15. April 2014

Neues Studio für «Tagesschau» & Co

Hamburg (dpa) - Deutschlands älteste Nachrichtensendung «Tagesschau» kommt ab Samstag aus einem neuen Studio mit modernster Technik.

"Tagesschau"
Moderatorin Linda Zervakis im Fernsehstudio der "Tagesschau" in Hamburg. Foto: Christian Charisius
dpa

Die Sprecher der Hauptausgabe um 20 Uhr bleiben wie gewohnt an ihrem Tisch stehen. Hinter ihnen gibt es aber in Zukunft eine fast 18 Meter breite Wand mit großflächigen Bildern und Grafiken zum Nachrichtengeschehen des Tages. Der Norddeutsche Rundfunk stellte das neue Studio in Hamburg am Dienstag vor. Schon 2012 hatte es einen Testbetrieb gegeben, der aber laut ARD abgebrochen werden musste.

Die «Tagesthemen»-Moderatoren arbeiten im selben Studio, haben aber deutlich mehr Bewegungsfreiheit: Caren Miosga und Thomas Roth können vor der riesigen Medienwand entlanggehen und genau auf eingespielte Fotos und Grafiken hinweisen. «Ich bin Ganzkörper», sagte Miosga in einer Präsentation.

Die großformatigen Fotos und Bilderstrecken an der Wand sollen mehr Emotionen transportieren und Nachrichten besser vermitteln und erklären. Dabei gehe es nicht um Boulevardisierung oder Betroffenheitsjournalismus. «Die Emotion, die erzeugt werden soll, ist Neugier», sagte Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell.

Chefsprecher Jan Hofer macht am kommenden Samstag (19. April) den Auftakt - wie gewohnt um 20 Uhr. Neben allen «Tagesschau»-Ausgaben werden in dem neuen Hamburger Studio auch die «Tagesthemen», das Nachtmagazin und die Nachrichten für den Digitalkanal tagesschau24 produziert. «Das ist hier die ganz große Einsamkeit», meinte Moderator Claus-Erich Boetzkes mit Blick auf den sonst menschenleeren Raum mit einer Vielzahl von automatisierten Kameras. Mit dem neugestalteten Studio mache die ARD ihr Flaggschiff klar für die kommenden Jahre, so der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor.

Auch die «Tageschau»-Fanfare wurde neu arrangiert. Erstmals lief die «Tagesschau» am 26. Dezember 1952.

Das weiterhin blau-gehaltene Studio von ARD-aktuell wurde für rund 24 Millionen Euro runderneuert. Die Mittel flossen in Technik, Funktionalität und Design. «Nicht immer war in dem Projekt alles nach Plan verlaufen», gab der NDR in einer Mitteilung zu.

Die Planer hatten sich einen Start schon früher erhofft, aber zunächst brachte die Programmierung des neuen Designs im Grafiksystem nicht die gewünschten Ergebnisse. «Erst wenn alle Systeme fehlerfrei und zur völligen Zufriedenheit laufen, wollten wir auf Sendung gehen», berichtete Chefredakteur Gniffke. Seit 2009 wurde das Studio geplant, das nun zwei alte ersetzt. Im Jahr 2012 gab es einen Testbetrieb. «Die Probe scheiterte, die Testsendungen mussten abgebrochen werden», erläuterte der Sender.

Seit fünf Wochen proben Sprecher, Moderatoren, Regie und Redaktion parallel zum Tagesgeschäft wieder in der neuen Umgebung.

Der zweite öffentlich-rechtliche Sender ZDF hatte sein neues Nachrichten-Studio im Jahr 2009 für rund 30 Millionen Euro auf dem Mainzer Lerchenberg in Betrieb genommen. Der Designer des ZDF-Moderatorentisches ist derselbe wie bei der ARD: Jürgen Bieling.

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