08. April 2014

Opera Awards für Kosky, Bayreuth, München und Hamburg

London (dpa) - Erfolg für deutsche Opernhäuser in London: Bei den International Opera Awards ist Intendant Barrie Kosky von der Komischen Oper Berlin als bester Regisseur ausgezeichnet worden.

Barrie Kosky
Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, ist ausgezeichnet worden. Foto: Maurizio Gambarini
dpa

Der Australier hatte 2012 als Intendant und Chefregisseur die Leitung des Hauses übernommen und ihr im vergangenen Jahr bereits den Titel «Opernhaus des Jahres» der Fachzeitschrift «Opernwelt» gesichert. Bei der Preisverleihung in London war die Komische Oper ebenfalls unter den Finalisten, den Titel erhielt jedoch die Oper Zürich.

Der Preis für den besten Dirigenten ging nach München an Kirill Petrenko von der Bayerischen Staatsoper, wo er in der kommenden Spielzeit Richard Wagners kompletten «Ring des Nibelungen» leiten wird. Die Bayreuther Wagner-Festspiele wurden mit dem Preis für den besten Chor ausgezeichnet.

Als beste Sängerin ging die in Günzburg geborene, international gefeierte Sopranistin Diana Damrau aus dem Wettstreit hervor, wie die Veranstalter in der Nacht zum Dienstag mitteilten.

Für ihren Beitrag «Verdi im Visier» zum 200. Geburtstag des Komponisten erhielten Simone Young und die Staatsoper Hamburg einen Opera Award. «Es macht uns stolz und glücklich, dass unser Jubiläumsbeitrag zum Verdi-Jahr nun auch international gewürdigt wird», sagte Young am Dienstag in Hamburg. Im Rahmen von «Verdi im Visier» brachte die Hamburgische Staatsoper Ende 2013 innerhalb von nur drei Wochen drei Neuproduktionen von selten gespielten Frühwerken Giuseppe Verdis heraus: «La Battaglia di Legnano», «I due Foscari» und «I Lombardi alla prima Crociata». Es inszenierte David Alden, Simone Young hatte die musikalische Leitung inne.

Mit ihrer Uraufführung des «Kaufmanns von Venedig» von André Tchaikowsky gewannen die Bregenzer Festspiele den Preis für die beste Uraufführung. Die Oper des polnisch-britischen Komponisten ist in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden, kam aber im Sommer 2013 am Bodensee erstmals auf die Bühne.

Einen Preis für sein Lebenswerk bekam posthum der erst vor wenigen Wochen gestorbene belgische Theater- und Opernintendant Gerard Mortier. Er leitete von 1991 bis 2011 die Salzburger Festspiele und war im Jahr 2002 Gründungsintendant der Ruhrtriennale in Essen. Mortier galt als kämpferischer «Störenfried», der sich energisch für die Modernisierung der Oper einsetzte.

Die Opera Awards wurden erst im vergangenen Jahr von John Allison, dem Herausgeber des renommierten englischen Opernmagazins «Opera», und dem britischen Geschäftsmann Harry Hyman begründet. Die Preise werden in 23 Kategorien vergeben und sind undotiert. Schon 2013 hatten Opernhäuser und Künstler aus Deutschland vorne gelegen. So bekam die Oper Frankfurt die Auszeichnung für das beste Opernhaus, der Startenor Jonas Kaufmann wurde zum besten Sänger gewählt.

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