Gesprächsrunde
Ludwigsburg | 03. Februar 2015

Guter Rat zum Thema Patientenverfügung

Statistisch hat gerade einmal ein Viertel der Deutschen für den eigenen Pflegefall vorgesorgt. Dieses Thema greift die Messe „gesund & aktiv“ in einer Expertenrunde am Sonntag, 8. Februar, auf.

Ein Großteil der Deutschen irrt, wenn es um einen möglichen Pflegefall geht – laut einer Umfrage des Forschungsinstituts forsa glauben immerhin 65 Prozent, die nächsten Verwandten seien automatisch befugt, Entscheidungen für sie zu treffen, wenn sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr selbst dazu in der Lage sind. In Wirklichkeit aber bedarf es einer Patientenverfügung und einer entsprechenden Vollmacht, um diese Entscheidungen rechtsgültig zu regeln.

Individueller Rat im Mittelpunkt

Auf der Messe „gesund & aktiv“ der Ludwigsburger Kreiszeitung und des Gesundheitszentrums Ludwigsburg informieren am Sonntag, 8. Februar, von 14 Uhr an drei Experten aus der Region über das Thema Patientenverfügung: Prof. Götz Geldner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie im Klinikum Ludwigsburg, tauscht sich in einer Gesprächsrunde im Silchersaal des Forums am Schlosspark mit der Rechtsanwältin Lucia Motte und der Diplompädagogin Barbara Riethmüller aus. Besonders spannend: Die Experten beleuchten das Thema Patientenverfügung aus drei ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. So soll den Messebesuchern die professionelle Perspektive von Medizinern und Juristen ebenso verdeutlicht werden wie die meist hoch emotionale Sichtweise betroffener Patienten und Angehöriger. Fragen aus dem Publikum sind erwünscht. Einzelfälle und persönliche Anliegen rücken in der Gesprächsrunde in den Fokus.

Betroffene stehen oft unter Druck

Schließlich seien die Individualität und die Befindlichkeiten der Betroffenen auch im Ernstfall von zentraler Bedeutung – darin sind sich die Experten einig. „Der Patientenwille und der Umgang mit Tod und Krankheit sind so verschieden, wie die Menschen verschieden sind, so dass sich sicher nie eine allgemeingültige Regel finden lässt“, schildert Prof. Götz Geldner seine Erfahrungen mit dem Thema. „Viele Menschen sind verwirrt und eingeschüchtert von der Masse an Informationen zu diesen Themen, die aus unterschiedlichen Richtungen auf sie einprasseln“, ergänzt Barbara Riethmüller. Nicht selten komme es vor, dass Betroffene sich im Ernstfall unter Druck gesetzt fühlen. Schließlich seien Ärzte oft auf schnelle Entscheidungen angewiesen.

Anwälte hingegen raten in der Regel, alle rechtswirksamen Dokumente gründlich prüfen zu lassen. So auch Lucia Motte: „In meiner Kanzlei erlebe ich oft, dass Menschen glauben, sie hätten ausreichend vorgesorgt, weil sie scheinbar professionell erstellte Formularvordrucke aus dem Internet ausgefüllt haben. In letzter Konsequenz sind solche Papiere nicht selten unbrauchbar“, erklärt Rechtsanwältin Lucia Motte. Vor allem, um individuelle Vorstellungen verwirklicht zu wissen, empfiehlt sie, sich bei allen relevanten Dokumenten durch den Rat eines Juristen abzusichern.

Wissenslücken sind weit verbreitet

„Viele Menschen wissen erschreckend wenig über ihre Rechte und Pflichten bei den Themen Patientenverfügung und Vollmacht“, so Lucia Motte. Die Statistik gibt ihr Recht. Nicht einmal ein Drittel der mehr als 1000 forsa-Befragten war sich im Klaren darüber, dass ein gesetzlicher Betreuer Entscheidungen für sie trifft, soweit nicht rechtswirksam etwas anderes verfügt wurde. Lucia Motte weiß: „Für die Meisten ist das eine erschreckende Vorstellung.“

Bianca Bötz
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