Ludwigsburg | 27. Dezember 2017

Das Einmaleins des Umtauschs

Ob gut gemeinte Krawatten oder Socken, ein Buch, das schon im Regal steht, oder ein Film, von dem der Beschenkte in keiner Weise zu überzeugen ist – nicht immer sorgen die Präsente unter dem Weihnachtsbaum beim Beschenkten für leuchtende Augen. Meist gefällt das Geschenk einfach nicht oder – was zwar selten ist, aber mitunter vorkommt – die Ware ist defekt. Einfach in den Laden gehen und das Geschenk zurückgeben? Das geht nicht immer.

Wem nicht gefällt, was unterm Weihnachtsbaum lag, muss auf die Kulanz der Händler hoffen, denn ein Recht auf Umtausch gibt es nicht. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Wem nicht gefällt, was unterm Weihnachtsbaum lag, muss auf die Kulanz der Händler hoffen, denn ein Recht auf Umtausch gibt es nicht. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Können Geschenke generell im

Laden umgetauscht werden?

Nein. „Gesetzlich sind Händler dazu nicht verpflichtet“, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Zumindest solange die Ware nicht defekt ist. Oft lassen sich Händler aber auf einen Umtausch ein, um den Kunden zufriedenzustellen. Über die genauen Umtausch-Modalitäten sollten sich Verbraucher am besten bereits beim Kauf informieren, empfiehlt Tryba.

Was gilt für online bestellte

Waren?

Hier gibt es ein allgemeines Widerrufsrecht von 14 Tagen. Innerhalb dieser Frist können Kunden Sachen zurückschicken, die sie bei professionellen Online-Händlern geordert haben.

Was kann auf keinen Fall

umgetauscht werden?

Vom Umtausch ausgeschlossen sind in aller Regel verderbliche Waren, erklärt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Aus hygienischen Gründen ist auch eine Rückgabe von Dessous, Bademoden, Erotikartikeln oder Zahnbürsten nicht möglich. „Gleiches gilt für speziell angefertigte Waren, etwa ein BVB-Trikot mit dem eigenen Namen auf der Rückenseite“, erklärt Eva Rohde vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).

Darf ich die Ware benutzen,

bevor ich sie umtausche?

Das ist nicht ratsam. Denn die Umtauschware muss in einwandfreiem Zustand sein, so dass der Händler sie wieder verkaufen kann. Bei versiegelten Produkten wie DVDs oder CDs etwa darf das Siegel nicht durchbrochen sein. „Ist dies doch der Fall, dann ist ein Umtausch zumeist nicht möglich“, erklärt Hertel.

Kann ich beim Umtausch

Bargeld verlangen?

Die Modalitäten für den Umtausch legt nicht der Kunde fest. „Das ist die Entscheidung des Einzelhändlers“, so Hertel. Normalerweise gibt es Ware gegen Ware. In einigen Geschäften bekommen die Kunden auch ihr Geld zurück, in anderen wird ein Gutschein ausgestellt. Generell gilt auch hier: Am besten schon beim Kauf fragen, was es im Fall eines Umtauschs gibt.

Macht der Kunde eines Online-Shops von seinem Widerrufsrecht Gebrauch, bekommt er das zurück, was er gegeben hat: „Hat er mit einem Gutschein bezahlt, dann kriegt er einen Gutschein zurück, hat er Geld überwiesen, dann wird das Geld zurücküberwiesen“, so Rohde.

Ist beim Umtausch im Geschäft

der Kassenbon zwingend?

Auch das entscheidet letztlich der Händler. Im Idealfall sollte der Kunde den Kassenbon vorlegen können, um so zu beweisen, dass er das Produkt tatsächlich in dem Laden erworben hat. Wer per Karte gezahlt hat, kann dem Händler einen Kontoauszug präsentieren, aus dem hervorgeht, dass der Preis abgebucht und auf dem Konto des Händlers gutgeschrieben wurde.

Was ist mit defekter Ware?

Generell ist der Händler verpflichtet, für zwei Jahre nach dem Kauf beziehungsweise nach der Übergabe der bezahlten Ware an den Kunden für die Mängelfreiheit des Produkts einzustehen. Dieses Gewährleistungsrecht ist gesetzlich verankert. Bei einem Mangel in den ersten Monaten wird von einem Defizit von Anfang an ausgegangen. Nach den sechs Monaten muss der Käufer den Nachweis dafür erbringen. In der Praxis verlangen das aber viele Händler innerhalb der ersten zwei Jahre nicht. (dpa)

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