25. Oktober 2018

Deutschland bleibt ein Land der Sparer

In der kommenden Woche, am 30. Oktober, jährt sich der Weltspartag zum 94. Mal. Für die Volksbanken und Raiffeisenbanken ist dieser Tag traditionell Anlass, gemeinsam an die Bedeutung des Sparens zu erinnern.

Das Sparschwein bleibt das Symbol fürs Sparen, auch wenn die wenigsten ihr Geld noch in einen Schlitz in ein Porzellanschwein werfen, bis es voll ist, um dieses dann zu schlachten und sich einen Wunsch zu erfüllen. Foto: Sonya Schönberger/dpa
Das Sparschwein bleibt das Symbol fürs Sparen, auch wenn die wenigsten ihr Geld noch in einen Schlitz in ein Porzellanschwein werfen, bis es voll ist, um dieses dann zu schlachten und sich einen Wunsch zu erfüllen. Foto: Sonya Schönberger/dpa

Interessanterweise spart die Mehrheit der Deutschen trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter. Das zeigt einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Allerdings ist der Anteil der Sparer in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

„Sparen ist von elementarer Bedeutung für jeden Einzelnen. Insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels spielt das bewusste Sparen eine wichtige Rolle bei der Schließung der drohenden Rentenlücke im Zuge des rückläufigen Versorgungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung“, erklärt BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin.

Nach den aktuellen Zahlen der BVR-Umfrage zum Sparverhalten legen immer noch 71 Prozent der Bundesbürger einen monatlichen Geldbetrag zur Seite. Zum Vergleich: 2016 lag der Anteil noch bei 80 Prozent.

Der Anteil an Nichtsparern ist insbesondere bei Geringverdienern besonders ausgeprägt. „Grund für den rückläufigen Anteil an Sparern dürfte in erster Linie die seit 2016 vorherrschende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sein, durch die das allgemeine Zinsniveau noch einmal deutlich gefallen ist. Dieser Trend macht sich auch in der seit 2016 stagnierenden Zahl von Riester-Verträgen bemerkbar“, so Martin.

Gleichwohl erhöhten die Sparer ihre Sparbeträge sichtbar und glichen damit den negativen Effekt der Nichtsparer mehr als aus. Hierbei dürften vor allem die Bezieher höherer Einkommen eine tragende Rolle gespielt haben. Vor diesem Hintergrund stieg auch die Sparquote, das heißt das Verhältnis von Erspartem und verfügbaren Einkommen, im Jahresvergleich zum zweiten Quartal 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent.

Während die Zeiten von Sparschwein oder Sparstrumpf bei den allermeisten Menschen der Vergangenheit angehören, waren Wertpapiere unter den Sparern zuletzt besonders gefragt. Sie verzeichneten 2017 und 2018 das höchste Nachfrageplus. Getrieben wurde die Nachfrage nach Anlagen mit mehr Risiko und Rendite in erster Linie auch hier vom aktuellen Niedrigzinsniveau.

Insbesondere Bundesbürger mit überdurchschnittlichen Einkommen dürften ihr Augenmerk verstärkt auf Wertpapiere gerichtet haben. Von Ende 2016 bis zum ersten Quartal 2018 stieg das Sparen in Wertpapiere um mehr als 27 Milliarden auf 63,9 Milliarden Euro.

Besonders beliebt waren Investmentzertifikate und Aktien. Rentenpapiere mussten hingegen wie bereits in den vergangenen Jahren einen Mittelabfluss hinnehmen, wenn auch weniger stark als in den Vorjahren.

Absolut betrachtet erhielten Bankeinlagen nach wie vor den größten Zuspruch mit einer Höhe von 105,6 Milliarden Euro. Das Versicherungssparen stieg im vergangenen Jahr um 70,6 Milliarden Euro.

So lag die Geldvermögensbildung Ende des ersten Quartals 2018 in der gleitenden Vier-Quartals-Summe bei 227,1 Milliarden Euro und damit gut 19 Milliarden Euro höher als noch Ende 2016. Getragen wurde der Anstieg der Geldvermögensbildung von der höheren Sparsumme und der erhöhten Kreditaufnahme der Bundesbürger.

Ende des vergangenen Jahres lag das Gesamtvermögen der Bundesbürger nach Einschätzung des BVR bei 15 119 Milliarden Euro. Die größten Posten des Gesamtvermögens sind neben dem Geld- das Gebrauchs- und das Immobilienvermögen sowie das Vermögen in Grund und Boden.

Hierbei machte das Finanzvermögen Ende des vergangenen Jahres mit 6046 Milliarden Euro rund 40 Prozent des gesamten Brutto-Vermögens der privaten Haushalte aus. Übertroffen wurde der Anteil des Finanzvermögens nur vom Immobilienvermögen inklusive Landbesitz. Ihr Anteil lag in der Summe bei knapp 52 Prozent des Gesamtvermögens.

Unter Hinzunahme der sehr kleinen Posten Nutzpflanzen, Ausrüstungen und geistiges Eigentum lag der Anteil des Gebrauchsvermögens Ende 2017 bei etwas mehr als 8 Prozent des Brutto-Vermögens. Bereinigt um die Verbindlichkeiten der Bundesbürger in Höhe von 1 744 Milliarden Euro ergibt sich damit ein Netto- beziehungsweise Reinvermögen von 13 375 Milliarden Euro. (ots)

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