Ludwigsburg | 15. September 2017

Bei Wied Beruf des Hörgeräteakustikers entdecken

Die Arbeit mit modernster Technik, handwerkliches Geschick und Feinarbeit sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden – all das, und noch vieles mehr, gehört zum vielseitigen und abwechslungsreichen Beruf des Hörgeräteakustikers.

Drei Azubis werden derzeit beim Hörforum Wied ausgebildet: Julia Pritzkuleit (2. Lehrjahr), Christian Strehle („frischgebackener“ Geselle) und Julia Raimann (2. Lehrjahr) (von links). Foto: privat
Drei Azubis werden derzeit beim Hörforum Wied ausgebildet: Julia Pritzkuleit (2. Lehrjahr), Christian Strehle („frischgebackener“ Geselle) und Julia Raimann (2. Lehrjahr) (von links). Foto: privat
In sorgfältiger Handarbeit werden die Otoplastiken exakt für den Kunden angepasst. Foto: bk
In sorgfältiger Handarbeit werden die Otoplastiken exakt für den Kunden angepasst. Foto: bk

Einen Einblick in den Alltag eines Hörgeräteakustikers erhalten Interessierte im Rahmen des siebten bundesweiten „Tag des Handwerks“ im Hörforum Wied in der Seestraße.

Gehörschutz wird immer wichtiger

„Zum einen können die Besucher vor unseren Geschäftsräumen an diesem Tag einen Schnellhörtest machen und sehen, wie es um ihr Hören steht“, erklärt Ulrich Wied. Ein weiteres Thema, das im Bereich der Hörakustik immer wichtiger wird, ist der Gehörschutz – sowohl in der Freizeit und beim Sport, aber vor allem auch in der Industrie und am Arbeitsplatz. „Lärm macht krank.“ Aus diesem Grund ist ein guter Schutz für die Ohren besonders wichtig.

Den Profis über die Schultern schauen

Für alle, die sich für die handwerklichen und technischen Aspekte des Hörakustikers interessieren, ist die Präsentation der Arbeitsabläufe und Produkte, die in der Audiomanufaktur des Hörforums Wied entstehen, ein ganz besonderes Highlight. „Mit unserer technischen Ausrüstung, dem notwendigen Fachpersonal und unseren beiden 3 D-Druckern sind wir hervorragend ausgerüstet, um unseren Kunden beste Qualität liefern zu können“, erklärt Ulrich Wied. „Wir werden unseren Besuchern zeigen, wie mit Hilfe von neuester Software aus der Abformung eines Ohres eine passgenaue Otoplastik entsteht.“

Bei der Bearbeitung einer solchen Abformung am Computer, die zuvor vom 3 D-Scanner in ein spezielles Computerprogramm übertragen wurde, sind nicht nur besondere Sorgfalt und Genauigkeit wichtig, sondern auch Erfahrung, damit sich der im Ohr befindliche Teil des Hörgerätes später passgenau einfügt und es beispielsweise zu keinen Druckstellen kommt. Beim Tag des Handwerks können die Besucher dabei den Profis über die Schulter schauen und dann vor allem, mit dem 3 D-Drucker, das Herz der Audiomanufaktur sehen, in dem auf einer Platte jeweils etwa ein halbes Dutzend der späteren Otoplastiken gedruckt werden.

Otoplastiken aus dem 3 D-Drucker

Frisch aus dem 3 D-Drucker werden die Stücke zunächst getrocknet und dann in sorgfältiger Handarbeit von der Platte gelöst, geschliffen, geglättet und geformt, bis sie schließlich ihre Seriennummer erhalten und je nach Kundenwunsch farblos oder in einer anderen Farbe – von blau über grün oder gelb – lackiert werden.

„Um solche Otoplastiken vor Ort selbst herstellen zu können, sind nicht nur die entsprechenden technischen Voraussetzungen erforderlich“, erklärt Wied, „sondern vor allem auch das Fachpersonal.“ Die Vorteile, die eine eigene Audiomanufaktur im Haus bietet, sind vielfältig, so Wied. „Früher wurden die Abformungen an ein Labor eingesandt. Dann kamen sie zurück und mussten manchmal nochmals nachbearbeitet werden. Heute können wir das alles hier vor Ort machen.“ Das garantiere zum einen höchste Qualität und zum anderen, in einer Zeit, in der Schnelligkeit eine immer wichtigere Rolle spiele, einen höheren Komfort für die Kunden.

