28. November 2013

Doppelschau: Eva Hesse und Gertrud Goldschmidt

Hamburg (dpa) - In einer Doppelausstellung würdigt die Hamburger Kunsthalle bis zum 2. März die beiden Künstlerinnen Eva Hesse (1936-1970) und Gertrud Goldschmidt, genannt Gego (1912-1994).

Gego
Gego, Quadratische Reticularea, 1971. Foto: Axel Heimken
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Eva Hesse
Eine Skulptur von Eva Hesse in der Hamburger Kunsthalle. Foto: Axel Heimken
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Gego
Gego, Sphäre Nr. 7, 1977. Foto: Axel Heimken
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Eva Hesse
Eva Hesse, Addendum, 1967. Foto: Axel Heimken
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«Beide wurden in Hamburg geboren, beide mussten vor den Nationalsozialisten fliehen, deshalb sind wir ganz besonders glücklich, die Ausstellung in Hamburg zu zeigen», sagte Direktor Hubertus Gaßner. Eva Hesse emigrierte als kleines Mädchen mit ihren Eltern nach New York, wo sie im Alter von nur 34 Jahren an einem Hirntumor starb. Gertrud Goldschmidt floh nach Venezuela. Beide gelten als Pionierinnen für Rauminstallationen und die Verwendung ungewöhnlicher Materialien.

Eva Hesse muss als Zweijährige zusammen mit ihrer älteren Schwester Helen in einem Kindertransport ihre Heimatstadt verlassen. 1939 emigriert die Familie nach New York. Dort studiert Hesse Malerei, unter anderem als Meisterschülerin von Josef Albers. Auf Einladung des deutschen Sammlerehepaars Scheidt verbringt sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bildhauer Tom Doyle, 1964/65 ein Jahr in Essen-Kettwig. «Hier beginnt die spannende Phase, in der sie ihre eigene Handschrift entwickelt», sagt Kuratorin Brigitte Kölle. Inspiriert durch die dort in einer Textilfabrik gefundenen Materialen, beginnt sie mit ersten dreidimensionalen Arbeiten und experimentiert mit Polyester, Glasfaser und Latex.

Gertrud Goldschmidt wird 1912 in Hamburg geboren. 1932 beginnt sie ein Architekturstudium in Stuttgart. Aufgrund der immer bedrohlicher werdenden Situation wandert die jüdische Familie aus, Gego erhält ein Visum für Venezuela. Dort arbeitet sie zunächst als Architektin, später künstlerisch. Dem Begriff Skulptur steht sie skeptisch gegenüber, sind ihre dreidimensionalen Arbeiten doch eher filigran und leicht. «In Südamerika ist Gego sehr bekannt, in Deutschland weniger. Das zu ändern, dazu wollen wir beitragen», sagte Kuratorin Petra Roettig.

Hamburger Kunsthalle

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