30. Mai 2012

ESC-Siegerin Loreen modisch gesehen

Berlin (dpa) - Für Menschen mit Tanzhemmungen und Angst vor engen Kleidern gibt es nach dem Eurovision Song Contest zwei gute Nachrichten.

ESC-Siegerin Loreen
Die schwedische «Waldhexe» Loreen hat mit ihrem Flatter-Look der Windmaschine getrotzt. Foto: Jörg Carstensen
dpa

Erstens: Beim Tanzen ist erlaubt, was gefällt - Erfahrungen im Kampfsport schaden nicht. Zweitens: Wallende Gewänder müssen nicht im Altkleidersack landen, sondern sind modisch gesehen ganz weit vorne dabei.

Beides lässt sich gut an der schwedischen «Waldhexe» Loreen ausmachen, die mit Flatter-Look der Windmaschine trotzte und den Wettkampf in Baku souverän gewann. Lena trug bei ihrem Sieg vor zwei Jahren noch ein schlichtes Mini-Schlauchkleid. Loreen hingegen kommt aus Schweden und damit aus einem Land, das den großen Grand-Prix-Auftritt pflegt. Siehe Abba.

Mit Ponyfrisur und Ausdruckstanz erinnert die 28-Jährige an die frühe Kate Bush, die mit «Wuthering Heights» eine Hymne zum Teenager-Weltschmerz lieferte. Musikproduzent Tim Renner glaubt zwar nicht, dass Loreens Tanz entscheidend für den ESC-Sieg war, sondern eher der Song. «Aber in Sachen "Frauen zeigen sich emotional bis exzentrisch" gibt es natürlich einiges auf dem Markt», sagt der Ex-Universal-Chef. Ein Kate-Bush-Gedächtnispreis wäre da seiner Meinung nach etwas für die Jezabels aus Australien.

Passend zu Loreens luftiger Garderobe herrscht modisch gerade das Motto «Die große Flatter». Heidi Klum etwa zeigt oft das straßentaugliche Maxi-Kleid. Und abends war «lang» eigentlich noch nie richtig out. «Nichts kleidet eine Frau eleganter als das lange, wallende Abendkleid», sagt Designer Michael Michalsky. Er spricht von einem «perfekten Stilmittel für den großen Auftritt».

Sein Kollege Michael Sontag findet, dass sich der Körper in luftigen Outfits frei anfühlt. «Das hat den Effekt, dass man ein ganz anderes Auftreten haben kann», sagt der Designer. Man spüre sich anders, bewege sich freier und ungezwungener als in einer «Pelle».

Und der Tanz? Loreen, die bei ihrer Dancepop-Nummer «Euphoria» exaltiert mit den Armen ruderte, empfiehlt in der «Bild»-Zeitung: «Sei einfach du selbst.» Bei ihr seien im Tanz Elemente der chinesischen Disziplin Qigong und Kampfkunst-Übungen enthalten. «In erster Linie werden dadurch Körper und Geist ausgeglichen», sagt Loreen. «Das sorgt für meinen inneren Frieden.»

Interview Loreen in der «Bild»

Bildstrecke Heidi Klum in Maxi-Kleidern

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