Neueste Hörsysteme werden vorgestellt

Auch die neueste Hörsystem-Generation wird beim „Tag des Handwerks“ zu sehen sein: das erst seit dieser Woche auf dem Markt erhältliche Hörgerät Audeo B-Direct von Phonak. Technisch auf dem neuesten Stand, lässt es sich mit jedem Mobiltelefon und jedem Fernseher verbinden – für ein hervorragendes Hörerlebnis.

„Besonders am Herzen liegt uns der Nachwuchs“, sagt Geschäftsführer Ulrich Wied. „Seit inzwischen 15 Jahren bilden wir beim Hörforum Wied aus und bemühen uns auf diese Weise besonders darum, den Nachwuchs an den interessanten und vielseitigen Beruf des Hörgeräteakustikers heranzuführen.“ Von den rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die beim Hörforum Wied arbeiten, ist derzeit ein Auszubildender im ersten Lehrjahr, zwei im zweiten und seit 1. August gibt es zwei Jung-Gesellen, die ihre dreijährige Ausbildung zum Hörgeräteakustiker erfolgreich abgeschlossen haben.

Ausbildung spielt eine wichtige Rolle

Für sein Ausbildungsengagement ist das Hörforum Wied in diesem Jahr von der Handwerkskammer Stuttgart mit der „Bildungspyramide 2017“ ausgezeichnet worden. Verliehen wird die Auszeichnung an Handwerksbetriebe, die sich in besonderem Maße für eine gute Ausbildung im Handwerk einsetzen und sich besonders für ihre Auszubildenden engagieren.

Die Möglichkeiten nach einer abgeschlossenen Ausbildung beim Hörforum Wied sind vielfältig: So haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, den Meister zu machen, sich weiterzubilden und zu spezialisieren.

Wie zum Beispiel Heike Unterwiener, die sich schon vor vielen Jahren zur Pädakustikerin weitergebildet hat und sich somit auf die Betreuung von Kindern mit Hörproblemen spezialisiert hat. Heute gehört sie zu den erfahrensten Pädakustikern in der Region. „Mit großem Respekt beobachte ich die Arbeit unserer Mitarbeiterin Heike Unterwiener, zu der ein großes Engagement und viel Einfühlungsvermögen und Geduld gehört“, sagt Wied.

Weitere Spezialisten gibt es im Hörforum Wied im Bereich Tinnitus, Audiotherapie, ICP-Versorgung (Hörsystem und Gehörschutz in einem), Lyric (Die Kontaktlinse fürs Ohr) und Gehörschutz.

Gutes Hören bedeutet Lebensqualität

„Wir wollen unseren Kunden Lebensqualität schenken, sie ihnen zurückgeben und wir wollen, dass sie sich bei uns wohlfühlen“, sagt Ulrich Wied. Die Frage nach einem Kaffee, Tee oder einem Glas Wasser gehört beim Hörforum Wied deshalb auch zu jedem Service dazu. Und die Ideen gehen den Hörgeräte-Profis nicht aus. So bieten sie als zusätzlichen Service ihren Kunden seit diesem Jahr einen Hol- und Bringservice für ihre Hörgeräte, etwa zur Wartung oder Reinigung der Geräte. „Der Service wird sehr gut angenommen“, so Wied.

Großes soziales Engagement

Doch nicht nur im eigenen Geschäftsbereich ist das Hörforum Wied aktiv. Auch im sozialen Bereich sind die beiden Inhaber Jochen und Ulrich Wied engagiert. Erst kürzlich wurden sie vom Hörgerätehersteller Phonak mit dem Future Hearing Award für ihre Expertise und ihr Engagement ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Fleißige Bienchen“ unterstützt das Hörforum Wied seit 2016 die therapeutischen Werkstätten der Karlshöhe Ludwigsburg, die Bienenvölker durch die Produktion und den Verkauf von Honigprodukten als arbeitstherapeutisches Angebot einsetzen. Das Ziel: Der Umwelt etwas Gutes tun, das Bienensterben aufhalten und Menschen mit psychosozialen Handicaps fördern.

Die Kunden werden so nicht nur für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert, sondern können sich auch über ein Glas fair, lokal und sozial produzierten Honig freuen: Denn Wied kauft den Honig zu handelsüblichen Preisen von der Karlshöhe und verschenkt ihn zu den Geburtstagen an die Kunden. (bk)

Info: Mehr Infos erhalten Interessierte beim Tag des Handwerks direkt vor Ort in der Seestraße 2/1 in Ludwigsburg und im Internet auf www.wiedhoerforum.de.

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