winter beseitigt werden, sonst drohen teure Folgeschäden“, warnt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund in Berlin.

Die Dämmung kann etwa ihre Wirkung verlieren. Deshalb sollten Hausbesitzer auch kleinste Schäden ernst nehmen. Besonders kritische Stellen an der Fassade sind die Anschlusspunkte zu den Fensterbrettern. „Sie müssen absolut dicht sein, dürfen keine Risse und Löcher aufweisen“, erklärt Würzner.

REGENRINNEN: Dachrinnen müssen frei von Laub und anderen Fremdkörpern sein, damit Regen- und Schmelzwasser gut ablaufen können. Besonders beansprucht sind die Regenrinnen beim Wechsel von Frost- und Tauperioden.

Dann kann sich bei geneigten Dächern an der Rinne eine Eisschanze bilden, die den Abfluss des Schmelzwassers verhindert. Es kommt zum Rückstau, der Wasser in das Hausinnere drücken kann. Kommt das oft vor, kann sich unter Umständen eine Regenrinnen-Heizung lohnen. Auf Dächern über Gehwegen oder Hauseingängen sind Schneefanggitter oder Ähnliches sinnvoll und gegebenenfalls auch vorgeschrieben.

ROLLLÄDEN: Automatisch betriebene Rollläden frieren bei Minusgraden schnell an den äußeren Fensterbrettern fest. Die Motoren sind zu schwach, um die Rollläden zu lösen, und gehen kaputt. „Hier hilft es, ein kleines Stück Holz oder einen Korken zwischen Rollladen und Fensterbrett zu legen, damit sie nicht miteinander in Kontakt kommen“, rät Würzner.

HOLZELEMENTE: Bei Auffälligkeiten an der Holzbeschichtung von Fenstern, Türen, Wintergärten und Vorhangfassaden sollten Hausbesitzer checken, ob es sich nur um oberflächliche Makel oder tieferliegende Schäden handelt. „Davon hängt ab, welche Maßnahmen ergriffen werden“, sagt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade in Frankfurt am Main.

Ist lediglich das ästhetische Erscheinungsbild verändert, etwa durch nachlassenden Glanz, Farbveränderungen oder Algenbewuchs, genügt eine gründliche Reinigung. Gibt es aber tiefe Risse und Blasen, setzt sich Feuchtigkeit unter die Beschichtung. Haben Pilze oder Insekten das Holz zerstört, ist eine Renovierung oder sogar eine grundlegende Sanierung der Holzbeschichtungen notwendig.

BALKON UND TERRASSE: Ein kritischer Punkt auf Balkon und Terrasse ist der Ablauf. Auch er sollte im Herbst unbedingt frei von Laub und Schmutz sein. Kann das Wasser nämlich nicht abfließen, sucht es sich andere Wege unter Fliesen, Bodenplatten oder ins Mauerwerk, so Corinna Kodim.

FALLROHRE UND DACHABLÄUFE: Undichte Rohre sollten umgehend repariert werden. Schäden können große Probleme bereiten, wenn austretendes Wasser über längere Zeit an der Fassade herunterläuft. An Frosttagen kann das gestaute Wasser zu Eis gefrieren – und die Rohre platzen.

AUßENWASSERHÄHNE: Um Rohrbrüche zu vermeiden, müssen im Freien liegende Wasserhähne an der Fassade vor dem ersten Frost abgesperrt und entleert werden. „Dazu wird der Hahn geöffnet und im Inneren des Hauses vom Trinkwassersystem getrennt“, sagt Würzner. Den Winter über bleiben die Außenhähne aber aufgedreht. Anders ist das bei frostsicheren Außenwasserhähnen, sie schließen selbst die Leitung in der Außenwand. „Diese Hähne bleiben im Winter zugedreht“, so Würzner.

Katja Fischer
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